Die
Landesregierung hat in der Vorwoche ihren Haushaltskurs für
die kommenden zwei Jahre vorgezeichnet. Ziel ist es,
erstmals seit 1996 wieder einen verfassungsgemäßen
Haushalt vorzulegen. Kernpunkt auf der Ausgabenseite ist ein
"Zukunftspakt" für Bildung und Wissenschaft mit
einem Volumen von 120 Millionen Euro. Wo allerdings im
Gegenzug gekürzt werden soll, hat die Koalition weitgehend
offen gelassen. Dies wurde von der Opposition heftig
kritisiert.
Aus dem
120-Millionen-Euro-Programm für Bildung und Wissenschaft
entfallen zwölf Millionen auf Betriebskosten für die
Betreuung der Kinder unter drei Jahren. 50 Millionen Euro
sind für das geplante beitragsfreie Kindergarten-Jahr
vorgesehen. Für eine bessere Lehrerversorgung an Gymnasien
sowie Regional- und Gemeinschaftsschulen soll es in den
beiden Haushaltsjahren jeweils 150 zusätzliche
Lehrerstellen geben. Dafür werden insgesamt 22 Millionen
Euro aufgebracht. 36 Millionen Euro fließen in
Spitzenforschung und zusätzliche Studienplätze.
250-Millionen-Lücke
soll bis Juli
geschlossen werden
Zwischen den
Ausgabewünschen der Ressorts und den angepeilten
Gesamtausgaben klafft laut Finanzminister Rainer Wiegard
(CDU) allerdings noch eine Lücke von etwa 250 Millionen
Euro. Sie soll in den nächsten Wochen geschlossen werden.
Am 8. Juli will das Kabinett dann seinen Haushaltsentwurf
beschließen.
Das
vorgesehene Volumen der Gesamtausgaben ist bisher ebenso
wenig bekannt wie der konkrete Umfang der geplanten
Neuverschuldung. Diese werde unter 550 Millionen Euro
liegen, sagte Wiegard. Er sieht Investitionen aus
Landesmitteln von 550 bis 600 Millionen Euro vor. Damit der
Etat verfassungsgemäß ist, müssen die Ausgaben für
Investitionen höher sein als die Neuverschuldung.
Knapp 23
Milliarden Euro Schulden
belasten den Haushalt
Schleswig-Holstein
ist derzeit mit nahezu 23 Milliarden Euro verschuldet und
muss deshalb jährlich eine knappe Milliarde für Zinsen
ausgeben. Diese Ausgaben verzehren zusammen mit den
steigenden Aufwendungen für das Personal und den
Überweisungen an die Kommunen das Plus an Steuereinnahmen
infolge der zuletzt guten Konjunktur. Insgesamt würden die
Ausgaben des Landes weiter wachsen, sagte Finanzminister
Wiegard. Allein die Tarifsteigerungen für das Personal
schlagen nach seinen Angaben mit 100 Millionen Euro zu
Buche. Die Personalkostenquote werde vermutlich aber sinken.
Wann
Schleswig-Holstein einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen
kann, hängt Wiegard zufolge wesentlich davon ab, ob die
Länder gemeinsam mit dem Bund eine Lösung für die
Altschulden im Rahmen der Föderalismuskommission II
hinbekommen.
Der letzte
Doppelthaushalt für die Jahre 2007/2008:
plenum-online, Dezember
2006