Kiel (SHL/18.6.) Badefreunde können sich in
diesem Sommer ohne Bedenken in Nord- und Ostsee oder den
Binnengewässern des Landes abkühlen. „Dem Sprung ins Wasser
steht nichts entgegen. Die laufende Badesaison ist besser als im
vergangenen Jahr", sagte Gesundheitsministerin Gitta
Trauernicht (SPD) als Antwort auf einen von der FDP geforderten
Bericht über die Badequalität in Schleswig-Holstein. Anlass war
der kürzlich vorgelegte Badegewässer-Bericht 2007 der
Europäischen Union. Dieser hatte viele schleswig-holsteinische
Strände schlecht bewertet, weil im vergangenen Jahr die Grenzwerte
bei Fäkalien und Keimen im Badewasser überschritten sowie
zahlreiche Badeverbote ausgesprochen wurden.
„Unsere Badegewässer sind sehr gut bis gut. Das
lassen wir uns durch einen EU-Bericht nicht kaputtreden",
konstatierte Trauernicht im Plenum. Ihren Aussagen zufolge
entsprachen im vergangenen Jahr 13 Strände an den Küsten und 39
von 188 Badestellen an Binnenseen nicht den Qualitätsstandards. In
33 Fällen musste ein zeitweiliges Badeverbot ausgesprochen werden.
„Die Ursachen für die Gewässerbelastungen sind komplex und nicht
immer zu spezifizieren", sagte die Ministerin. Schuld könne
unter anderem das warme Wetter im April gewesen sein.
Neue Sicherheit durch Badegewässerverordnung
Sie wies zudem auf die im April dieses Jahres in
Kraft getretene Badegewässerverordnung in Schleswig-Holstein hin.
Mit ihr werden die Kommunen aufgefordert, ab 2010 Badewasserprofile
mit allen möglichen Quellen für Verschmutzungen aufzuführen. „Das
wird zu einer weiteren Transparenz führen", so Trauernicht.
Die Opposition kritisierte, die Wasserqualität
nehme seit Jahren ab, ohne dass die Regierung handelt. CDU und SPD
sahen dagegen keinen Anlass, von einer Verschlechterung zu reden.
Parteiübergreifend wurde die Bedeutung der Wasserqualität für den
Tourismus hervorgehoben: Schlechte Wasserwerte würden weniger
Besucher ins Land locken.
Stimmen aus dem Plenum:
Ursula Sassen (CDU): Die Wasserqualität der
norddeutschen Strände wird weiterhin gut benotet, während
Badegewässer im Binnenland auch in der Vergangenheit Probleme
hatten. Das ist viel Lärm um wenig Neues.
Regina Poersch (SPD): Männer, Frauen und Kinder
können in Schleswig-Holstein in den allermeisten Gewässern sorglos
baden. Auch Steine, scharfkantige Muscheln, Scherben und Krokodile
sind bei uns kein Problem.
Heiner Garg (FDP): Der Handlungsbedarf ist nach
wie vor groß. Denn die EU verpflichtet die Länder, dass die
geforderten Normen und Ziele in den ausgewiesenen Badegewässern
auch erreicht werden.