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Auf dieser Seite: Fehmarnbelt-Querung

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Top 23
Prüfung einer Alternativtrasse zur Hinterlandanbindung
der festen Fehmarnbelt-Querung

Antrag der Fraktion der FDP
   Aufruf gemeinsam mit:
Top 33
Kostenkalkulation der Hinterlandanbindungen einer geplanten festen Fehmarnbelt-Querung

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Drs.: 16/2715


Fehmarnbelt-Brücke: Grüne 
warnen vor Kostenexplosion

Landtag unterstützt Ostseebäder, die Lärmbelästigungen durch wachsenden Güterzugverkehr fürchten

Kiel (SHL/19.06.) Am Tag nach der Billigung des Staatsvertrages zur Fehmarnbelt-Querung durch den Bundestag haben die Landtagsparteien einmal mehr über den geplanten Brückenschlag zwischen Dänemark und Deutschland gestritten. Dabei äußerten die Grünen und der SSW einmal mehr die Befürchtung, dass das Großprojekt andere wichtige Infrastruktur-Projekte im Lande blockieren könnte. In den Fokus dieser Debatte rückten die Grünen die von Deutschland zu tragende Hinterlandanbindung. Sie forderten von der Landesregierung eine aktualisierte Kostenkalkulation, um das Projekt notfalls noch kippen zu können. Mit diesem Ansinnen stand die Oppositionspartei allerdings allein da. „Wir sind zwar immer noch gegen die Querung", stellte Lars Harms (SSW) klar, aber wenn einmal eine politische Entscheidung gefallen sei, müsse man auch dazu stehen.

Wirtschaftsminister Jörn Biel (CDU) kritisierte, die Grünen würden bei ihrer Warnung vor steigenden Kosten von „falschen Voraussetzungen" ausgehen. Weil es sich um ein „internationales Projekt" handele, würde Schleswig-Holstein keineswegs weniger Geld für Infrastrukturprojekte erhalten. Zuvor hatte Karl-Martin Hentschel (Grüne) die Haltung seiner Partei verteidigt und gemutmaßt, die Debatte sei mit dem Bundestagsbeschluss längst nicht zu Ende. Der Fraktionschef der Grünen verwies dabei auf ein Gutachten des Bundesrechnungshofes, in dem nicht ausgeschlossen wird, dass sich die 2002 veranschlagten Kosten für die Hinterlandanbindung in Höhe von 840 Millionen Euro auf rund 1,7 Milliarden Euro verdoppeln könnten. Da der Bund keine zusätzlichen Mittel einsetzen werde, müsse der Extra-Betrag aus dem schleswig-holsteinischen Anteil am Bundesverkehrswegeplan entnommen werden, befürchtete Hentschel.

Güterzugverkehr bereitet Sorgen

Einigkeit herrschte im Plenum darin, die Beschwerden der Ostseebäder entlang der Bahnstrecke Lübeck – Puttgarden Ernst zu nehmen. Die Tourismusorte befürchten massive Ruhestörungen durch den geplanten zweispurigen Ausbau. Die FDP hatte hierzu gefordert, eine alternative Trassenführung entlang der A1 zu prüfen. Heiner Garg verwies insbesondere auf den Güterzugverkehr, der auf bis zu täglich 150 Züge zunehmen könnte. Garg zeigte sich erfreut, dass die Bahn AG die Forderung seiner Fraktion zwischenzeitlich aufgenommen habe und eine Alternativtrasse prüfen will.

Die Anträge der Grünen und der FDP wurden zur Beratung an den Wirtschaftsausschuss überwiesen.

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Hintergrund:
FDP und Grüne setzen die Hinterlandanbindung der geplanten Fehmarnbelt-Querung erneut auf die Tagesordnung des Landtages. Beide Oppositionsfraktionen fordern eine aktuelle Kostenaufstellung für den Ausbau der Schienen- und Straßenverbindungen nach Puttgarden. Zudem nehmen sie Proteste aus der Region auf. Die Tourismusorte an der Lübecker Bucht fürchten um ihre Attraktivität, falls die vorhandene Bahntrasse zweispurig ausgebaut werden sollte.

 Thema Kosten:
Ein Gutachten des Bundesrechnungshofes hat Anfang Mai Zweifel an der bisherigen Kostenplanung für die Hinterlandanbindung genährt. Die aktuelle Kalkulation stammt aus dem Jahr 2002 und beziffert die Straßen- und Schienenanbindung des Mammut-Projekts auf deutscher Seite mit 840 Millionen Euro. Diese Zahl sei inzwischen veraltet, so die Rechnungsprüfer. Stattdessen gehen sie von einer Verdoppelung auf 1,7 Milliarden aus. Da der Bund keine zusätzlichen Mittel einsetzen werde, müsse der Extra-Betrag aus dem schleswig-holsteinischen Anteil am Bundesverkehrswegeplan zugeschossen werden, so die Befürchtung der Grünen. Hierunter würden dann andere Verkehrsprojekte im Lande leiden.

 Thema Bahntrasse:
Ostholsteinische Tourismusorte wie Timmendorfer Strand, Niendorf, Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt fürchten eine stark steigende Lärmbelastung durch den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke. Die Zahl der Züge würde sich von derzeit 22 auf bis zu 220 pro Tag verzehnfachen, so die Sorge. Vor allem die Güterzüge, ihre Zahl wird auf 160 pro Tag geschätzt, werden als Ruhestörer angeprangert, da sie hauptsächlich nachts fahren. Die Tourismus-Orte fordern eine neue Trasse für den Fern- und den Güterverkehr; der Regionalverkehr soll weiter auf der alten Strecke laufen. Für dieses Anliegen macht sich auch die Landesregierung stark.

Der Protest hat im Mai erste Erfolge gebracht. Die Deutsche Bahn AG hat zugesagt, auch eine alternative Trassenführung zu untersuchen – etwa parallel zur Autobahn 1. Die Bahn will demnach die Ergebnisse ihrer Abschätzung in den kommenden Monaten vorlegen. Die Entscheidung über den tatsächlichen Verlauf treffe aber das Eisenbahnbundesamt.

Unterdessen hat der Bundestag Ende Mai seine Abstimmung über den Fehmarnbelt-Staatsvertrag, den Deutschland und Dänemark im vergangenen September abgeschlossen haben, auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Hinterlandanbindung war zuletzt im Herbst vergangenen jahres Thema im Landtag (plenum-online Oktober 2008).

Weitere Debatten zum Thema:
plenum-online
Februar 2009Mai 2008Juli 2007 

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert...
... um R. Bünemann
Der Landtag trauert
...
...um H.-J. Zimmermann

Sozialer Tag
...
...Melanie hilft im Landtag

Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zur HSH Landesbank 

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Telekommunikationsgesetz
Justizdolmetscher
(ohne Aussprache)
Wahlalter
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Schuldenbremse
Gerichtsorganisationsgesetz
(ohne Aussprache)
Wahl:
Datenschutzbeauftragter
(ohne Aussprache)
Antrag:
Ladenöffnungszeiten Kiel
Bericht:

Normenkontrollantrag
zur Amtsordnung

(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zur HSH Landesbank 

2. Lesung:

E-Government
(ohne Aussprache)
Antrag:
Landesbanken-Struktur
Bericht:

Mehrwertsteuersätze
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
LKW-Maut
Fehmarnbelt-Querung
CCS-Gesetz
Danfoss-Werk Flensburg
Aufsichtsrat Flughafen Hamburg
(ohne Aussprache)
Berichte:

Konjunkturpaket II

Investitionen Mittelstand

Dt.-dän. Infrastruktur
(ohne Aussprache)

Flughafen Lübeck-
Blankensee

(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesungen:

Hochschulzulassungsgesetz
Leibniz-Institut
(ohne Aussprache)
Anträge:
Lärmschutz in Bildungseinrichtungen
Politische Bildung
Sozialstaffel für KiTas
Science-Center Kiel
Bachelor / Master
Berichte:

Auslandsabschlüsse

Wissenschaftskonferenz

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

2. Lesung:

Pflegegesetzbuch
Anträge:
Alkoholkonsum Jugendliche
Qualitätskennzeichnung Lebensmittel u. Gaststätten
Berichte:

Barrierefreie Bauten

Pflegereform
(ohne Aussprache)

Bürgerbeauftragte
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Bericht:

Gentechnik
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Parlamentsforum Nordsee
Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen
Seeverkehr
(ohne Aussprache)