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Im PACT sollen
Innenstädte
attraktiver werden
Kiel (SHL/30.06.)
Bahn frei für die Verschönerung und wachsende Konkurrenzfähigkeit
der Innenstädte Schleswig-Holsteins: Mit großer Mehrheit hat der
Landtag das Gesetz über die Einrichtung von Partnerschaften zur
Attraktivierung von City-, Dienstleistungs- und Tourismusbereichen,
kurz PACT, verabschiedet. Einzig die Liberalen enthielten sich in
der Abstimmung: Sie monierten, dass Gewerbetreibende
und Freiberufler an den anfallenden Kosten bei der Umsetzung
beteiligen werden können.
Auf Grundlage des
Gesetzes können die Kommunen
künftig auf Initiative von Ladenbesitzern und
Gewerbetreibenden die Attraktivität steigernde Maßnahmen
in Innenstadtbereichen einrichten. Dies
beinhaltet gemeinsame Aktivitäten, etwa in den Bereichen
Marketing, Standortverschönerungen und
Strukturverbesserungen. Die Kosten werden über eine
kommunale Sonderabgabe erhoben. Wenn mehr als ein Drittel
der Betroffenen dem Plan widerspricht, kommt der PACT
nicht zustande. Ziel des Gesetzes ist es auch, die Wettbewerbesfähigkeit von
innerstädtischen Einkaufsquartieren gegenüber der
Konkurrenz auf der grünen Wiese zu steigern.
Die Forderung der
FDP, die Gewerbetreibenden grundsätzlich von der
Abgabenpflicht zu befreien, war ein Knackpunkt bei den Ausschussberatungen.
Die Frage lautete, ob nur die Grundbesitzer abgabenpflichtig sein
sollen, oder eben auch auch Freiberufler oder Ladenpächter mit
einbezogen werden. Im Gegensatz zum Ursprungsentwurf des
Innenministeriums, der allein die Grundbesitzer
heranziehen wollte, empfahl der Ausschuss, diese
Entscheidung den Kommunen zu überlassen.
Auch die Grünen kritisierten
diese Regelung als "inkonsistent", da sie zu
Rechtsunsicherheit führe. Das von der Oppositionsfraktion
alternativ zur Abstimmung Gesetz zur Einführung von
Innovationsbereichen zur Stärkung der Einzelhandels- und
Dienstleistungszentren (BID) wurde mit den Stimmen von CDU, SPD, FDP
und SSW abgelehnt.
Hauptredner:
Detlef Matthiessen (Grüne), Johannes
Callsen (CDU), Bernd Schröder (SPD), Heiner Garg (FDP), Lars Harms
(SSW), Innenminister Ralf Stegner (SPD)
Hintergrund:
Der Wirtschaftsausschuss empfiehlt dem
Plenum mit den Stimmen von CDU und SPD gegen die FDP und
bei Enthaltung der Grünen, das so genannte PACT-Gesetz
der Landesregierung anzunehmen. Die Abkürzung bedeutet
"Partnerschaften zur Attraktivierung von City-,
Dienstleistungs- und Tourismusbereichen". Durch das
Gesetz soll die Wettbewerbesfähigkeit von
innerstädtischen Einkaufsquartieren gegenüber der
Konkurrenz auf der grünen Wiese, also in städtischen
Randlagen, gesteigert werden. Gleichzeitig lehnt der
Ausschuss mit schwarz-rot-liberaler Mehrheit einen
ähnlich gelagerten Entwurf der Grünen für ein so
genanntes BID-Gesetz (Business-Improvement-District) ab.
Außerdem behandelt der Landtag einen Änderungsantrag der
FDP.
Laut dem Regierungsentwurf sollen die Kommunen
künftig auf Initiative von Ladenbesitzern und
Gewerbetreibenden PACT-Bereiche einrichten können. Dies
beinhaltet gemeinsame Aktivitäten, etwa in den Bereichen
Marketing, Standortverschönerungen und
Strukturverbesserungen. Die Kosten werden über eine
kommunale Sonderabgabe erhoben. Wenn mehr als ein Drittel
der Betroffenen dem Plan widerspricht, kommt der PACT
nicht zustande.
Ein Knackpunkt bei den Ausschussberatungen war die
Frage, ob nur die Grundbesitzer abgabenpflichtig sein
sollen, oder auch Freiberufler oder Ladenpächter mit
einbezogen werden. Im Gegensatz zum Ursprungsentwurf des
Innenministeriums, der allein die Grundbesitzer
heranziehen wollte, empfiehlt der Ausschuss, diese
Entscheidung den Kommunen zu überlassen. Demgegenüber
plädieren die Liberalen in ihrem Änderungspapier dafür,
die Gewerbetreibenden grundsätzlich von der
Abgabenpflicht zu befreien.
Beim BID-Konzept der Grünen wiederum können
Kaufleute, die an einem gemeinsamen Standort tätig sind
– etwa einer Straße oder einem Stadtteil – gesetzlich
dazu verpflichtet werden, regelmäßig in einen BID-Fonds
einzuzahlen. Die BID-Idee stammt aus den USA und Kanada
und wurde in Deutschland unter anderem auch in Hamburg
umgesetzt. Mit ihrer BID-Initiative hatten die Grünen im
September 2005 die Diskussion um bessere
Standortbedingungen für innerstädtische
Einkaufsquartiere angestoßen.
Nach Angaben des Statistikamts Nord hat der über
lange Zeit rückläufige Umsatz im Einzelhandel im Vorjahr
wieder zum positiven gewendet: 2005 setzten die
schleswig-holsteinischen Einzelhändler 3,1 Prozent mehr
um als 2004. Beim Facheinzelhandel, etwa im Bereich Möbel
und Einrichtungen, waren die Zahlen jedoch weiterhin
rückläufig. Im Gegensatz dazu setzte sich der Trend zum
Discounter fort: Im Jahr 2005 gab jeder deutsche
Privathaushalt im Schnitt 1.133 Euro für Lebensmittel
beim den Billlig-Ketten aus, zwölf Euro mehr als 2004.
mehr Informationen: plenum-online,
September 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/september2005/
texte/07_40_dienstleistungszentren_zucker.htm)
Mai
2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/mai1-2006/
texte/03_09_pact_stromkabel.htm)
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