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Auf dieser Seite: Schule/Ausbildung 

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Angebot für SchulabgängerInnen
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD – Drs. 16/889
Drucksache: 16/851
-Plenarprotokoll-

Ausbildungsplätze: Schwarz-Rot trotz "schwieriger Lage" optimistisch

Opposition sieht Krise heraufziehen

Kiel (SHL/28.06.). Angesichts der auf den Lehrstellenmarkt drängenden geburtenstarken Jahrgänge und des zu geringen Angebots an Ausbildungsplätzen sieht die Opposition eine "Krise" heraufziehen, die sich zu einer "sozialen Zeitbombe" entwickeln könnte. Grüne, FDP und SSW forderten deshalb im Plenum erhebliche Anstrengungen der Landesregierung – etwa eine schnellere Reaktion auf neue Berufsbilder und den Erhalt von Förderprogrammen für Migranten. Ziel müsse es sein, jedem Bewerber eine Lehrstelle oder ein Qualifizierungsangebot zu vermitteln. Auch die Koalition sprach von einer "schwierigen Lage", sah Schleswig-Holstein aber dennoch auf einem guten Weg. 

CDU und SPD lobten insbesondere das "Bündnis für Ausbildung", in dem seit 1997 Wirtschaftskammern, Arbeitsagenturen und Gewerkschaften zusammenarbeiten. Anlass der Debatte waren zwei ähnlich gelagerte Anträge der Grünen sowie von Schwarz-Rot, die damit Warnrufe des Deutschen Gewerkschaftbundes (DGB) aufnahmen.

Der DGB sieht bundesweit einen Mangel an 31.000 Lehrstellen für das im September beginnende Ausbildungsjahr. In Schleswig-Holstein kämen auf 100 Bewerber nur 77 Lehrstellen. Karl-Martin Hentschel (Grüne) ergänzte im Plenum, dass über 1.200 Jugendliche mehr als im Vorjahr aus den Schulen kommen würden – dazu noch über 3.000 aus "Warteschleifen" wie Berufsqualifizierungsjahren. Sein Fazit: "Das Bündnis ist gescheitert". 

"Die Zahl der Bewerber steigt, die Zahl der Lehrstellen stagniert seit sechs Jahren", ergänzte Ekkehard Klug (FDP). Er warf der Regierung vor, keine Rezepte für die Verbesserung der Ausbildungsreife der Jugendlichen zu haben. Die Zahlen seien "dramatisch, aber nicht überraschend", befand Anke Spoorendonk (SSW). So gehe aus einer jüngst vom Institut der deutschen Wirtschaft veröffentlichten Studie hervor, dass jeder fünfte Jugendliche in der Berufsschule scheitert. Allein 2004 hätten demnach in Deutschland fast 240.000 Jugendliche ihre Berufsschule oder das Berufsvorbereitungsjahr ohne Abschluss verlassen.

CDU warnt vor Panikmache

Die Koalition lobte hingegen das Bündnis als "Erfolgsstory" und "Erfolgsmodell". Es habe bewirkt, dass Schleswig-Holstein seit Jahren im Bund eine Spitzenposition einnehme, so Johannes Callsen (CDU). Er warnte deshalb vor "Panikmache". "Wir werden jedem Bewerber ein Angebot machen", erklärte Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU). Das Land gebe schon jetzt jährlich sechs Millionen Euro in diesem Bereich aus, etwa für Akquisiteure oder für Projekte zur Verbesserung der Ausbildungsqualität. Beide Politiker kritisierten die vielen "nicht ausreichend qualifizierten und motivierten Bewerber" und appellierten an die "eigene Verantwortung" der jungen Menschen.

Anette Langner (SPD) sah eine "angespannte Lage". Zwar seien 23 Prozent der Bewerber noch ohne Lehrstelle, dafür seien aber auch 13 Prozent der Stellen noch unbesetzt. Ihre SPD-Kollegin Jutta Schümann nahm die Betriebe in die Pflicht: "Das Duale System kann zukünftig nur funktionieren, wenn die Wirtschaft ihre Verpflichtung ernst nimmt, Ausbildungsplätze in ausreichendem Maße bereitzustellen."

Der Koalitionsantrag wurde schließlich mit den Stimmen von CDU, SPD und SSW bei Enthaltung von FDP und Grünen angenommen.

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Hintergrund:  Die Grünen fordern die Landesregierung auf, sich für eine bessere Ausbildungsplatz-Situation im Lande einzusetzen. So soll jeder Schulabgänger entweder eine Lehrstelle oder ein Qualifizierungsangebot erhalten. Hintergrund sind verschiedene Warnrufe vor einem Lehrstellenmangel in diesem Jahr. Nach Prognosen der Bundesagentur für Arbeit zum Beispiel werden bis zum Lehrjahresbeginn am 30. September bundesweit etwa 31.000 Lehrstellen fehlen. Der DGB geht davon aus, dass in Schleswig-Holstein auf 100 Bewerber nur 77 Ausbildungsplätze kommen werden.
In einem nachgereichten Antrag stellen CDU und SPD stellen heraus, dass sich das Bündnis für Ausbildung in Schleswig-Holstein bewährt hat und fordern dazu auf, das Engagement des Bündnisses auf hohem Niveau fortzusetzen.
  Für die kommenden Jahre ist nach Angaben der Landesregfierung zudem mit einem Anstieg der Schulabgängerzahlen zu rechnen. So werden 2006 insgesamt 33.000 junge Menschen ins Berufsleben einsteigen. Das sind 1.200 mehr als in diesem Jahr. Ein Rückgang der Schulabgängerzahlen ist nach Regierungsangaben erst 2014 zu erwarten.
  In den vergangen Jahren hat Schleswig-Holstein bei der Lehrstellenvermittlung im bundesweiten Vergleich häufig einen Spitzenplatz eingenommen. Ein Grund hierfür ist das Bündnis für Ausbildung, in dem seit 1997 Wirtschaftskammern, Arbeitsagenturen und Gewerkschaften zusammenarbeiten.

mehr Informationen: plenum-online, Januar 2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2006/texte/25_ausbildung.htm)

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