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Lage und Entwicklung der schleswig-holsteinischen Steuerverwaltung
Große Anfrage der Fraktion der FDP – Drucksache 16/652
Antwort der Landesregierung
Drucksache: 16/824
-Plenarprotokoll-

Minister: Beförderungsstau in
Finanzämtern „wahrlich ein Trauerspiel"

Kiel (SHL/30.06.) Zu wenige, als das Land objektiv brauche, aber zu viele, als es bezahlen könne – so hat Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) die Stellensituation in den Finanzämtern Schleswig-Holsteins zusammengefasst. 442 Stellen waren laut der jüngsten Personalbedarfsrechnung zum 31. Dezember 2003 nicht besetzt, berichtete der Minister in einer Antwort auf eine Große Anfrage der FDP zur "Lage und Entwicklung der schleswig-holsteinischen Steuerverwaltung".

Vor dem Hintergrund, dass die Finanzbeamten durchschnittlich mehr als sieben Jahre auf ihre Beförderung warten müssen, gestand Wiegard auch ein: Der Beförderungsstau sei "wahrlich ein Trauerspiel". Allerdings gelte es bei der angespannten Haushaltslage, einen Kompromiss zwischen Wünschenswertem und Möglichem einzugehen. Wolfgang Kubicki (FDP) warf der Landesregierung im Gegenzug vor, die Finanzbeamten zu demotivieren. Das Thema wurde zur abschließenden Beratung an den Finanzausschuss überwiesen.

Hauptredner: Frank Sauter (CDU), Anna Schlosser-Keichel (SPD), Monika Heinold (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW)

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Hintergrund:  In einer umfangreichen Antwort auf eine Große Anfrage der FDP nimmt die Landesregierung zur "Lage und Entwicklung der schleswig-holsteinischen Steuerverwaltung" Stellung.
  Aus dem Regierungspapier geht hervor, dass im Land bei der letzten Personalbedarfsrechnung der Finanzämter zum Stichtag 31. Dezember 2003 insgesamt 442 Stellen nicht besetzt waren. Der Bedarf betrug 4.275 Stellen, es waren jedoch nur 3.833 Mitarbeiter tätig. Das Finanzministerium erklärt diesen Unterschied mit der "angespannten Haushaltslage". Statistisch gesehen lag Schleswig-Holstein mit 1,27 Finanz-Mitarbeiter pro 1.000 Einwohner unter dem Bundesdurchschnitt von 1,30. Spitzenreiter unter den Ländern ist Berlin mit 1,91 Mitarbeitern, Schlusslicht ist Bayern mit 1,12.
  Von den Beschäftigten in der schleswig-holsteinischen Finanzverwaltung gehörten zum 31. Dezember 2004 rund 38,6 Prozent dem gehobenen Dienst und 61,4 Prozent dem mittleren Dienst an. Damit liegt der Anteil der besser bezahlten Mitarbeiter unter dem Bundesschnitt von 45,5 Prozent. Nur Rheinland-Pfalz und Thüringen haben hier einen niedrigeren Wert. Aufgrund ihres Personalentwicklungskonzeptes für die nächsten zehn Jahre geht die Regierung für die Zukunft von einem "Minderbedarf im mittleren Dienst von deutlich mehr als 100 Stellenanteilen" und "einem Mehrbedarf im gehobenen Dienst" aus. Zum Stichtag 1. April 2006 haben 1.703 schleswig-holsteinische Finanzbeamte auf eine Beförderung gewartet.

mehr Informationen: plenum-online, Februar 2004
(www.sh-landtag.de/plenumonline/februar2004/
texte/37_29_finanzaemter_wirtschaftsfoerderung.htm)

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