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Vorgezogene Schuleingangsuntersuchung
Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen – Drs. 16/124

Für einen perfekten Start in den "Ernst des Lebens": Kinder sollen vor der Einschulung früher untersucht werden

Kiel (SHL/15.06.05). Die Sorge um einen perfekten Start in den "Ernst des Lebens" vereint große Koalition und Opposition: Die Landtagsparteien wollen Kinder früher als bisher vor der Einschulung untersuchen lassen. Einen entsprechenden Antrag der Grünen überwies das Plenum an den Bildungsausschuss. Durch eine frühere Eingangsuntersuchung könnten Entwicklungsdefizite rechtzeitiger aufgedeckt werden, womit mehr Zeit für spezielle Förderung zur Verfügung stünde, begründeten die Grünen ihren Vorstoß. Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) kündigte zudem an: Die Regierung werde unter anderem die Sprachförderung für Kinder im Vorschulalter flächendeckend ausbauen.

Strittig unter den Parteien ist der anvisierte Zeitpunkt für die Schuluntersuchung. Die Grünen wollen die Untersuchung mindestens ein Jahr vor Schulbeginn durchführen. Union und SPD dagegen halten eine Begutachtung zwischen Oktober und Dezember des Jahres vor der Einschulung für ausreichend.

Stimmen aus dem Plenum:

Monika Heinold (Grüne): Wir wollen die Schuleingangsuntersuchung schrittweise vorverlegen. Diese Zeit muss in den Kindertagesstätten zur Herstellung der Chancengleichheit genutzt werden. Von der verbesserten Unterrichtssituation würden alle profitieren, die schlechteren, aber auch die besseren Schüler.

Susanne Herold (CDU): Ein erfolgreicher Schulstart setzt ausreichende Deutschkenntnisse voraus. Deshalb wird der Bildungsauftrag der Kitas erweitert und die Qualität der Erzieherausbildung verbessert. Es ist wichtig, im Kindergarten neue Wege zu beschreiten.

Detlef Buder (SPD): Viele Immigrantenkinder haben große Schwierigkeiten, weil zu Hause kein Deutsch gesprochen wird. Mit diesem Problem darf man die Grundschullehrer nicht allein lassen. Eine Perspektive wäre eine zweijährige Kindergartenpflicht.

Ekkehard Klug (FDP): Mittlerweile ist es in der Bundesrepublik Konsens, dass Kinder möglichst früh gefördert werden. In Rheinland-Pfalz hat die sozial-liberale Koalition sogar ein freies Kindergartenjahr vor der Einschulung eingeführt.

Anke Spoorendonk (SSW): Die verpflichtende Schuleingangsuntersuchung kann nur ein kleiner Baustein sein. Eine nachhaltige frühkindliche Förderung ist ohne professionelle Ausbildung, kleine Gruppengrößen und individuelle Fördermöglichkeiten nicht möglich.


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