Kiel (SHL/06.06.)
Eine Forderung der Grünen-Fraktion, die Landesregierung zur
Entwicklung eines Maßnahmenkatalogs für die Verbesserung der
Klimaschutzbilanz in der Landwirtschaft zu veranlassen, ist im
Plenum auf deutliche Skepsis gestoßen. Zwar waren sich die
Landtagsabgeordneten einig, dass die Landwirtschaft insbesondere
durch hohe Methan-, Lachgas- und Ammoniak-Emissionen zum
Treibhauseffekt wesentlich beiträgt. Zugleich wurde aber auch davor
gewarnt, diesen Bereich isoliert zu betrachten und in der Diskussion
den ökologischen Landbau und den konventionellen Anbau
gegeneinander auszuspielen.
"Klimaschutz
hat nicht nur mit Heizen, Energieerzeugung, Mobilität und Transport
zu tun", begründete Detlef Matthiessen (Foto)
die Forderung seiner Grünen-Fraktion. Breite Zustimmung erhielt er
für seinen Grundgedanken, dass die Landwirtschaft nicht nur zu den
Mit-Verursachern des Klimawandels, sondern auch zu den
Hauptbetroffenen bedingt durch zunehmende Extrem-Wetterlagen
gehört. Im Hinblick auf sich eventuell ausdehnende Wüsten bedeute
dies aber auch, so Umweltminister Christian von Boetticher (CDU),
dass in unseren Breitengraden künftig mehr produziert werden muss
als bisher. In diesem Zusammenhang warnte der Minister davor, den
Öko-Landbau – wie von den Grünen gefordert – zu bevorteilen
und die produktivere konventionelle Erzeugung zu vernachlässigen.
"Wir brauchen mehr Forschung und Lehre im
Zusammenspiel der Bereiche Ökologie, Ökonomie und Soziales",
schloss Lars Harms (SSW) an und präsentierte ein Beispiel: Eine
konventionell gehaltene Kuh, die 10.000 Liter im Jahr bringt,
"ist umweltfreundlicher" als zwei "Öko-Kühe",
die es auf dieselbe Menge bringen. Während Ulrike Rodust (SPD) dazu
aufrief, den landwirtschaftlichen Bereich in den
Klimaschutz-Gesamtplan der Landesregierung einzubeziehen, verwies
Claus Ehlers (CDU) darauf, dass viele der Grünen-Forderungen
bereits umgesetzt würden. Und Günther Hildebrand von der FDP warf
den Grünen vor, ein so sensibles Thema für "parteipolitische
Selbstdarstellung" zu missbrauchen.
Der Antrag wurde dem Umwelt- und Agrarausschuss
zugeleitet.