Ratspräsidentschaft, EU-Kommission und EU-Parlament
hatten sich im April nach langen Verhandlungen auf die Grunddaten
eines neuen Gemeinschaftshaushalts geeinigt. Der Rückgang der
Fördergelder ist vor allem auf die gesunkenen Zahlungen aus der so
genannten Zweiten Säule (Agrarumweltmaßnahmen, ländliche
Entwicklung) zurückzuführen. Dieser Betrag sinkt um 48 Prozent auf
124,9 Millionen.
Der Bericht wurde an den Umwelt- und Agrarausschuss
und den Europaausschuss überwiesen.
Stimmen aus dem Plenum:
Karl-Martin Hentschel (Grüne): Es kann nicht
sein, dass die Landesregierung eine Strukturpolitik verabschiedet,
ohne dass darüber debattiert wird. Im Grunde weiß im Land keiner,
worum es hier eigentlich geht.
Claus Ehlers (CDU): Es macht daher keinen
Sinn, Fördermittel mit der Gießkanne zu verteilen oder eine
Konzentration nur auf strukturschwache ländliche Räume durchsetzen
zu wollen. Sobald wir unsere Stärken vernachlässigen, schwächelt
das Land insgesamt.
Ulrike Rodust (SPD): Eine Vielzahl von
Kooperationen hat zu Bewegung im ländlichen Raum geführt. 80
Prozent aller Gemeinden haben dank der Fördermöglichkeiten
Stärken und Schwächen ermitteln lassen und Projekte angeschoben.
Günther Hildebrand (FDP): Schleswig-Holstein
ist mittlerweile so runtergewirtschaft, dass es viele Mittel nicht
ausschöpfen kann, weil es keine Möglichkeit zur Ko-Finanzierung
gibt. Zuletzt konnten deshalb rund 40 Prozent der Förder-Gelder
nicht in Anspruch genommen werden.
Lars Harms (SSW): Landesregierung verspielt
Zukunft der ländlichen Räume. Sie setzt die falschen Schwerpunkte.
Sie konzentriert sich auf die Metropol-Regionen. Für die
ländlichen Räume bleiben nur noch Mittel in Höhe von 38 Millionen
Euro übrig.