Auf dieser Seite: Statistik/Landwirtschaft  –  Feinstaub-Richtlinie 

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Top 10: 
Maßnahmen zur Verringerung statistischer Erhebungen in der Landwirtschaft
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD

Drucksache: 16/109
-Plenarprotokoll-
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Top 23: 
Bericht zur Umsetzung der Feinstaub-Richtlinie der EU
Federführend ist das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
Drucksache: 16/68
-Plenarprotokoll-
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Votum für weniger Statistik: Landtag unterstützt Landwirtschaft


Feldarbeit statt Papierkram: Landwirte sollen sich wieder verstärkt auf die Arbeit auf dem Acker konzentrieren können

Kiel (SHL/16.06.05). Schleswig-Holsteins Bauern sollen sich künftig weniger mit Papierkram herumschlagen müssen. Dies ist die Zielsetzung eines schwarz-roten Antrags, den der Landtag einstimmig verabschiedet hat. Nun soll die Landesregierung auf Bundes- und EU-Ebene dafür sorgen, dass die vorhandenen Behörden-Daten zur Landwirtschaft effektiver genutzt und dass Vorschriften überprüft werden, damit die Betriebe mehr Freiraum erhalten. Die Abgeordneten waren sich aber hinsichtlich der Umsetzung auch einig: "Wir brauchen dabei einen langen Atem."

Zurzeit müssen sich die Bauern mit zahlreichen statistischen Erhebungen auseinandersetzen, etwa zu den Themen Bodennutzung, Viehbestände, Rechtsform, Eigentums- und Pachtverhältnisse, Arbeitskräfte, Hofnachfolge, Vermietung von Zimmern an Feriengäste, Gewinnermittlung und Umsatzbesteuerung. Auch außerbetriebliche Einkommensquellen, Berufsbildung oder der Anfall von Gülle sind Gegenstand der Untersuchung. Befragt werden in der Regel alle rund 500.000 Betriebe in Deutschland.

"Der Landwirt ist kein Papierwirt"

Die Bauern verbrächten "immer weniger Zeit auf den Feldern, aber immer mehr Zeit im Büro", monierte CDU-Agrarexperte Claus Ehlers, der bereits im Januar einen ähnlichen Antrag eingebracht hatte. Die statistischen Pflichten müssten aufs zwingend notwendige Maß reduziert werden, so Ehlers weiter. Henning Höppner (SPD) räumte dem Vorstoß bei der EU nur "geringe Aussichten" ein. Dennoch müsse die Landespolitik "alle Chancen nutzen". Den Abbau "überflüssiger Bürokratie" befürwortete auch Günther Hildebrand (FDP). Er verwies aber auch darauf, dass die deutschen Landwirte jährlich fünf Milliarden Euro Zuschüsse aus Brüssel erhielten – da sei es "legitim", Gegenleistungen zu fordern.

Diesen Punkt unterstrich auch Karl-Martin Hentschel (Grüne): Die Landwirtschaft lebe zu 50 Prozent von EU-Subventionen. Daher sei ein Schutz vor Subventionsmissbrauch notwendig. Lars Harms (SSW) verwies darauf, dass es teilweise um sensible private Informationen gehe. Die Vorgaben des Datenschutzes müssten also erfüllt werden. Die alte rot-grüne Landesregierung habe bereits einiges auf den Weg gebracht, unterstrich Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU). Dennoch „könne wir noch mehr leisten als bislang". Denn: "Der Landwirt ist kein Papierwirt".

Hintergrund:
  In Deutschland werden entsprechend dem Agrarstatistikgesetz des Bundes Landwirtschaftszählungen vorgenommen. Sie stellen die umfangreichste und wichtigste Informationsquelle über die Produktionsgrundlagen, über die Struktur und über die sozialökonomischen Verhältnisse der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe dar. Die Zahlen bilden, gemeinsam mit den Erhebungen aus den übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die Grundlage für die EU-Agrarpolitik. Gegenstand der Untersuchung sind unter anderem Bodennutzung, Viehbestände, Rechtsform, Eigentums- und Pachtverhältnisse , Arbeitskräfte, Sozialökonomik (Haupt- oder Nebenerwerbsbetrieb), Weiterführung der Betriebe (Hofnachfolge), Vermietung von Zimmern an Feriengäste, Gewinnermittlung und Umsatzbesteuerung. Auch außerbetriebliche Einkommensquellen, Berufsbildung und den Anfall von Gülle sind Gegenstand der Untersuchung. Befragt werden in der Regel alle rund 500.000 Betriebe in Deutschland. Bei einigen Fragestellungen werden Stichproben erhoben. Das in Deutschland für die Datenermittlung zuständige Statistische Bundesamt verweist darauf, dass ohne die amtliche Landwirtschaftsstatistik eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage für die Gestaltung von Reformen der Agrar-, Regional- und Wirtschaftspolitik. fehle.
  CDU und SPD im Landtag setzen sich dafür ein, die Zahl der statistischen Erhebungen zu reduzieren und möglichst nur auf Datenmaterial zurückzugreifen, dass ohnehin bei der Verwaltung vorliegt. Hierdurch soll die Arbeitsbelastung für die Landwirte reduziert werden. Schwarz-Rot greift damit eine CDU-Initiative aus der vergangenen Wahlperiode auf.

mehr Informationen: plenum-online, Januar 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2005/
texte/26_31_statistiklandw_gentechnik.htm)

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Feinstaub-Belastung in Schleswig-Holstein kein
konkretes Thema
Gute Luft auch Standortvorteil für Erholungsland


Mess-Stationen zur Überwachung der Lufthygiene in Kiel. In Schleswig-Holstein wird der Schwebstaub an zehn Standorten gemessen.

Kiel (SHL/16.06.05) Die Feinstaub-Belastung in Schleswig-Holstein hält sich gegenwärtig in Grenzen. Weitere Maßnahmen zur Reduzierung sind daher vor allem auf Ebene von EU und Bund notwendig. Dies ist die Kernaussage eines Berichts der Landesregierung, der dem Plenum auf Antrag der Grünen vorgelegt wurde. Umweltminister Christian von Boetticher (CDU) betonte, trotz der positiven Werte beim Feinstaub müssten die Anstrengungen zur Luftreinhaltung weitergehen. Besonders betreffe dies die Stickstoffdioxid-Belastung im Land. Hier konnten in einigen Regionen die Werte nicht eingehalten werden. Dafür gebe es nun einen Luftreinhalte-Plan, der zweimal pro Jahr aufgestellt werden müsse, so der Minister.

Die Feinstaub-Richtlinie der EU ist in den Mitgliedstaaten seit Januar diesen Jahres in Kraft. Sie legt zum Schutz der menschlichen Gesundheit einen Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub-Partikel pro Kubikmeter Luft fest. Dieser Tages-Mittelwert darf nur an 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Laut Bericht wurde dieser Grenzwert in Schleswig-Holstein bislang nicht überschritten. Zurzeit werden an zehn Messstationen in sieben Städten des Messungen vorgenommen. Ergebnis: Die höchste Feinstaub-Belastung wurde an den Standorten Itzehoe Lindenstraße sowie an der Station Ratzeburg Langenbrücker Straße gemessen.

Straßenverkehr größter Verursacher

Alle Redner waren sich einig, dass das Feinstaub-Problem vielschichtige Ursachen hat und weiter bekämpft werden muss. Der Grüne Karl-Martin Hentschel machte darauf aufmerksam, dass die örtliche Belastung von der jeweiligen Wetterlage abhängig sei. Zugleich stellte er die geplante Auflösung des Staatlichen Umweltamtes in Itzehoe in Frage, das derzeit für die Umsetzung der Richtlinie zuständig ist.

Axel Bernstein (CDU) plädierte angesichts der Hektik um die Dieselruß-Filter für eine Versachlichung der Debatte (siehe auch plenum-online, Mai 2005). Eine Belastung für die Bürger müsse vermieden werden, Fahrverbote oder eine City-Maut könnten nur die letzten Mittel sein. Sandra Redmann von der SPD wünschte sich mehr Verantwortung seitens der Auto-Industrie. Die momentan guten Werte in Schleswig-Holstein seien ein Standortvorteil im Bereich des Tourismus, auf dem sich das Land aber nicht ausruhen dürfe.

Der FDP-Abgeordnete Günther Hildebrand setzte sich für ein europaweites Gesamtkonzept ein, um die Feinstaub-Belastung zu reduzieren. Das habe die rot-grüne Bundesregierung bisher versäumt, monierte er. "Die Diskussion über Feinstaub ist eine Querschnittsaufgabe", sagte Lars Harms (SSW). Der PKW-Verkehr mache beispielsweise nur etwa zwölf Prozent der gesamten Belastung aus, weitere Verursacher seien der LKW-Verkehr, die Industrie, Kraftwerke oder auch natürliche Quellen wie Erosion.

Hintergrund:
  Auf Antrag der Grünen berichtet die Landesregierung dem Landtag über die Umsetzung der Feinstaub-Richtlinie der EU in Schleswig-Holstein. Diese Richtlinie ist seit dem 1. Januar in Kraft und bestimmt zum Schutz der menschlichen Gesundheit einen Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub-Partikel pro Kubikmeter Luft. Dieser Tages-Mittelwert darf nur an 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Zu den Bestandteilen des Feinstaubs zählen unter anderem Dieselabgase, Schwefel, Stickstoffoxide, Blei und Nitrate. Verursacher sind der Kraftverkehr, die Industrie aber auch Zigarettenrauch.
  Laut Bericht wurde dieser Grenzwert in Schleswig-Holstein, anders als in einigen süddeutschen Großstädten, bislang nicht überschritten. Zurzeit werden an zehn Messstationen in sieben Städten des Landes (Brunsbüttel, Bornhöved, Lübeck, Itzehoe, Kiel, Ratzeburg und Altendeich an der Elbe) Messungen vorgenommen. Ergebnis: Die höchste Feinstaub-Belastung wurde an den Standorten Itzehoe Lindenstraße (14 Überschreitungen vom 1. Januar bis zum 25. April 2005) sowie an der Station Ratzeburg Langenbrücker Straße (18 Überschreitungen) festgestellt.
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