plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Elbvertiefung 

xxx

Top 26:
Keine Zustimmung von Schleswig-Holstein zur Elbvertiefung
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Drucksache: 16/860
-Plenarprotokoll-

Elbvertiefung: Keine Mehrheit für Planungs-Stopp

Grünen-Antrag gescheitert / CDU, SPD und FDP betonen Konkurrenzfähigkeit des Hamburger Hafens

Kiel (SHL/28.06.) Die Grünen stehen mit ihrem Widerstand gegen die geplante Elbvertiefung auf verlorenem Posten: Mit den Stimmen der großen Koalition und der FDP hat der Landtag einen Antrag der Oppositionspartei, der unter anderem ein "Nein" der Landesregierung zur Fahrrinnenanpassung einforderte, eine Absage erteilt. Als Wirtschaftsmotor Norddeutschlands müsse der Hafen auch in Zukunft international konkurrenzfähig bleiben und in Zukunft auch Schiffen der neuen Container-Generation mit einem Tiefgang von 14,5 Metern den Zugang zur Elbmetropole eröffnen, hieß es aus den Reihen von CDU, SPD und FDP.

Die Grünen warnten in der Debatte vor den ökologischen Folgen einer weiteren Elbvertiefung: Die neuerliche Fahrrinnen-Anpassung würde das Sauerstoffloch in der Unterelbe weiter vergrößern. Zudem sei mit einem Anstieg des Meeresspiegels zu rechnen, der die Deiche in Gefahr bringe. Grundsätzlich müsse vordringlich über die Erarbeitung eines norddeutschen Hafenkonzeptes nachgedacht werden. Rückendeckung für den Vorstoß bekundete der SSW: Statt der Elbvertiefung sprach sich die Partei der dänischen Minderheit für einen Ausbau des Weser-Jade-Ports als Tiefwasserhafen für Norddeutschland aus.

"Ohne Sicherheit der Deiche gibt es keine Vertiefung", trat Umweltminister Christian von Boetticher (CDU) den Bedenken der Grünen entgegen. Ob die Deiche wirklich in Gefahr seien, darüber gebe es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Vor diesem Hintergrund sei er nicht bereit, "Blanko-Schecks gegen die Elbvertiefung" auszustellen, zumal der Hamburger Hafen eine viel zu große Bedeutung für die schleswig-holsteinische Wirtschaft habe.

Die geplante Vertiefung der Unterelbe zwischen Hamburg und der Nordsee soll neuesten Containerschiffen den Zugang zum Hafen der Hansestadt ermöglichen. Es wäre die siebte Vertiefung seit 1850. Derzeit ist die Unterelbe für Schiffe mit einem Tiefgang von maximal 13,50 Meter jederzeit und tideunabhängig befahrbar. Für das zweijährige Bauprojekt, das 2007 begonnen werden soll, müssten rund 33 Millionen Kubikmeter Schlamm ausgehoben werden. Die Kosten werden auf 320 Millionen Euro geschätzt.

Stimmen aus dem Plenum:

Detlef Matthiessen (Grüne): In den nächsten Jahrzehnten darf es im Interesse der Sicherheit von Hunderttausenden von Menschen nicht mehr nur darum gehen, wie man den Fluss den Bedürfnissen der Schifffahrtsökonomie anpasst. Es muss stattdessen eine gezielte Vorsorge für die Deichsicherheit geben.

Hans-Jörn Arp (CDU): Der Antrag der Grünen ist grob fahrlässig. Der Hamburger Hafen wird sein Wachstum nur fortsetzen können, wenn er für Containerschiffe der 5. und 6. Generation tauglich ist. Und davon hängen zur Zeit immerhin 33.000 Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein ab.

Thomas Hölck (SPD): Zur Sicherung vorhandener und Schaffung neuer Arbeitsplätze ist es notwendig, für eine wettbewerbsfähige Seeschifffahrtsstraße zu sorgen. Allerdings ist die geplante Elbvertiefung eine echte Herausforderung, der sich die Wasserbauingenieure und Planer stellen müssen.

Heiner Garg (FDP): Hamburg darf nicht vom Seehandel abgeschnitten werden. Ansonsten würde der Umschlag auf absehbare Zeit zurückgehen, was nicht nur zum Schaden für die Hamburger Wirtschaft wäre, sondern auch für das Umland.

Lars Harms (SSW): In der Vergangenheit ist die Elbe mehrfach vertieft worden. Die Folgen: Die Deiche mussten immer wieder erhöht werden, weil die steigende Fließgeschwindigkeit für immer höhere Wasserstände gesorgt hat.

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:

Der von der Hansestadt Hamburg geplanten weiteren Vertiefung der Elbe soll die schleswig-holsteinische Landesregierung nicht zustimmen. Dies fordern die Grünen in einem Entschließungsantrag. Die Oppositionsfraktion verlangt zunächst belastbare Aussagen über die Auswirkungen der letzten Elbvertiefung 1999.
  Die geplante Vertiefung der Unterelbe zwischen Hamburg und der Nordsee soll neuesten Containerschiffen den Zugang zum Hafen der Hansestadt ermöglichen. Es wäre die siebte Vertiefung seit 1850. Derzeit ist die Unterelbe für Schiffe mit einem Tiefgang von maximal 13,50 m jederzeit und tideunabhängig befahrbar. Die aktuellen Planungen sehen nunmehr vor, dass Schiffe mit einem Tiefgang von 14,50 m in einem etwa zweistündigen Zeitfenster entgegen der auflaufenden Tide den Hafen verlassen können. Für das zweijährige Bauprojekt, das 2007 begonnen werden soll, müssten rund 33 Millionen Kubikmeter Abraum ausgehoben werden. Die Kosten werden auf 320 Millionen Euro geschätzt.
  Die Grünen fordern, statt der Elbvertiefung für mehr Deichsicherheit zu sorgen. Zudem soll der Staatsvertrag mit Hamburg über die Verklappung von Baggergut gekündigt und neu verhandelt werden. Das Volumen des ausgebaggerten Schlicks habe sich in den letzten zehn Jahren verzwanzigfach, so die Begründung. Die Verschlickung der Häfen an der schleswig-holsteinischen Westküste und in Brunsbüttel sei eine Folge davon. Die Landesregierung wird zudem aufgefordert, sich für die Erarbeitung eines norddeutschen Hafenkonzepts einzusetzen.

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Frisch vereidigt – Detlef Matthiessen rückt nach

I n n e n  / R e c h t

1. Lesungen:
Medien-Staatsvertrag
Landes-Beamtengesetz
Offener Kanal
(ohne Aussprache)
Aktuelle Stunde:
Kommunale Finanzen
Wahlen:
V-Schutz-Kommission
(ohne Aussprache)
Richterwahlausschuss
(ohne Aussprache)
Anträge:
Sportcenter Kappeln
Sportboothäfen
Berichte:
Bürokratiekosten
Petitionsausschuss
(ohne Aussprache)
Rundfunk-Staatsvertrag
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

1. Lesung:
Kfz-Zulassung
Aktuelle Stunde:
Kommunale Finanzen
Große Anfrage:
Steuerverwaltung
Antrag:
HSH Nordbank
Berichte:
Bürokratiekosten
Geringverdiener
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Anträge:
Pflege-Portal
Hartz IV
Essstörungen
Lebensmittelkontrollen
Ein-Euro-Jobs
(ohne Aussprache)
Berichte:
Familienpolitik
Kinderbetreuung
Barrierefreies Fernsehen
Integrierte Versorgung
Gesundheitskarte
Bericht d. Bürgerbeauftragten
Beteiligung Jugendliche
(ohne Aussprache)
AIDS-Prävention
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

1. Lesungen:
Stiftung Weltwirtschaft
(ohne Aussprache)
Stift. Wirtschaftswissensch.
(ohne Aussprache)
2. Lesung:
BID- / PACT-Gesetz
Anträge:
Zukunftsprogramm Wirtschaft
Fluglärm Airport Hamburg
Flughafen Jagel
EU-Programm Marco Polo II
Unternehmen/Limited
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Anträge:
Elbvertiefung
Energieträger Kohle
(ohne Aussprache)
Wasserqualität Elbe
(ohne Aussprache)
Berichte:
Geflügel / Stallpflicht
Agrarstruktur / Küstenschutz
Raumordnung Küste u. Meer
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesung:
Leibniz-Institut
Anträge:
Ausbildung f. Schulabgänger
Fach Wirtschaft u. Politik
Föderalismusreform / Bildung
Sportcenter Kappeln
Studienplätze
(ohne Aussprache)
Bericht:
Lehrerausbildung
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Parla.-Forum Südl. Ostsee
EU-Programm Marco Polo II
Bericht:
EU-Programm Ländl. Räume