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Wird Jagel zum
Überflieger?
Minister zweifelt Potenzialanalyse für
Flughafen an /
FDP sieht Wachstumsimpulse für Landesteil Schleswig
Kiel (SHL/29.06.)
Mit Skepsis hat Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) auf
eine aktuelle Potenzialanalyse für die zivile Mitnutzung des
Militärflughafens Jagel reagiert. Die Befragung des Instituts für
Medienmanagement der Universität Flensburg sei "nicht
aussagekräftig genug", erklärte Austermann in einem von den
Liberalen beantragten, mündlichen Bericht und erinnerte an die
Debatte um den Ausbau des Flughafens Kiel-Holtenau. Auch dort hätten
Gutachten zunächst die Wirtschaftlichkeit des Standortes
prognostiziert. Gleichwohl – so Austermann – sei die große
Koalition bereit, bei Vorlage "vernünftiger Rahmendaten",
das Projekt politisch zu unterstützen. Eine finanzielle Beteiligung
des Landes schloss Austermann aus.
In dieselbe Richtung argumentierten die Redner von
SPD, Grüne und SSW: Für einen Ausbau des Airport Jagel bräuchte
es verlässliche Gutachten und private Investoren. Zudem
unterstrichen sie, dass Jagel einen harten Konkurrenzkampf mit
Billund (Dänemark), Lübeck und Hamburg auszutragen habe. Die
Liberalen und Christdemokraten betonten hingegen die Chancen: Ein
solches Projekt könne durch die geplante Kooperation zwischen
Bundeswehr, Nato und Airgate SH ein Paradebeispiel für eine private
und öffentliche Partnerschaft darstellen und berge erhebliche
Wachstumschancen für den Norden des Landes.
Die Potenzial-Analyse des
Instituts Medienmanagement an der Universität Flensburg geht von
jährlich mindestens 420.000 Passagieren für Urlaubscharter- und
Geschäftsflüge aus. Der Flugplatz ist derzeit Stützpunkt des
Aufklärungsgeschwaders 51 der Luftwaffe. Die Zahl der dort
stationierten rund 50 Tornados soll in den nächsten beiden Jahren
reduziert werden. Zwei Staffeln unbemannter Aufklärungsdrohnen
sollen von 2008 an hinzukommen. Eine zivile Mitnutzung ist bereits
seit 2003 geplant.
Das Konzept für die zivile Nutzung von Teilen des
Militärflugplatzes, die bereits seit dem Jahr 2003 im Gespräch
ist, haben die Betreiber in der Vorwoche der Öffentlichkeit
vorgestellt. Demnach soll der geplante "Airport Jagel"
genügend Passagiere anziehen, um erfolgreich zu sein. Auch die
Finanzierung in Höhe von 51 Millionen Euro sei gesichert. Hierzu
lägen Absichtserklärungen zweier Investoren vor, teilte die Jagel
Airport GmbH & Co. KG mit. Die Eröffnung des Terminals sei
Mitte 2008 vorgesehen.
Stimmen aus dem Plenum:
Heiner Garg (FDP): In Holtenau wurde nie das
Potenzial für Charterverkehr abgefragt. Deshalb ist ein Vergleich
zwischen Jagel und Holtenau nicht angebracht.
Johannes Callsen (CDU): Eine Investition in
den Airport Jagel wäre mit erheblichen Chancen für den Landesteil
Schleswig verbunden. Potentielle Investoren verdienen deshalb die
Unterstützung durch die Politik.
Holger Astrup (SPD): Wer bereit und
finanziell in der Lage ist, 50 Millionen Euro zu investieren und
mögliche Schulden selbst zu tragen, ist in Jagel herzlich
willkommen.
Detlef Matthiessen (Grüne): Wenn sich der
Ausbau Holtenaus in der K.E.R.N.-Region nicht lohnt, wie soll dann
Jagel funktionieren? Außer Ryan Air bevorzugen alle Billiganbieter
große Flughäfen.
Lars Harms (SSW): Die Potenzialanalyse war
schon in Holtenau falsch, warum sollte es in Jagel anders sein. Die
Kunden orientieren sich in Richtung Billund und Hamburg. Wo sollen
all die Fluggäste herkommen?
Hintergrund: Die
FDP fordert die Landesregierung auf, ihre Meinung zum
Nutzungskonzept für den Militär-Flughafen Jagel im Kreis
Schleswig-Flensburg darzulegen. Das Konzept für die
zivile Nutzung von Teilen des Militärflugplatzes bei
Schleswig haben die Betreiber in der Vorwoche der
Öffentlichkeit vorgestellt. Demnach soll der geplante
"Airport Jagel" genügend Passagiere anziehen,
um erfolgreich zu sein, Auch sei die Finanzierung in Höhe
von 51 Millionen Euro gesichert. Hierzu lägen
Absichtserklärungen von zwei Investoren vor, teilte die
Jagel Airport GmbH & Co. KG mit. Die Eröffnung des
Terminals sei Mitte 2008 vorgesehen.
Eine zusätzlich vorgelegte aktuelle
Potenzial-Analyse geht von jährlich mindestens 420.000
Passagieren für Urlaubscharter- und Geschäftsflüge aus.
Es bestehe auch kein Zweifel daran, dass die von den
Betreibern für die bauliche Planung zu Grunde gelegte
Passagierzahl von jährlich 800.000 langfristig
realistisch sein werde.
Nach Betreiberangaben werden nun die Schritte für
das Lärmschutzgutachten und die Genehmigungsverfahren
eingeleitet. Mit der Unterzeichnung des endgültigen
Mitbenutzungsvertrages mit der Bundeswehr sei im Herbst
dieses Jahres zu rechnen. Der Flugplatz ist Stützpunkt
des Aufklärungsgeschwaders 51 der Luftwaffe. Die Zahl der
dort stationierten rund 50 Tornados wird in den nächsten
beiden Jahren reduziert. Zwei Staffeln unbemannter
Aufklärungsdrohnen sollen von 2008 an hinzukommen. Eine
zivile Mitnutzung ist bereits seit 2003 geplant.
mehr Informationen: plenum-online,
September
2004
(www.sh-landtag.de/plenumonline/september2004/texte/13_luftverkehr.htm)
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