Auf dieser Seite: Kommunaler Finanzausgleich (Aktuelle Stunde) 

xxx

Aktuelle Stunde
"Kürzung des Kommunalen Finanzausgleichs und Kompensationsmaßnahmen für die Kommunen"

beantragt von Karl-Martin Hentschel, Fraktionsvorsitzender der Grünen-Fraktion

Kommunaler Finanzausgleich: Kompensationsmaßnahmen für Gemeinden bleiben umstritten

Kiel (SHL/28.06.) Auch eine Landtagsdebatte brachte keine neuen Erkenntnisse, wie die Landesregierung die Gemeinden im Gegenzug zu der angekündigten Kürzung beim Finanzausgleich im Doppelhaushalt 2007 und 2008 um jeweils 120 Millionen Euro entlasten will. In einer von den Grünen beantragten Aktuellen Stunde blieb unter den Koalitionären von CDU und SPD Art und Umfang der geplanten Kompensationsmaßnahmen zu Gunsten der kommunalen Familie weiterhin umstritten. Die Sozialdemokraten erteilten unter anderem der von der Union vorgeschlagenen Streichung der Zuschüsse für die Schülerbeförderung und die Lernmittelhilfen eine klare Absage. Gleichzeitig bezeichnete die SPD die vom Koalitionspartner anvisierte vollständige Kompensation der Kommunen als "nicht machbar". Die Opposition warf der Regierung erneut den Bruch von Wahlversprechen und Konzeptlosigkeit in der Finanzpolitik vor.

CDU und SPD hatten auf Parteitagen Mitte Juni den Sparkurs gebilligt, aber jeweils unterschiedliche Vorschläge zur Entlastung der Kommunen beschlossen. Am 2. Juli soll ein Koalitionsausschuss Unstimmigkeiten zum Kurs in der Haushaltskonsolidierung klären. 

Wie schon in der letzten Tagung, als das Thema bereits beraten wurde, wiederholte Monika Heinold (Grüne) ihre grundsätzliche Kritik: Die Landesregierung befinde sich auf dem größten kommunalen Raubzug aller Zeiten. Die 120-Millionen-Kürzung sei durch nichts zu rechtfertigen und gefährde überdies die soziale Grundversorgung vor Ort. Dies, so Heinold, würden die Familien – beispielsweise durch höhere Kindergarten-Beiträge – zu spüren bekommen. Dem widersprach Innenminister Ralf Stegner (SPD): Die Kommunen würden unter dem Strich 2007 mehr Geld in der Kasse haben als 2006. Ohnehin stünden die Gemeinden Schleswig-Holsteins verglichen mit anderen Ländern recht gut da. Auch die Kommunen müssten ihren Konsolidierungsbeitrag in Zeiten leerer Kassen leisten.

Wadephul: Sparziel steht über den Parteiprogrammen

Rückendeckung erhielt Stegner von dem Fraktionschef der CDU, Johann Wadephul: In katastrophaler Finanzlage mache die große Koalition endlich ernst mit dem Sparen. CDU und SPD stünden in der Verantwortung, einen verfassungsgemäßen Haushalt vorzulegen. Dieses Ziel stünde über den Parteiprogrammen. Gleichwohl würden die Parteien noch über die Maßnahmen zur Kompensation der Kommunen ringen müssen.

Der Fraktionsvorsitzende Lothar Hay (SPD) signalisierte in einigen Bereichen Gesprächsbereitschaft. Über Kompensationsvorschläge wie etwa einem Wegfall der Grün-ordnungspläne und der jährlichen Einwohnerversammlungen könne man "nachdenken". Gleichzeitig hoffe er auf Mehreinnahmen für die Kommunen durch die Ämterstrukturreformen. Hay warnte aber auch vor möglichen Einnahme-Verlusten im Zuge der Unternehmenssteuer- und Föderalismusreform des Bundes.

SSW warnt vor ritualisiertem Gezänk

"Schleswig-Holstein ist ein Sanierungsfall", stellte Oppositionsführer Wolfgang Kubicki (FDP) klar. Doch die große Koalition sei nach wie vor die angekündigte Entbürokratisierung des Landes schuldig geblieben. Dabei koste jeder Tag, der verloren werde, viel Geld, monierte der Liberale.

Statt ritualisiertem Gezänk zwischen Regierung und Opposition benötige das Land ein Sparkonzept, das über die laufende Legislaturperiode hinausweise, befand Anke Spoorendonk (SSW). Die Parteien müssten sich endlich auf einen gemeinsamen Plan für die nächsten 15 Jahre einigen.

- Druckversion -

Hintergrund:  Auf Antrag der Grünen debattiert der Landtag im Rahmen einer Aktuellen Stunde über die Pläne der Landesregierung zur Kürzung des Kommunalen Finanzausgleiches und die dafür vorgesehenen Entlastungen der Städte, Kreise und Gemeinden.
  Hintergrund ist das vom schwarz-roten Kabinett im März vorgelegte Sparpaket. Demnach sollen die Landeszuwendungen an die Kommunen, die zurzeit bei etwa einer Milliarde Euro jährlich liegen, im Doppelhaushalt 2007 und 2008 jeweils um 120 Millionen zusammengestrichen werden, um die Neuverschuldung im Landesetat herunterzufahren.
  Kommunalpolitiker haben hiergegen protestiert. Die beiden Koalitionsparteien CDU und SPD haben daraufhin auf Parteitagen Mitte Juni den Sparkurs gebilligt, aber jeweils unterschiedliche Vorschläge zur Entlastung der Kommunen beschlossen. Die Union fasst die Abschaffung kommunaler Standards, etwa in Bezug auf Größe und Ausstattung von Kitas ins Auge. Auch Abstriche bei der Lernmittelfreiheit und Einschränkungen bei der Mitbestimmung sind angedacht. Ziel ist die "vollständige Kompensation" der Kommunen. Viele dieser Punkte stehen für die SPD auf der Tabuliste. Die Sozialdemokraten wollen stattdessen die zu erwartenden Steuer-Mehreinnahmen der Kommunen auf das 120-Millionen-Paket anrechnen und an das Land weiterleiten. Zudem planen sie Zuschüsse aus dem Kommunalen Investitionsfonds.

mehr Informationen: plenum-online, Mai/Juni 2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/mai2-2006/texte/32_kommfinanz.htm)

Stichwort: 
 
Über eine bestimmte Frage von allgemeinem Interesse kann eine Aktuelle Stunde von einer Fraktion oder von mindestens fünf Abgeordneten beantragt werden. Die Redebeiträge einzelner Abgeordneter dürfen nicht länger als fünf Minuten dauern und zusammengenommen sechzig Minuten nicht überschreiten. Die von Mitgliedern der Landesregierung in Anspruch genommene Redezeit bleibt dabei unberücksichtigt, sollte aber dreißig Minuten nicht überschreiten.
 Eine Aktuelle Stunde findet auch statt, wenn während einer Fragestunde ein Fragesteller die Beantwortung durch die Landesregierung für unzureichend hält. Die Aussprache muss unmittelbar nach Schluss der Fragestunde verlangt und durchgeführt werden.

mehr Informationen: Geschäftsordnung des Landtages S-H
(www.landesregierung-sh.de/landesrecht/1101-7fr.htm)

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Frisch vereidigt – Detlef Matthiessen rückt nach

I n n e n  / R e c h t

1. Lesungen:
Medien-Staatsvertrag
Landes-Beamtengesetz
Offener Kanal
(ohne Aussprache)
Aktuelle Stunde:
Kommunale Finanzen
Wahlen:
V-Schutz-Kommission
(ohne Aussprache)
Richterwahlausschuss
(ohne Aussprache)
Anträge:
Sportcenter Kappeln
Sportboothäfen
Berichte:
Bürokratiekosten
Petitionsausschuss
(ohne Aussprache)
Rundfunk-Staatsvertrag
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

1. Lesung:
Kfz-Zulassung
Aktuelle Stunde:
Kommunale Finanzen
Große Anfrage:
Steuerverwaltung
Antrag:
HSH Nordbank
Berichte:
Bürokratiekosten
Geringverdiener
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Anträge:
Pflege-Portal
Hartz IV
Essstörungen
Lebensmittelkontrollen
Ein-Euro-Jobs
(ohne Aussprache)
Berichte:
Familienpolitik
Kinderbetreuung
Barrierefreies Fernsehen
Integrierte Versorgung
Gesundheitskarte
Bericht d. Bürgerbeauftragten
Beteiligung Jugendliche
(ohne Aussprache)
AIDS-Prävention
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

1. Lesungen:
Stiftung Weltwirtschaft
(ohne Aussprache)
Stift. Wirtschaftswissensch.
(ohne Aussprache)
2. Lesung:
BID- / PACT-Gesetz
Anträge:
Zukunftsprogramm Wirtschaft
Fluglärm Airport Hamburg
Flughafen Jagel
EU-Programm Marco Polo II
Unternehmen/Limited
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Anträge:
Elbvertiefung
Energieträger Kohle
(ohne Aussprache)
Wasserqualität Elbe
(ohne Aussprache)
Berichte:
Geflügel / Stallpflicht
Agrarstruktur / Küstenschutz
Raumordnung Küste u. Meer
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesung:
Leibniz-Institut
Anträge:
Ausbildung f. Schulabgänger
Fach Wirtschaft u. Politik
Föderalismusreform / Bildung
Sportcenter Kappeln
Studienplätze
(ohne Aussprache)
Bericht:
Lehrerausbildung
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Parla.-Forum Südl. Ostsee
EU-Programm Marco Polo II
Bericht:
EU-Programm Ländl. Räume