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Kritik an
Medien-Kooperation
mit Hamburg
Insbesondere die
Opposition befürchtet einen Verlust
des Einflusses Schleswig-Holsteins
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Die beiden Regierungschefs Peter
Harry Carstensen (Schleswig-Holstein/links) und Ole von Beust
(Hamburg) nach der Unterzeichnung des Medienstaatsvertrags. Das Papier
wurde Mitte
Juni in Hamburg unterzeichnet. |
Kiel (SHL/28.06.)
Mit Kritik haben Vertreter aller Parteien auf die in einem
Staatsvertrag geregelte Medien-Kooperation zwischen Hamburg und
Schleswig-Holstein reagiert. Die breite Mehrheit der Parlamentarier
forderte nachhaltige Änderungen an dem Mitte Juni von
Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) und Bürgermeister
Ole von Beust (CDU) unterzeichneten Papier, mit dem die neue "Medienanstalt
HSH" an die Stelle der bisherigen schleswig-holsteinischen
Unabhängigen Landesanstalt für Rundfunk und neue Medien (ULR) und
der Hamburgischen Anstalt für neue Medien (HAM) treten soll. Moniert
wurde im Plenum unter anderem, dass der Hauptsitz der neuen
gemeinsamen Medienanstalt in Norderstedt sein soll.
SPD, FDP, Grüne und der SSW kritisierten zudem,
dass der Staatsvertrag entgegen der technischen Entwicklung die
Digitalisierung der Medien vernachlässige. Schleswig-Holsteins
Ministerpräsident Carstensen sprach hingegen von einem wichtigen
Schritt für die mediale Wettbewerbsfähigkeit des Nordens. Dass die
neue Medienanstalt ihren Sitz im schleswig-holsteinischen
Norderstedt haben wird, bewertete er als Erfolg. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Johann Wadephul bedauerte dagegen, dass die
Wahl nicht auf Lübeck gefallen sei; den Standort Norderstedt, nahe
der Hamburger Stadtgrenze, bezeichnete er als Kompromiss in den
Verhandlungen. Peter Eichstädt vom Koalitionspartner SPD forderte
Nachbesserungen in dem Staatsvertrag: So sei der anvisierte Etat
zwischen 2,5 und 2,8 Millionen Euro zu gering. Zudem müsste das Papier
der Digitalisierung und Konvergenz der Medien gerecht werden.
Gibt Schleswig-Holstein seinen Einfluss ab?
Wolfgang Kubicki (FDP)
befürchtete, dass das Land mit dem Staatsvertrag
medienpolitisch an Einfluss verlieren könnte. Der Standort
Norderstedt zeige, dass die Reise in Richtung Hamburg gehe, monierte
er und forderte eine Anhörung der schleswig-holsteinischen ULR.
Wadephul trat den Befürchtungen des Oppositionsführers entgegen: Die Partner
seien gleichwertig. Dem gemeinsamen Medienrat sollen
jeweils sieben Mitglieder der Parlamente Schleswig-Holsteins und
Hamburgs angehören. Und: Für Entscheidungen brauche das Gremium
eine Zwei-Drittel-Mehrheit.
Schritt für Schritt gibt Schleswig-Holstein an
Einfluss ab, ohne etwas dafür zu bekommen, nahm Karl-Martin
Hentschel (Grüne) Kubickis Kritik auf: Während Hamburg
Zugeständnisse bei der Zusammenarbeit der Verwaltungen und
Universitäten verweigere, gebe Schleswig-Holstein immer wieder
Kompetenzen ab. In dieselbe Richtung argumentierte die Vorsitzende
des SSW im Landtag, Anke Spoorendonk: Der Vertrag sei faktisch der
Abschied von einer bunten Medienlandschaft in Schleswig-Holstein.
Das Land gebe Kompetenzen ab und mutiere mutwillig zum medialen
Wurmfortsatz Hamburgs.
Der Staatsvertrag, der vom Parlament ratifiziert
werden muss, wurde an den Innen- und Rechtssausschuss
überwiesen.
Strukturen der "Medienanstalt HSH"
Das Inkrafttreten des Medienstaatsvertrages ist für
den 1. März 2007 vorgesehen. Mit diesem Datum soll die
Medienanstalt HSH ihre Arbeit aufnehmen. Ziel der Fusion ist es
nach Angaben der Landesregierung, das Gewicht des Medienstandortes
Norddeutschland im Wettbewerb mit anderen Standorten zu stärken.
Künftig soll es einen einheitlichen Ansprechpartner für die
Medienbranche in den Bereichen Aufsicht, Beratung und Service geben.
Zu den Aufgaben der neuen Anstalt soll zudem die Zulassung und
Beaufsichtigung von Rundfunkveranstaltern gehören. Auch die
Effizienz bei der Verwendung des Rundfunkgebührenanteils soll
erhöht werden. Die Finanzierung der Anstalt erfolgt aus einem
Anteil, der in der Rundfunkgebühr bereits enthalten ist. Für den
Übergang, insbesondere im Personalbereich, stehen der neuen Anstalt
zusätzliche Mittel zur Verfügung.
Hintergrund:
Die Landesregierung legt dem Landtag den
Staatsvertrag zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg zur
Einrichtung einer gemeinsamen "Medienanstalt HSH"
zur Ratifizierung vor. Die beiden Regierungschefs Peter
Harry Carstensen und Ole von Beust haben das Papier Mitte
Juni in Hamburg unterzeichnet. Die neue Einrichtung soll
an die Stelle der bisherigen schleswig-holsteinischen
Unabhängigen Landesanstalt für Rundfunk und neue Medien
(ULR) und der Hamburgischen Anstalt für neue Medien (HAM)
treten und ihren Sitz in Norderstedt haben. Das
Inkrafttreten des Medienstaatsvertrages ist für den 1.
März 2007 vorgesehen. Mit diesem Datum soll die
Medienanstalt HSH ihre Arbeit aufnehmen.
Ziele der Fusion ist es nach Angaben der
Landesregierung, das Gewicht des Medienstandortes
Norddeutschland im Wettbewerb mit anderen Standorten zu
stärken. Künftig soll es einen einheitlichen
Ansprechpartner für die Medienbranche in den Bereichen
Aufsicht, Beratung und Service geben. Zu den Aufgaben der
neuen Anstalt soll zudem die Zulassung und Beaufsichtigung
von Rundfunkveranstaltern gehören. Auch die Effizienz bei
der Verwendung des Rundfunkgebührenanteils soll erhöht
werden.
Im Medienstaatsvertrag ist vorgesehen, dass die
Medienanstalt HSH zwei Organe hat: den Direktor und den
Medienrat. Der Medienrat besteht aus 14 Mitgliedern,
sieben aus Hamburg und sieben aus Schleswig-Holstein. Die
Mitglieder werden von den Landesparlamenten gewählt.
Vorschlagsberechtigt für diese Wahl ist jede
gesellschaftlich relevante Gruppe, Organisation oder
Vereinigung mit Sitz in Hamburg oder Schleswig-Holstein.
Der Medienrat beschließt über die Zulassung von
Rundfunkveranstaltern, die Zuweisung von
Übertragungskapazitäten, die Feststellung des
Haushaltsplans sowie über Satzungen und Richtlinien.
Außerdem wählt der Rat den Direktor.
Die Finanzierung der Anstalt erfolgt aus einem
Anteil, der in der Rundfunkgebühr bereits enthalten ist.
Für den Übergang, insbesondere im Personalbereich stehen
der neuen Anstalt zusätzliche Mittel zur Verfügung.
mehr Informationen: plenum-online,
September
2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/september2005/
texte/17_34_kultur_medienanstalt.htm)
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