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Auf dieser Seite: Landesbanken-Struktur

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Top 32
Neuordnung und Konsolidierung des 
Landesbankensektors

Antrag der Fraktion der FDP

Landesbanken-Neuordnung:
Carstensen will sich noch
nicht festlegen

Sorge um Bankenplatz Kiel, wenn 
die HSH Nordbank fusioniert

Kiel (SHL/17.06.) Die schleswig-holsteinische Landesregierung will sich in der Diskussion um die Zukunft der Landesbankenlandschaft derzeit nicht auf ein Modell festlegen. Hierfür ist es nach Auffassung von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) „noch zu früh". Der Regierungschef zeigte sich in einem von der FDP beantragten Regierungsbericht zwar „offen für Kooperationen" der zum Teil landeseigenen HSH Nordbank mit anderen Instituten. Er betonte aber erneut, dass andere Landesbanken erst ein neues Geschäftsmodell entwickeln müssten. Mit dieser abwartenden Haltung gab sich die Opposition nicht zufrieden.

Carstensens Einschätzung, „wir haben ein klares Konzept und sind damit weiter als andere Institute", ließ Oppositionsführer Wolfgang Kubicki (FDP) nicht stehen. „Die Entwicklung droht über uns hinwegzurollen", befürchtete er. „Wir erwarten eine klare Positionierung des Landes Schleswig-Holstein, die vom ganzen Parlament mitgetragen wird".

"Bad-Bank"-Modell im Gespräch

Die HSH hat im Vorjahr 2,7 Milliarden Euro Verlust eingefahren und konnte nur durch eine Milliardenspritze der Anteilseigner Schleswig-Holstein und Hamburg vor der Insolvenz gerettet werden. Nun wird darüber nachgedacht, die "Schrottpapiere" sowie nicht zukunftsträchtige Geschäftsfelder unter das Dach einer Bundesanstalt auszulagern. Für so ein "Bad-Bank"-Modell stellt der Bund allerdings Bedingungen: Der gesamte deutsche Landesbankensektor mit zurzeit sieben Instituten soll sich bis Ende 2010 neu gliedern. Bei regionalen oder funktionalen Zusammenschlüssen steht aber auch der Bankenplatz Kiel zur Disposition.

Anke Spoorendonk (SSW) forderte vor diesem Hintergrund, „dass der Erhalt des Bankenstandortes Kiel bei der Neuausrichtung der Landesbankenstruktur für die Landesregierung unabdingbar ist". Sie erwarte von der Landesregierung, in Berlin „mit harten Bandagen" zu verhandeln. Auch der CDU-Abgeordnete Tobias Koch zeigte sich kritisch gegenüber einer „Mega-Landesbank" und setzte sich für ein „Geschäftsmodell mit regionalem Bezug" ein.

Rot-grüner Ideenpakt

Konkrete Vorschläge zur zukünftigen Rolle Kiels stellte SPD-Fraktionschef Ralf Stegner vor. Er empfahl, eine bundesweite „Holding mit Außenstellen für regionale Geschäftsfelder" einzurichten. Nach diesem Modell könnte Kiel für den Schiffbau und Hamburg für den Flugzeugbau zuständig sein. Diesen Kurs unterstützte Monika Heinold (Grüne). Denn: „Bei nur noch zwei oder drei fusionierten Banken werden wir den Standort Kiel nicht erhalten können." Allerdings müssten sich die Länder mittelfristig zugunsten der Sparkassen aus den Landesbanken zurückziehen.

Stegners Modell stieß jedoch beim CDU-Finanzexperten Frank Sauter auf Vorbehalte. Es stehe im Gegensatz zu dem, was die SPD im Bundestag äußert. Er bezog sich damit auf Zeitungsberichte, wonach die sozialdemokratischen Haushaltspolitiker „Sonderfinanzierer", wie die HSH bei den Schiffen, grundsätzlich abschaffen wollen.

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Hintergrund:
Die Landesregierung soll im Plenum über die jüngsten Verhandlungen zur Zukunft der Landesbanken berichten. Das fordert die FDP. Die Liberalen wollen zudem wissen, wie sich die Umstrukturierung des öffentlich-rechtlichen Bankensektors auf die HSH Nordbank und den Standort Kiel auswirkt.

Nach der grundsätzlichen Einigung der Ministerpräsidenten vom Monatsanfang stehen die von der Finanzkrise besonders betroffenen Landesbanken vor einer radikalen Neuordnung. Die Länder einigten sich in Berlin auf einen Umbau der derzeit sieben Geldinstitute bis Ende 2010. Ziel sind effizientere Strukturen und neue Geschäftsmodelle. Folge werden dann wohl auch Einschnitte bei Arbeitsplätzen und Standorten sein. Dem Vernehmen nach sollen mit den Sparkassen, die neben den Ländern Eigentümer der Landesbanken sind, unverzüglich Gespräche aufgenommen und eine Schrittfolge bei der Konsolidierung vereinbart werden.

  Arbeitsplätze im Fokus der Diskussion

Es ist davon auszugehen, dass der Arbeitsplatzabbau und die Frage des Erhalts von Standorten zum Knackpunkt in der weiteren Diskussion wird, ebenso wie die künftigen Geschäftsmodelle und die Kernkompetenzen der neuen Landesbanken. Die Länder stehen jedoch unter Einigungsdruck. Zum einen macht der Bund die Einrichtung einer "Bad Bank" für die Risiko-Papiere der Landesbanken von einer Neugliederung abhängig. Zum anderen gibt es wettbewerbsrechtliche Vorgaben der EU.

Mit der Grundsatzeinigung der Länder ist die Voraussetzung für Bundes-Hilfen geschaffen. Geplant ist nach einer Einigung im Bundeskabinett aus der vergangenen Woche, dass die bereits bestehende Finanzmarktstabilisierungsanstalt (FMSA) in Frankfurt in eine öffentlich-rechtliche Anstalt umgewandelt wird. Unter dem Dach dieser "Bad Bank" entstehen dann selbstständige Unteranstalten, in die die Landesbanken ihre toxischen Papiere und Abbau-Geschäftsfelder auslagern können. Diese Lösung wird auch AIDA genannt – "Anstalt in der Anstalt". Die Bundesregierung strebt an, den gesetzlichen Rahmen noch vor der Sommerpause zu schaffen.

Die HSH Nordbank, die zu 80 Prozent den Ländern Schleswig-Holstein und Hamburg gehört, gilt als ein Kandidat für das AIDA-Modell. Ihr Sanierungskonzept sieht die Halbierung der Bilanzsumme vor. Die Kernbank mit einer Bilanzsumme von rund 100 Milliarden Euro soll sich demnach künftig um Schiffsfinanzierungen, heimische Immobilien und die regionale Wirtschaft kümmern. Demgegenüber will die HSH andere Geschäftsfelder im Umfang von 80 Milliarden, etwa das ausländische Immobiliengeschäft, und faule Wertpapiere im Wert von über 20 Milliarden in eine Abbaubank abgeben.

  Vorbehalte der Sparkassen zum AIDA-Modell

Unklar ist noch, welche Landesbanken die Staatshilfen nutzen wollen. Neben der HSH gilt die WestLB als ein Anwärter. Die BayernLB und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) loten zudem auch andere Lösungen aus. Die Hessisch-Thüringische Landesbank (Helaba) hat bereits angekündigt, sich nicht beteiligen zu wollen.

Kritik am AIDA-Modell kommt von den Sparkassen, die ebenfalls an der HSH beteiligt sind. Sie bemängeln, dass mögliche Verluste der Abbaubank nicht vom Bund, sondern von den Eigentümern getragen werden müssten. Hierfür müssten die Sparkassen Rücklagen bilden, so die Befürchtung.

Vorherige Debatten zum Thema HSH Nordbank:
plenum-online
Mai 2009 - Dringlichkeit und  Regierungsbericht

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert...
... um R. Bünemann
Der Landtag trauert
...
...um H.-J. Zimmermann

Sozialer Tag
...
...Melanie hilft im Landtag

Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zur HSH Landesbank 

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Telekommunikationsgesetz
Justizdolmetscher
(ohne Aussprache)
Wahlalter
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Schuldenbremse
Gerichtsorganisationsgesetz
(ohne Aussprache)
Wahl:
Datenschutzbeauftragter
(ohne Aussprache)
Antrag:
Ladenöffnungszeiten Kiel
Bericht:

Normenkontrollantrag
zur Amtsordnung

(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

Einrichtung eines Untersuchungsausschusses zur HSH Landesbank 

2. Lesung:

E-Government
(ohne Aussprache)
Antrag:
Landesbanken-Struktur
Bericht:

Mehrwertsteuersätze
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
LKW-Maut
Fehmarnbelt-Querung
CCS-Gesetz
Danfoss-Werk Flensburg
Aufsichtsrat Flughafen Hamburg
(ohne Aussprache)
Berichte:

Konjunkturpaket II

Investitionen Mittelstand

Dt.-dän. Infrastruktur
(ohne Aussprache)

Flughafen Lübeck-
Blankensee

(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesungen:

Hochschulzulassungsgesetz
Leibniz-Institut
(ohne Aussprache)
Anträge:
Lärmschutz in Bildungseinrichtungen
Politische Bildung
Sozialstaffel für KiTas
Science-Center Kiel
Bachelor / Master
Berichte:

Auslandsabschlüsse

Wissenschaftskonferenz

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

2. Lesung:

Pflegegesetzbuch
Anträge:
Alkoholkonsum Jugendliche
Qualitätskennzeichnung Lebensmittel u. Gaststätten
Berichte:

Barrierefreie Bauten

Pflegereform
(ohne Aussprache)

Bürgerbeauftragte
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Bericht:

Gentechnik
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Parlamentsforum Nordsee
Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen
Seeverkehr
(ohne Aussprache)