In Zahlen will die Unionsfraktion rund 5.000
Stellen im Landesdienst abbauen. Dies soll zum einen dadurch
erreicht werden, dass die in der anstehenden Pensionierungswelle
frei werdenden Stellen durch einen Einstellungsstopp und eine
grundsätzliche Wiederbesetzungssperre nicht wieder besetzt
werden. Zum anderen soll durch Umstrukturierung oder
Aufgabenwegfall frei werdendes Personal in einen zentralen Pool
eingehen, aus dem Stellen wiederbesetzt werden, die für
unverzichtbar gehalten werden. Bei ihren Vorschlägen orientiert
sich die CDU an den Einschätzungen des Dresdener Finanzexperten
Prof. Helmut Seitz, die er dem Finanzausschuss des Landtages im
letzten Jahr vorgelegt hat.
Ministerpräsident: "Es gibt kein
Denkverbot"
Seitz sei dabei parteiübergreifend auf
"ungeteilte Zustimmung" gestoßen, so Wadephul weiter.
Nun müsse es darum gehen, "so schnell wie möglich einen
Prozess einzuleiten, der die demographische Entwicklung der
Verwaltung zu einer Abschmelzung nutzt", ergänzte der
CDU-Finanzexperte Frank Sauter (CDU), der die Sparpläne mit
aufgesetzt hatte. Denn: "Wer hier zu spät kommt, den
bestraft das Leben." Es bestehe "kein Denkverbot",
betonte Ministerpräsident Carstensen, verwies aber zugleich auf
den Koalitionsvertrag, der Personaleinsparungen in den Bereichen
Bildung, Polizei und Justiz ausschließe.
SPD-Fraktionschef Hay begründete die Skepsis der
Sozialdemokraten: Die anstehenden Schulreformen im Lande mit einem
längeren gemeinsamen Lernen und dem Ausbau der Ganztagsschulen
machten einen Personalabbau in diesem Bereich unmöglich. Und die
Polizisten "schieben bereits Hunderttausende Überstunden vor
sich her", so Hay.
Sparvorschläge der Ministerien: "Null,
leere Seite"
"Die
Vorgaben der CDU-Fraktion seien "ein hilfloser Versuch, vom
Versagen der eigenen Regierung abzulenken", befand die
Finanzexpertin der Grünen, Monika Heinold (Foto).
Die CDU-Logik, frei werdendes Personal in einem zentralen Pool zu
sammeln, aus dem Stellen wiederbesetzt werden, die für
unverzichtbar gehalten werden, bedeute eventuell: Frei werdende Verwaltungsmitarbeiter
unterrichten künftig Kinder, sagte Heinold und sprach von einem bildungspolitischen
Blindflug. Ihr Fraktionschef Karl-Martin Hentschel verwies auf eine Kleine
Anfrage seiner Fraktion an die Landesregierung, in der nach
konkreten Sparvorschlägen gefragt wurde. Die Antwort aus fast
allen Ministerien habe gelautet: "Null – leere Seite", so
Hentschel.
Auch Oppositionsführer Wolfgang Kubicki,
Fraktionschef der FDP, hielt die Vorgaben der Union für
"unrealistisch". Bei einer Widerbesetzungssperre sah er
die Gefahr einer "Überalterung" der Verwaltung. Und
Anke Spoorendonk (SSW) forderte, bei den Finanzämtern müsse das
Personal sogar aufgestockt werden, um so die Einnahmen für die
öffentlich Hand zu erhöhen.