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Auf dieser Seite: Klimaschutz in der Landwirtschaft 

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Klimaschutz in der Landwirtschaft
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Drucksache: 16/1422
-Plenarprotokoll-

Grüne werben für Klimaschutzziele
in der Landwirtschaft

Plenum warnt vor isolierter Betrachtungsweise

Kiel (SHL/06.06.) Eine Forderung der Grünen-Fraktion, die Landesregierung zur Entwicklung eines Maßnahmenkatalogs für die Verbesserung der Klimaschutzbilanz in der Landwirtschaft zu veranlassen, ist im Plenum auf deutliche Skepsis gestoßen. Zwar waren sich die Landtagsabgeordneten einig, dass die Landwirtschaft insbesondere durch hohe Methan-, Lachgas- und Ammoniak-Emissionen zum Treibhauseffekt wesentlich beiträgt. Zugleich wurde aber auch davor gewarnt, diesen Bereich isoliert zu betrachten und in der Diskussion den ökologischen Landbau und den konventionellen Anbau gegeneinander auszuspielen.

"Klimaschutz hat nicht nur mit Heizen, Energieerzeugung, Mobilität und Transport zu tun", begründete Detlef Matthiessen (Foto) die Forderung seiner Grünen-Fraktion. Breite Zustimmung erhielt er für seinen Grundgedanken, dass die Landwirtschaft nicht nur zu den Mit-Verursachern des Klimawandels, sondern auch zu den Hauptbetroffenen bedingt durch zunehmende Extrem-Wetterlagen gehört. Im Hinblick auf sich eventuell ausdehnende Wüsten bedeute dies aber auch, so Umweltminister Christian von Boetticher (CDU), dass in unseren Breitengraden künftig mehr produziert werden muss als bisher. In diesem Zusammenhang warnte der Minister davor, den Öko-Landbau – wie von den Grünen gefordert – zu bevorteilen und die produktivere konventionelle Erzeugung zu vernachlässigen.

"Wir brauchen mehr Forschung und Lehre im Zusammenspiel der Bereiche Ökologie, Ökonomie und Soziales", schloss Lars Harms (SSW) an und präsentierte ein Beispiel: Eine konventionell gehaltene Kuh, die 10.000 Liter im Jahr bringt, "ist umweltfreundlicher" als zwei "Öko-Kühe", die es auf dieselbe Menge bringen. Während Ulrike Rodust (SPD) dazu aufrief, den landwirtschaftlichen Bereich in den Klimaschutz-Gesamtplan der Landesregierung einzubeziehen, verwies Claus Ehlers (CDU) darauf, dass viele der Grünen-Forderungen bereits umgesetzt würden. Und Günther Hildebrand von der FDP warf den Grünen vor, ein so sensibles Thema für "parteipolitische Selbstdarstellung" zu missbrauchen.

Der Antrag wurde dem Umwelt- und Agrarausschuss zugeleitet.

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Hintergrund:
   Die Grünen fordern von der Landesregierung einen "Maßnahmenkatalog für die Verbesserung der Klimaschutzbilanz durch die Landwirtschaft". Hierzu soll die öffentliche Förderung auf umweltschonende Bewirtschaftung konzentriert und eine Klima- und Energiebilanz erstellt werden.
   Die Grünen schlagen eine Reihe von Einzelschritten vor: So sollen weniger mineralische Dünger und Pflanzenschutzmittel verwendet werden, und die Fördermittel für die intensive Land- und Viehwirtschaft sollen gekappt werden.
   Stattdessen sprechen sich die Grünen für die verstärkte Nutzung von Biomasse als Energieträger und für einen höheren Anteil ökologisch wirtschaftender Betriebe aus. Unter Biomasse versteht man die in der Land- und Forstwirtschaft oder der Entsorgungsindustrie anfallenden Abfallprodukte, die als Energie- und Nährstoffspeicher nutzbar gemacht werden können. Hierzu zählen unter anderem Komposte, Klärschlamm, Gülle, Holzabfälle und Stroh.
   Ende Dezember 2005 gab es in Schleswig-Holstein laut Agrarbericht der Landesregierung insgesamt 466 ökologisch wirtschaftende Erzeugerbetriebe. Dies entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 2,7 Prozent. In Schleswig-Holstein wirtschaften damit etwa 2,6 Prozent der Betriebe nach den Regeln des ökologischen Landbaus. Damit werden insgesamt 31.423 Hektar im Lande ökologisch bearbeitet. Dies bedeutet einen Flächenzuwachs von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit beträgt die Öko-Fläche 3,1 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche.

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