Kiel (SHL/18.06.) Der
Landtag konnte sich nicht darauf einigen, Schleswig-Holsteins
kleinen und mittelständischen Unternehmen in Zeiten der
Wirtschaftsflaute ein neues Programm für Investitionshilfen
anzubieten. Grundlage der Debatte war ein Vorstoß der Liberalen,
heimischen Betrieben mit Maßnahmen wie Bürokratieabbau und einer
leichteren Vergabe von staatlichen Kleinkrediten unter die Arme zu
greifen. Letztendlich votierten CDU, SPD, Grüne und SSW gegen den
Antrag. Allerdings bekundeten insbesondere die Christdemokraten
grundsätzlich Sympathie für das Ansinnen der Liberalen. Doch im
Wirtschaftsausschuss konnten sie sich mit ihrem Koalitionspartner
SPD nicht auf ein gemeinsames Maßnahmenpaket verständigen.
Eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für den
Mittelstand wäre nach wie vor „erstrebenswert", bedauerte
Johannes Callsen (CDU) in der Debatte. Auch Heiner Garg (FDP) und
Lars Harms (SSW) äußerten sich enttäuscht, dass sich die Parteien
im Sinne der Menschen und der Wirtschaft nicht auf einen gemeinsamen
Nenner verständigen konnten.
Dagegen warf der SPD-Abgeordnete Bernd Schröder der
Union vor, die SPD für das Scheitern der Verhandlungen im Ausschuss
verantwortlich zu machen und den Eindruck zu erwecken, „die SPD
ist nicht für den Mittelstand". Dabei seien es die
Sozialdemokraten gewesen, die in 21 Jahren Regierungsverantwortung,
Förderinstrumente wie etwa die Investitionsbank auf den Weg
gebracht hätten.
Grüne und Minister sehen geringen
finanziellen Spielraum
Detlef Matthiessen (Grüne) monierte mit Blick auf
die finanzielle Schieflage des Landeshaushaltes, dass die Liberalen
keine realistischen Vorschläge unterbreitet hätten. In dieselbe
Richtung argumentierte Agrarminister Christian von Boetticher (CDU),
der für den abwesenden Wirtschaftsminister Jörn Biel (CDU) ans
Rednerpult trat. So seien die gewünschten
Bürokratieerleichterungen nicht zu realisieren, weil es dafür kaum
noch Spielraum gebe, ohne mit Bundes- und Europarecht in Konflikt zu
geraten.
Die FDP hatte unter anderem ein Programm zur
betriebswirtschaftlichen Beratung auflegen wollen, das Unternehmen
eine Schwachstellenanalyse und eine bessere Vorbereitung auf
Bankgespräche bietet. Darüber hinaus regten sie an,
Genehmigungsverfahren so weit wie möglich in Anzeigeverfahren
umzuwandeln, statistische Berichtspflichten abzubauen und die
geltenden Regelungen des Bau-, des Naturschutz- und des
Denkmalrechts auf den Prüfstand zu stellen. Zudem fordert die FDP
„effiziente Verwaltungsstrukturen" und den Ausbau des
E-Government.