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Hoffnungsschimmer
für Danfoss-Mitarbeiter ?
Wirtschaftsminister
Biel setzt auf
„Kurzarbeit null"-Modell
Kiel (SHL/17.6.2009). Die
Landesregierung gibt den Kampf um das Danfoss-Werk in Flensburg nicht
verloren. Dies hat Wirtschaftsminister Jörn Biel (CDU) in einem vom SSW
beantragten Bericht deutlich gemacht. Nach ersten Gesprächen mit der
Geschäftsführung und dem Betriebsrat des Unternehmens, das
Kompressoren für Kühlgeräte im Haushalts- und kommerziellen Bereich
produziert, setze die Landesregierung kurzfristig auf das Modell „Kurzarbeit
null", so Biel. Das würde bedeuten, dass die Beschäftigten im
April 2010 nicht auf die Straße gesetzt werden, sondern für 60 Prozent
der Netto-Bezüge zwei Jahre länger in Lohn und Brot bleiben können.
Für die Zeit danach hofft der Minister darauf, das
dänische Unternehmen dazu bewegen zu können, Kapazitäten „für
andere Produktlinien" am Standort zu nutzen. Danfoss würden dafür
Investitionsbeihilfen in Höhe von 15 Prozent zur Verfügung stehen. Ein
weiteres Gespräch mit der Firma über die Zukunft des Werkes stehe am
8. Juli auf der Agenda, erklärte der Minister und stellte klar, dass
sich Danfoss nach fünf Jahrzehnten am Standort Flensburg seiner
Verantwortung bewusst sein müsse.
Kritik am
Krisenmanagement des Ministers
Biel, der laut SSW in einer ersten Reaktion das Vorgehen der
Danfoss-Geschäftsführung als „richtig"
bezeichnet haben soll, musste im Plenum harsche Kritik für sein
Krisenmanagement einstecken. Anke Spoorendonk (SSW) brandmarkte es als
„dilettantisch". Er sei nicht nur ein „Minister der
Wirtschaft", sondern auch ein „Minister der Menschen" und
als dieser hätte er das Gespräch mit dem Betriebsrat früher suchen
und tröstende Worte für die Arbeitnehmer im Flensburger Werk finden
müssen. In dieselbe Richtung argumentierten Regierungsfraktionen, FDP
und Grüne. Auf ein grundsätzlich positives Echo stieß die
Ankündigung Biels mit Danfoss über das Modell „Kurzarbeit null"
weiter zu verhandeln.
Die Firma Danfoss hatte Ende Mai angekündigt, seine
Produktion in der Fördestadt im nächsten April zu schließen und nach
China und in die Slowakei zu verlagern. Davon betroffen sind 450
Beschäftigte. Als Grund nannte Danfoss den dramatischen Rückgang des
Kompressoren-Umsatzes. In den vergangenen Jahren war das Werk immer
wieder von Massenentlassungen getroffen worden. Zwischen 2005 und 2007
verloren rund 400 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz, zwischen 2008 und
2009 mussten 250 Menschen gehen. Zuletzt war im April und Mai dieses
Jahres 30 Beschäftigten gekündigt worden. Von den neuen
Schließungsplänen zunächst nicht betroffen sind die Sparten Produkt-
und Technologieentwicklung sowie der Vertrieb in Flensburg. Danfoss ist
mit einem Umsatz von etwa 3,6 Milliarden Euro und rund 22.000
Mitarbeitern – davon 2.100 in Deutschland – einer der größten
dänischen Industriekonzerne.
Weitere Redner:
Susanne Herold (CDU), Ingrid Franzen (SPD), Heiner Garg (FDP),
Detlef Matthiessen (Grüne)
Hintergrund:
Die Landesregierung soll im Landtag über ihre
Bemühungen zur Rettung des Danfoss-Werkes in Flensburg
berichten. Das fordert der SSW und sieht hier besonders
Wirtschaftsminister Jörn Biel (CDU) in der Pflicht. Er
habe sich nicht ausreichend für die Beschäftigten
eingesetzt, so der Vorwurf.
Das
Unternehmen hat Ende Mai angekündigt, seine Produktion in
der Fördestadt im nächsten April zu schließen und nach
China und in die Slowakei zu verlagern. Davon betroffen
sind 450 Beschäftigte. Als Grund nannte Danfoss den
dramatischen Rückgang des Kompressoren-Umsatzes. In den
vergangenen Jahren war das Werk immer wieder von
Massenentlassungen getroffen worden. Zwischen 2005 und
2007 verloren rund 400 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz,
zwischen 2008 und 2009 mussten 250 Menschen gehen. Zuletzt
war im April und Mai dieses Jahres 30 Beschäftigten
gekündigt worden.
"Kurzarbeit
null"
Von den
neuen Schließungsplänen zunächst nicht betroffen sind
die Sparten Produkt- und Technologieentwicklung sowie der
Vertrieb in Flensburg. Danfoss ist mit einem Umsatz von
etwa 3,6 Milliarden Euro und rund 22.000 Mitarbeitern –
davon 2.100 in Deutschland – einer der größten
dänischen Industriekonzerne.
Unterdessen
ist der Danfoss-Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall
mit dem Konzern in Verhandlungen getreten. Die
Mitarbeiter-Vertreter wollen erreichen, dass die
Beschäftigten im April 2010 nicht auf die Straße gesetzt
werden, sondern zwei Jahre lang "Kurzarbeit
null" ableisten. Damit wären sie weiter bei der
Firma angestellt und würden mindestens 60 Prozent ihrer
Nettolöhne erhalten. Die nächste Verhandlungsrunde soll
am 24. Juni stattfinden.
Auch
Politiker aller Parteien haben sich für die
Danfoss-Beschäftigten eingesetzt. Ministerpräsident
Peter Harry Carstensen (CDU) hat angekündigt, „das
gesamte Förder-Instrumentarium des Landes" nach
Möglichkeiten zu überprüfen, wie der Standort am Leben
gehalten werden kann. Arbeitsminister Uwe Döring (SPD)
will gemeinsam mit Wirtschaftsminister Biel ein Konzept
für die Beschäftigten erarbeiten und mit der
Konzernleitung darüber verhandeln.
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