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Top 29:
Bündnis gegen Essstörungen – Heilungsprozesse durch
Beratung, Behandlung und Begleitung sicherstellen
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Neu: ohne Aussprache
Kiel (SHL). Die Landesregierung soll auf Antrag der
Grünen im Herbst ein schriftliches Konzept zur Einrichtung eines
"Bündnisses gegen Essstörungen" für Schleswig-Holstein
vorlegen. In diesem Bündnis sollen Fachkliniken, niedergelassene
Ärzte, Therapeuten, Kassenärzte und Versicherungsträger ihre
Angebote vernetzen.
Zudem soll die Landesregierung durch gezielte
Öffentlichkeitsarbeit insbesondere bei Mädchen und jungen Frauen
einem übertriebenen Schlankheitsideal entgegenwirken. Zunächst
aber wird sich der Sozialusschuss mit diesem Thema befassen. Die
Ausschussüberweisung wurde mit einer Gegenstimme bei zwei
Enthaltungen veranlasst.
Hintergrund:Die Grünen fordern bis Ende November
eine schriftliches Konzept zur Einrichtung eines
"Bündnisses gegen Essstörungen" für
Schleswig-Holstein. In diesem Bündnis sollen
Fachkliniken, niedergelassene Ärzte, Therapeuten,
Kassenärzte und Versicherungsträger ihre Angebote
vernetzen. Zudem soll die Landesregierung durch gezielte
Öffentlichkeitsarbeit insbesondere bei Mädchen und
jungen Frauen einem übertriebenen Schlankheitsideal
entgegenwirken.
Essstörungen sind kein Ernährungsproblem, sondern
ein gestörter Umgang mit dem Essen. Sie reichen von
wahllosem, zwanghaften In-sich-Hineinstopfen großer
Nahrungsmengen (so genanntes Binge-Eating) bis zur
Verweigerung jeglicher Nahrungsaufnahme. Dieses Verhalten
gilt unter Psychologen als Ausweichverhalten und als
Reaktion auf unbefriedigende Lebensverhältnisse.
Ungefähr 85 Prozent der Betroffenen sind Schätzungen
zufolge Frauen.
Die häufigste Erkrankung in diesem Bereich ist die
Ess-Brech-Sucht, die Bulimie: Laut dem Deutschen Institut
für Ernährungsmedizin und Diätik in Aachen leiden in
Deutschland rund 700.000 Menschen an Essstörungen, davon
etwa 600.000 an Bulimia nervosa; rund 100.000 Menschen
sind an Magersucht (Anorexia nervosa) erkrankt.