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Weiterentwicklung der EU-Programme für Ländliche Räume, Umwelt und Landwirtschaft
Landtagsbeschluss vom 23. Februar 2006 – Drucksache 16/591
Landtagsbeschluss vom 24. März 2006 – Drs. 16/642(neu)
Federführend ist das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
Drucksache: 16/826
-Plenarprotokoll-

Ländliche Räume:
Kürzung der EU-Förderung fällt womöglich geringer aus

Opposition wirft Schwarz-Rot Vernachlässigung des ländlichen Raumes vor

Kiel (SHL/30.06.) Die Kürzung der EU-Finanzmittel für die ländliche Räume fällt womöglich geringer aus als bislang angenommen. Dies hat Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU) in einem von den Grünen und vom SSW beantragten Bericht deutlich gemacht. Genaue Zahlen konnte von Boetticher allerdings nicht nennen. Beim vorliegenden Regierungsbericht handele es sich deshalb um "nicht mehr als einen Zwischenstand". Das Papier geht – nach Absprache zwischen den Bundesländern – von Zuschüssen für das Land in Höhe von 202,8 Millionen Euro aus den verschiedenen EU-Landwirtschaftstöpfen für die Jahre 2007 bis 2013 aus. Das sind nur noch 83 Prozent der Summe, die das Land in der laufenden Förderperiode 2000 bis 2006 erhält (245,1 Millionen).

Dessen ungeachtet kündigte von Boetticher für die kommende EU-Förderperiode eine Neuausrichtung der Politik an. In deren Mittelpunkt werde dann die Umsetzung von Natura 2000, der Natur- und Wasserschutz und die Förderung der Landwirtschaft stehen. Während die Regierungsfraktionen den Bericht als "informativ" bewerteten und die Neuausrichtung der Politik begrüßten, meldete sich die Opposition mit harscher Kritik zu Wort: Liberale und SSW sehen eine Vernachlässigung und Benachteiligung der ländlichen Räume gegenüber den Metropolregionen heraufziehen. Die Grünen warfen der Regierung vor, Strukturpolitik ohne Rücksprache mit den Ansprechpartnern in den ländlichen Räumen zu betreiben.

Ratspräsidentschaft, EU-Kommission und EU-Parlament hatten sich im April nach langen Verhandlungen auf die Grunddaten eines neuen Gemeinschaftshaushalts geeinigt. Der Rückgang der Fördergelder ist vor allem auf die gesunkenen Zahlungen aus der so genannten Zweiten Säule (Agrarumweltmaßnahmen, ländliche Entwicklung) zurückzuführen. Dieser Betrag sinkt um 48 Prozent auf 124,9 Millionen.

Der Bericht wurde an den Umwelt- und Agrarausschuss und den Europaausschuss überwiesen.

Stimmen aus dem Plenum:

Karl-Martin Hentschel (Grüne): Es kann nicht sein, dass die Landesregierung eine Strukturpolitik verabschiedet, ohne dass darüber debattiert wird. Im Grunde weiß im Land keiner, worum es hier eigentlich geht.

Claus Ehlers (CDU): Es macht daher keinen Sinn, Fördermittel mit der Gießkanne zu verteilen oder eine Konzentration nur auf strukturschwache ländliche Räume durchsetzen zu wollen. Sobald wir unsere Stärken vernachlässigen, schwächelt das Land insgesamt.

Ulrike Rodust (SPD): Eine Vielzahl von Kooperationen hat zu Bewegung im ländlichen Raum geführt. 80 Prozent aller Gemeinden haben dank der Fördermöglichkeiten Stärken und Schwächen ermitteln lassen und Projekte angeschoben.

Günther Hildebrand (FDP): Schleswig-Holstein ist mittlerweile so runtergewirtschaft, dass es viele Mittel nicht ausschöpfen kann, weil es keine Möglichkeit zur Ko-Finanzierung gibt. Zuletzt konnten deshalb rund 40 Prozent der Förder-Gelder nicht in Anspruch genommen werden.

Lars Harms (SSW): Landesregierung verspielt Zukunft der ländlichen Räume. Sie setzt die falschen Schwerpunkte. Sie konzentriert sich auf die Metropol-Regionen. Für die ländlichen Räume bleiben nur noch Mittel in Höhe von 38 Millionen Euro übrig.

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Hintergrund:  Auf Antrag von Grünen und SSW berichtet die Landesregierung über die Förderung der ländlichen Räume im Rahmen der neuen EU-Förderperiode 2007 bis 2013. Ratspräsidentschaft, EU-Kommission und EU-Parlament hatten sich im April nach langen Verhandlungen auf die Grunddaten eines neuen Gemeinschaftshaushalts geeinigt.
  Das Landwirtschaftsministerium verweist darauf, dass der genaue Anteil Deutschlands und Schleswig-Holsteins noch nicht feststeht. Ausgehend von einer Absprache zwischen den Bundesländern geht der Bericht aber von Zuschüssen für Das Land in Höhe von 202,8 Millionen Euro aus den verschiedenen EU-Landwirtschaftstöpfen für den Siebenjahres-Zeitraum aus. Das sind nur noch 83 Prozent der Summe, die das Land in der laufenden Förderperiode 2000 bis 2006 erhält (245,1 Millionen). Der Rückgang ist vor allem auf die gesunkenen Zahlungen aus der so genannten Zweiten Säule (Agrarumweltmaßnahmen, ländliche Entwicklung) zurückzuführen. Dieser Betrag sinkt um 48 Prozent auf 124,9 Millionen. Demgegenüber steigen die so genannten Modulationsmittel, also umgeleitete Direktzahlungen an die Landwirte. Ihre Summe erhöht sich schätzungsweise von 13,6 auf 77,9 Millionen.
  Innerhalb Schleswig-Holsteins soll das Geld, gemeinsam mit Bundes-, Landes- und Kommunalmitteln, in das "Zukunftsprogramm Schleswig-Holstein" einfließen, mit dem neben dem ländlichen Raum auch die Wirtschaft, der Arbeitsmarkt sowie die Fischerei unterstützt werden.

mehr Informationen: plenum-online, April 2003
(www.sh-landtag.de/plenumonline/april03/
texte/10_28_fischler_hochwasser.htm)

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Frisch vereidigt – Detlef Matthiessen rückt nach

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