Auf dieser Seite: Europ. Gesetzgebung  –  Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

xxx

Top 11: 
Mitwirkung des Schleswig-Holsteinischen Landtages bei der Subsidiaritätskontrolle und dem Frühwarnsystem im Zuge europäischer Gesetzgebungsverfahren
Antrag der Fraktionen der CDU und SPD

Drucksache: 16/110
-Plenarprotokoll-
  zum Text


Top 13: 
Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark

Antrag der Abgeordneten des SSW
Änderungsantrag der Fraktion der FDP – Drs. 16/139
Drucksache: 16/113
-Plenarprotokoll-
  zum Text
t

Landtag fordert erneut mehr
Teilhabe der Parlamente an europäischer Gesetzgebung
 

Kiel (SHL/15.06.05). Ob Käfighaltung von Hühnern, Natura 2000-Schutzgebiete oder Seilbahn-Verordnung: Immer mehr Gesetze, die in Brüssel beschlossen werden, haben Auswirkungen bis hinunter auf die Landesebene. Vor diesem Hintergrund will sich der Schleswig-Holsteinische Landtag künftig stärker an Gesetzgebungsverfahren der EU beteiligt wissen. Einen entsprechenden Antrag der schwarz-roten Regierungskoalition hat der Landtag einmütig unterstützt.

Laut Antrag soll die Landesregierung dem Parlament Vorschläge unterbreiten, wie die Regionen ihre Mitwirkungsrechte in Brüssel künftig besser wahrnehmen können. Daneben soll die Regierung ein Konzept zur Abstimmung der Bundesländer untereinander erarbeiten und ein Frühwarnsystem etablieren, damit die Landesparlamente rechtzeitig von Gesetzesinitiativen auf EU-Ebene erfahren. Angesichts der negativen Volksabstimmungen zur EU-Verfassung in Frankreich und den Niederlanden erhoffen sich die Parlamentarier von ihrem Vorstoß eine Stärkung der europäischen Idee: Dafür müssten auch Entscheidungen innerhalb der Europäischen Union künftig wieder bürgernäher gestaltet werden, so der Tenor im Plenum.

Minister will im September berichten

Europaminister Uwe Döring (SPD) nahm die Anregung dankend auf und versprach, spätestens zur September-Sitzung einen Bericht zum Thema vorzulegen. Zugleich forderte er den Europa-Ausschuss des Landtages auf, künftig verstärkt eine "Wächterfunktion" zu übernehmen, um das Parlament auf europäische Initiativen hin zu weisen.

Die Mitgestaltungsrechte der Länder bei der europäischen Gesetzgebung sind im Vertrag von Maastricht garantiert. Darin wurde das so genannte Subsidiaritätsprinzip fest geschrieben. Danach sollen sich übergeordnete Einheiten nur dann in Entscheidungen vor Ort einmischen, wenn die kleinere Einheit damit überfordert ist. Auf dieser Grundlage legen beispielsweise Gemeinden eigene Steuern fest oder entscheiden die Länder selbst über Bildungsfragen, der Bund hingegen über die Außen- und Verteidigungspolitik. Ureigenste Aufgaben der EU sind unter anderem Währungspolitik und Zollunion. Das Subsidiaritätsprinzip soll verhindern, dass Regierungen über die Köpfe der Bürger hinweg entscheiden. "Der Staat ist für die Bürger da, nicht die Bürger für den Staat", ist das Motto dieses Prinzips.

Stimmen aus dem Plenum:

Manfred Ritzek (CDU): Die EU hat genügend Politikfelder in denen sie bestimmen kann und muss. Aber wir müssen unsere Rechte gegen die schleichende Einflussnahme der Europäischen Union schützen.

Astrid Höfs (SPD): Wir wollen ein Europa der Bürger. Die Bevölkerung muss und soll in Entscheidungen eingebunden werden. Dann werden wir sicher einen Teil der Vorbehalte gegen die EU-Verfassung abbauen können.

Ekkehard Klug (FDP):  Wir müssen das Augenmerk stärker darauf richten, was auf der EU-Ebene passiert. Wir sollten darüber diskutieren, wie wir das Thema EU hier im Landtag künftig besser in den Griff bekommen.

Anne Lütkes (Grüne): Wir sollten nicht nur europäische Beschlüsse der Vergangenheit zur Kenntnis nehmen, sondern öfter selbst die Initiative ergreifen, um uns in europäische Entscheidungsprozesse einzuklinken.

Anke Spoorendonk (SSW): Das Ringen um politische Lösungen muss aus den geschlossenen Räumen in die Parlamente zurückkehren. Nur so hat der Bürger die Chance, politische Konflikte und Kompromisse nachzuvollziehen.

Hintergrund:
  CDU und SPD fordern die Landesregierung auf, sich für die Verwirklichung des Subsidiaritätsprinzips in der Europäischen Union einzusetzen: So sollen nach Willen der Koalitionsfraktionen neben den nationalen Parlamenten auch die Landesparlamente an europäischen Gesetzgebungsverfahren beteiligt werden. Hierüber soll eine Abstimmung zwischen den Landesparlamenten stattfinden. Durch ein Frühwarnsystem sollen die Länder rechtzeitig über sie betreffende Angelegenheiten informiert werden. Die Landesregierung soll dem Landtag nach Willen von Schwarz-Rot im August einen Bericht hierüber vorlegen.
  Das Subsidiaritätsprinzip ist eine wichtige Grundlage der Verfassung der Europäischen Union, um die Organe der EU in der europäischen Gesetzgebung zu beschränken. Subsidiarität ist eine politische und gesellschaftliche Maxime, die Entscheidungen auf die niedrigste mögliche Ebene verlagert wissen will.
Druckversion

zurück zum Textanfang / Seitenanfang

tt

Regierung berichtet im September über deutsch-dänische 
Aktivitäten im Grenzland

Kiel (SHL/15.06.05). Die Landesregierung soll bis Ende September dem Plenum über ihre Pläne für eine grenzübergreifende Zusammenarbeit mit den dänischen Nachbarn berichten. Damit unterstützte das Parlament geschlossen einen Antrag des SSW. Vor dem Hintergrund der anstehenden Gebietsreform in Dänemark sei eine Neu-Ausrichtung der Zusammenarbeit in der Grenzregion angebracht. Besonders betreffe dies Bereiche wie Wirtschaft und Arbeit oder die Kooperation von Hochschulen, hieß es in der Aussprache. Anke Spoorendonk (SSW) mahnte ein gemeinsames Leitbild mit Dänemark für die nördlichen Gebiete des Landes an. Im Koalitionsvertrag würde dies fehlen, kritisierte sie, der Schwerpunkt liege dort in der Zusammenarbeit mit Hamburg.

Europaminister Uwe Döring (SPD) bekannte kurz und knapp, er freue sich darauf, den geforderten Bericht abzugeben und wolle daher an dieser Stelle nicht vorgreifen. Unter der Überschrift "Die Grenze muss aus den Köpfen" stellte Susanne Herold (CDU) ihren Beitrag. Das Ziel einer Zusammenarbeit müsse ein grenzenloser Arbeitsmarkt, vermehrter Wissens- und Technologietransfer sowie eine Freizeit- und Tourismusoffensive sein. Auch Rolf Fischer (SPD) war der Meinung, die Zusammenarbeit mit den Dänen benötige eine neue Dynamik. Dabei gehe es nicht nur um Regionalentwicklung, sondern auch um gute europäische Nachbarschaft.

Ein Änderungsantrag der Liberalen bezog auch die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark in die Berichts-Forderung ein. Die kulturellen Aktivitäten hätten in der Vergangenheit zugenommen und positive Effekte auf beiden Seiten gehabt, so Ekkehard Klug (FDP). Die Grünen-Fraktionschefin Anne Lütkes verwies bei anstehenden Kooperationen auf die Vorbildfunktion staatlicher Organisationen; deren Zusammenarbeit könne sich auf die Bürger übertragen, damit Europa auch "von unten" zusammenwachse.

Hintergrund:
  Der SSW fordert die Landesregierung auf, bis Ende September einen Bericht über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im deutsch-dänischen Grenzraum vorzulegen. Themen sollen unter anderem die kommunale Zusammenarbeit, die Kooperation der Universitäten in Flensburg und Sonderburg.
  Einige Beispiele für die umfangreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark auf institutioneller Ebene:
  • Das Projekt "Kinderland Ostsee" präsentiert spezielle, kindgerechte Angebote auf beiden Seiten der Grenze, etwa im touristischen Bereich.
  • Die "Trans-Fähr-Gespräche" führen Unternehmer aus beiden Ländern im Rahmen einer gemeinsamen Schifffahrt zusammen.
  • Die "Kulturbrücke über den Belt" soll die Zusammenarbeit deutscher und dänischer Kultureinrichtungen verbessern.
  • Die Hochschulkooperation zwischen der Universität Flensburg und der Syddansk Universitet Sonderburg hat drei gemeinsame Studiengänge hervorgebracht.
  • Im Bereich des Katastrophenschutzes gibt es ein deutsch-dänisches Abkommen über gegenseitige Hilfeleistung im Unglücksfall.
  • Im Rahmen des "INTERREG"-Programms der EU werden grenzübergreifende Projekte zwischen schleswig-holsteinischen Kreisen und dänischen Ämtern gefördert, unter anderem zwischen den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie dem Amt Sønderjylland

Eine Modell-Schulklasse wird abwechselnd in Niebüll und Tondern unterrichtet.

Druckversion

zurück zum Textanfang / Seitenanfang

ttt

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:  
a.) EU-Verfassung
b.) Bahnteilnetz Ost

Dringlichkeit:  
Science Center

Dringlichkeit:  
Husumer Hafen

Fragestunde:
Landes-Blindengeld

Außerdem notiert: 
Herzlichen Glückwunsch

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:
NDR-Staatsvertrag
Wahlen:
Landesanpassungsgesetz
(ohne Aussprache)
Antrag:
Aufsichtsgremien
(ohne Aussprache)
Gerichtsstruktur
(ohne Aussprache)
Immunität
(ohne Aussprache)
Berichte:
Landtagswahl
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

Fragestunde:
Landes-Blindengeld

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Anträge:
Kita-Gesetz
Altenpflege
Ladenschluss / Bäderregelung
Berichte:
Behinderte Menschen

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

1. Lesung:
Tariftreue-Gesetz
Antrag:
Lohnnebenkosten
Aktuelle Stunde:
Bahn-Teilnetz Ost

 A g r a r  /  U m w e l t  /
E n e r g i e / F o r s t e n

Antrag:
Statistik/Landwirtschaft
Emissionshandel
(ohne Aussprache)
Berichte:
Feinstaub-Richtlinie

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Anträge:
Schuleingangs-Untersuchung
Lehrerausbildung
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Europäische Gesetzgebung
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Aktuelle Stunde:
EU-Verfassung