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Auf dieser Seite: Rechtsextremismus

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Bericht zur Entwicklung rechtsextremistisch motivierter Straftaten in 2008 und zur Finanzierung von rechts-
extremistischen Vereinen, Stiftungen und Organisationen
Landtagsbeschluss vom 30. Mai 2008 – Drucksache 16/2071)
Federführend ist das Innenministerium
Drucksache: 
16/2096 (pdf)
-Plenarprotokoll-

Weniger rechtsextremistisch motivierte Straftaten

Kiel (SHL/19.06.) Rechtsextremismus verliert in Schleswig-Holstein an Bedeutung, muss aber weiter wachsam beobachtet werden. Diese Essenz zogen Redner aller Fraktionen aus einem von der FDP beantragten Regierungsbericht zur "Entwicklung rechtsextremistisch motivierter Straftaten in 2008 und Finanzierung von rechtsextremistischen Vereinen, Stiftungen und Organisationen", den Innenminister Lothar Hay (SPD) im Plenum vorstellte.

Dem Bericht zufolge hat es in den ersten fünf Monaten 2008 landesweit 242 rechtsextremistisch motivierte Straftaten gegeben. Dies sind 100 weniger als im gleichen Zeitraum 2007. Das Innenministerium zählte 2007 insgesamt 17 rechtsextreme Gewalttaten. Die meisten Anklagen wurden wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen erhoben.

Die meisten rechtsextremen Straftaten gab es in Lübeck (28), die wenigsten im Kreis Plön (2). Gründe für diese regionale Schwankungen gibt es laut Hay nicht. Als „bedenklich" stufte der Innenminister allerdings die zunehmenden Auseinandersetzungen zwischen links- und rechtsradikalen Gruppierungen ein.

Thema Finanzen: Neben der NPD und den „Freien Kameradschaften" gibt es eine Reihe von kleineren rechtsextremen Organisationen. Im Gegensatz zu Parteien, die von der staatlichen Wahlkampfkostenerstattung profitieren, sind diese Klein-Organisationen auf Mitgliedesbeiträge, Spenden und Erbschaften angewiesen. Das Ministerium schätzt ihre finanziellen Ressourcen aber zurzeit als „unbedeutend" ein.

Der Bericht wurde an den Innen- und Rechtsausschuss sowie den Finanzausschuss überwiesen.

Weitere Redner: Thomas Rother (SPD), Peter Lehnert (CDU), Wolfgang Kubicki (FDP), Karl-Martin Hentschel (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW)

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Hintergrund:
  Das Parlament berät einen von der FDP beantragten Regierungsbericht über die Entwicklung der rechtsextremistischen Straftaten in den ersten Monaten des Jahres bis zur Kommunalwahl Ende Mai und über die finanzielle Situation rechtsextremer Gruppierungen. .

Dem vorliegenden Bericht zufolge hat es in den ersten fünf Monaten 2008 landesweit 242 rechtsextremistisch motivierte Straftaten gegeben. Dies ist ein Rückgang gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2007 (342 Straftaten). Das Innenministerium zählte 2007 insgesamt 17 rechtsextreme Gewalttaten. Die meisten Anklagen wurden wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen erhoben. Es gibt regionale Schwankungen: Die meisten rechtsextremen Straftaten gab es in Lübeck (28), die wenigsten im Kreis Plön (zwei).

  Ministerium spricht von „unbedeutenden" 
  finanziellen Ressourcen

Aufgrund der gesunkenen Zahl an Straftaten stellt das Ministerium fest: „Die Erfahrungen aus vergangenen Jahren, wonach gerade im Vorfeld von Wahlen mit einer Zunahme rechtsextremistischer Straftaten durch massive Auseinandersetzungen mit dem linksextremistischen beziehungsweise -autonomen Lager gerechnet werden muss, haben sich im Zusammenhang mit der Kommunalwahl 2008 nicht bestätigt."

Thema Finanzen: Neben der NPD und den „Freien Kameradschaften" gibt es eine Reihe von kleineren rechtsextremen Organisationen. Im Gegensatz zu Parteien, die von der staatlichen Wahlkampfkostenerstattung profitieren, sind diese Klein-Organisationen auf Mitgliedesbeiträge, Spenden und Erbschaften angewiesen. Das Ministerium schätzt ihre finanziellen Ressourcen zurzeit als „unbedeutend" ein.

  Immer mehr gewaltbereite Rechtsextreme

Die Landesregierung verweist zudem auf einen Arbeitskreis der Innenministerkonferenz, der sich bundesweit mit den Finanzquellen rechtsextremistischer Vereinigungen beschäftigt. Aufgrund der Erkenntnisse dieses Arbeitskreises plädieren die Innenminister dafür, rechtsextremen Organisationen die Steuerprivilegien der Gemeinnützigkeit zu entziehen und dem Verfassungsschutz die Möglichkeit zu geben, Ermittlungen zur Finanzsituation dieser Vereine vorzunehmen.

Laut dem im Mai vorgestellten Verfassungsschutzbericht hat sich die Zahl der Rechtsextremisten in Schleswig-Holstein zuletzt kaum verändert. Im vergangenen Jahr wurden 1.410 Mitglieder rechtsextremistischer Parteien und Organisationen erfasst, das sind rund 60 mehr als 2006. Allerdings nahm die Zahl gewaltbereiter Rechtsextremisten um 80 auf insgesamt 740 Personen zu, darunter hauptsächlich Skinheads.

vorherige Debatte zum Thema (Verfassungsschutzbericht):
plenum-online,
Mai 2008

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