Es ist
davon auszugehen, dass der Arbeitsplatzabbau und die Frage
des Erhalts von Standorten zum Knackpunkt in der weiteren
Diskussion wird, ebenso wie die künftigen
Geschäftsmodelle und die Kernkompetenzen der neuen
Landesbanken. Die Länder stehen jedoch unter
Einigungsdruck. Zum einen macht der Bund die Einrichtung
einer "Bad Bank" für die Risiko-Papiere der
Landesbanken von einer Neugliederung abhängig. Zum
anderen gibt es wettbewerbsrechtliche Vorgaben der EU.
Mit der
Grundsatzeinigung der Länder ist die Voraussetzung für
Bundes-Hilfen geschaffen. Geplant ist nach einer Einigung
im Bundeskabinett aus der vergangenen Woche, dass die
bereits bestehende Finanzmarktstabilisierungsanstalt (FMSA)
in Frankfurt in eine öffentlich-rechtliche Anstalt
umgewandelt wird. Unter dem Dach dieser "Bad
Bank" entstehen dann selbstständige Unteranstalten,
in die die Landesbanken ihre toxischen Papiere und
Abbau-Geschäftsfelder auslagern können. Diese Lösung
wird auch AIDA genannt – "Anstalt in der
Anstalt". Die Bundesregierung strebt an, den
gesetzlichen Rahmen noch vor der Sommerpause zu schaffen.
Die HSH
Nordbank, die zu 80 Prozent den Ländern
Schleswig-Holstein und Hamburg gehört, gilt als ein
Kandidat für das AIDA-Modell. Ihr Sanierungskonzept sieht
die Halbierung der Bilanzsumme vor. Die Kernbank mit einer
Bilanzsumme von rund 100 Milliarden Euro soll sich demnach
künftig um Schiffsfinanzierungen, heimische Immobilien
und die regionale Wirtschaft kümmern. Demgegenüber will
die HSH andere Geschäftsfelder im Umfang von 80
Milliarden, etwa das ausländische Immobiliengeschäft,
und faule Wertpapiere im Wert von über 20 Milliarden in
eine Abbaubank abgeben.
Vorbehalte der Sparkassen zum AIDA-Modell
Unklar ist
noch, welche Landesbanken die Staatshilfen nutzen wollen.
Neben der HSH gilt die WestLB als ein Anwärter. Die
BayernLB und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
loten zudem auch andere Lösungen aus. Die
Hessisch-Thüringische Landesbank (Helaba) hat bereits
angekündigt, sich nicht beteiligen zu wollen.
Kritik am
AIDA-Modell kommt von den Sparkassen, die ebenfalls an der
HSH beteiligt sind. Sie bemängeln, dass mögliche
Verluste der Abbaubank nicht vom Bund, sondern von den
Eigentümern getragen werden müssten. Hierfür müssten
die Sparkassen Rücklagen bilden, so die Befürchtung.