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Auf dieser Seite: Sparkassengesetz 

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Top 4:
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Sparkassengesetzes
Gesetzentwurf der Fraktionen von CDU und FDP – Drs. 17/250
(Ausschussüberweisung am 25. Februar 2010)
Bericht und Beschlussempfehlung des Innen- und Rechtsausschusses – Drucksache 17/585  
Änderungsantrag der Fraktionen von CDU und FDP – 
Drucksache 17/617

Neue Ära für Sparkassen: 
Breitere Kapitalbasis oder 
Einfallstor für Private?

Neues Sparkassengesetz nach heftigem 
Schlagabtausch beschlossen

Kiel (SHL/18.06.) Schleswig-Holsteins Sparkassen können künftig Anteile verkaufen und so Investoren von außerhalb ins Boot holen. Das sieht die schwarz-gelbe Reform des Sparkassengesetzes vor, die der Landtag nach heftiger Debatte verabschiedet hat. In namentlicher Abstimmung votierten alle 48 Koalitionsabgeordneten für die umstrittene Neuregelung. Die Opposition war geschlossen dagegen. CDU und FDP wollen den Instituten die Möglichkeit geben, ihre Kapitalbasis zu verbreitern und so die Finanzkrise besser zu meistern. Kritiker sehen hierin jedoch ein Einfallstor für private Rendite-Interessen, die den Gemeinwohl-Charakter der Kassen verdrängen könnten.

Keine Sparkasse sei gezwungen, ihre Anteile zu veräußern, stellte die FDP-Abgeordnete Katharina Loedige klar: „Aber die, die es für richtig halten, können einen Dritten aus der Sparkassenfamilie ins Haus holen." Das sichere die Kreditversorgung der heimischen Wirtschaft. Demgegenüber monierte Monika Heinold (Grüne), das neue Gesetz biete „keine hundertprozentige Garantie" für den öffentlich-rechtlichen Charakter der Institute. Sie beschwor „die Gefahr, dass dieser Gesetzentwurf ein nicht wieder rückgängig zu machender Einstieg in die Privatisierung der Sparkassen ist".

  Diskussion um Haspa und 
  "Einstiegsbremse" der Koalition

Die 15 Nord-Kassen mit ihren 350 Filialen und 8.400 Mitarbeitern können nun aus ihren Rücklagen Stammkapital bilden, das auch veräußert werden darf. Damit steht der Weg für öffentlich-rechtliche Institute aus ganz Deutschland offen, sich mit bis zu 25,1 Prozent an Sparkassen in Schleswig-Holstein zu beteiligen. Die Neuregelung zielt insbesondere auf die Hamburger Sparkasse (Haspa) ab, die an einigen Nord-Kassen interessiert sein soll. Hieran entzündet sich die Hauptkritik. Denn: Es sei unklar, ob die Haspa aufgrund ihres besonderen rechtlichen Status ein öffentlich-rechtliches Institut sei. Falls nicht, könnte ein Einstieg der Haspa zur Folge haben, dass sich auch andere, private Geldhäuser vor EU-Gerichten bei den Sparkassen einklagen.

Dem hat die Koalition jedoch nach eigener Überzeugung einen Riegel vorgeschoben: So muss das Innenministerium Verträge zur Übertragung von Stammkapital genehmigen. Falls die Haspa oder ein anderer Investor im Nachhinein als privater Träger eingestuft wird, muss die Übertragung der Anteile rückgängig gemacht werden. Damit sei „jede Möglichkeit einer Privatisierung ausgeschlossen", bekräftigte der CDU-Finanzexperte Tobias Koch. Darüber hinaus darf das Ministerium von den Träger-Kommunen nicht verlangen, ihre Anteile zu verkaufen um so ihre Haushalte zu sanieren. Den Erlös aus einer Anteilsübertragung müssen die Träger mindestens zehn Jahre lang als stille Einlage in der Sparkasse belassen.

  Opposition: Wirtschaftliberale 
  sind bereits in Lauerstellung

Die Opposition schlug trotz dieser Hürden Alarm. „Auf EU-Ebene lauern Wirtschaftliberale nur auf einen Anlass, den öffentlich-rechtlichen Charakter der deutschen Sparkassen endlich zu Fall zu bringen", warnte der SPD-Abgeordnete Thomas Rother. Uli Schippels (Linke) ging vor allem die FDP an. Es gehe den Liberalen „um die Durchsetzung ihres falschen Dogmas, dass privat per se gut und öffentlich und staatlich automatisch schlecht ist". Und Lars Harms (SSW) befürchtete, dass bei einem Haspa-Einstieg die Gewinne der Kassen „an anonyme Kapitalgeber in landesfremde Gebiete" abwandern.

Innenminister Klaus Schlie (CDU) zeigte sich dagegen überzeigt, dass das neue Gesetz die Sparkassen „noch zukunftssicherer" macht. Angesichts der neuen Möglichkeiten würden die Kommunen „verantwortungsvoll und mit Weitsicht agieren", so Schlie.

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Hintergrund:
Die umstrittenen Pläne von CDU und FDP für die Sparkassen in Schleswig-Holstein gehen mit einigen Änderungen zur Entscheidung in den Landtag. Die Koalition will damit besonders der Hamburger Sparkasse (Haspa) die Möglichkeit geben, sich an öffentlich-rechtlichen Instituten im Norden zu beteiligen – und so deren Kapitalbasis vergrößern. Schwarz-Gelb geht auch davon aus, dass die Vorlage so „europarechtssicher" wie möglich ist. Hintergrund sind Befürchtungen der Opposition wie auch der Sparkassenverbände, der Gewerkschaften, der Handwerkskammern und der Kommunalpolitik, die neue Öffnungsklausel könnte letztlich auch Großbanken den Einstieg bei Sparkassen im Land ermöglichen und damit zum Einfallstor für deren Privatisierung werden.

Nach den Plänen der Regierungsfraktionen sollen die Kassen aus ihren Rücklagen Stammkapital bilden können, das auch veräußert werden darf. Damit könnten sich künftig öffentlich-rechtliche Institute aus ganz Deutschland mit bis zu 25,1 Prozent an Sparkassen in Schleswig-Holstein beteiligen. Auf diesem Wege wollen die Koalitionspartner die Kapitalbasis der Sparkassen im Land stärken. Damit könnte sich möglicherweise auch die Haspa nach Schleswig-Holstein ausdehnen, die in der Vergangenheit bereits Interesse an einigen Nord-Kassen bekundet haben soll.

   Status der Haspa umstritten

Hieran entzündet sich die Hauptkritik. Denn: Es sei unklar, ob die Haspa aufgrund ihres besonderen rechtlichen Status ein öffentlich-rechtliches Institut sei. Falls nicht, könnte ein Einstieg der Haspa zur Folge haben, dass sich auch andere, private Geldhäuser vor EU-Gerichten bei den Sparkassen einklagen. Hierdurch könnten Rendite-Interessen den Gemeinwohlanspruch der Sparkassen verdrängen, so die Befürchtung.

Die Koalition teilt diese Bedenken nicht. Insbesondere für Institute, die durch die Finanzkrise in Bedrängnis geraten seien – laut Medienberichten zählen die Sparkasse Südholstein und die Nospa in Flensburg hierzu – biete die Neuregelung die Chance, frisches Kapital aufzunehmen, ohne ihren öffentlich-rechtlichen Status, ihre Eigenständigkeit und ihre regionale Verbundenheit zu gefährden.

   Koalition baut Privatisierungsgefahr vor

Zudem haben CDU und FDP nach den intensiven Ausschussberatungen ihres Gesetzentwurfs einige zusätzliche Hürden eingebaut. Demnach muss das Innenministerium Verträge zur Übertragung von Stammkapital genehmigen. Falls die Haspa oder ein anderer Investor im Nachhinein als privater Träger eingestuft wird, muss die Übertragung der Anteile rückgängig gemacht werden.

Darüber hinaus darf das Ministerium nicht einen Anteilsverkauf verlangen, um die Kommunen zur Ausschöpfung von Einnahmemöglichkeiten für ihren Haushalt zu zwingen. Den Erlös aus einer Anteilsübertragung müssen die Träger mindestens zehn Jahre lang als stille Einlage in der Sparkasse belassen. Die Änderungen sehen auch vor, dass mindestens ein Drittel des Jahresüberschusses den Rücklagen der Sparkassen zugeführt werden muss.

Debatte zur 1. Lesung:
plenum-online
Februar 2010

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Landtagspräsident Geerdts: „Der 17. Juni und seine Opfer dürfen nicht in Vergessenheit geraten"

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Sparkassengesetz
Rettungsdienste / Fahrberechtigung
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
JVA Glasmoor
Abgeordnetengesetz / Entschädigungen
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Wahl:
Wahl der Mitglieder zur 14. Bundesversammlung
(ohne Aussprache)
Sachanträge:
Kommunalverwaltung
Funknetz-Kartografie
Altersversorgung Minister
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

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Landesfinanzen
1. Lesung und Antrag:
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 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Fragestunde:

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Hochschulpolitik
Regierungsbericht:

Kulturwirtschaft

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. und 2. Lesung:

KiTa-Gesetz 
Sachanträge:
Medizinische Versorgung
Homophobie
Ausbildungsstatistik
Regierungsberichte:

Beteiligung von Jugendlichen

Hausärzte

Schweinegrippe
(ohne Aussprache)

sonstiger Bericht:

Bürgerbeauftragte
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  E n e r g i e

Sachanträge:
Betriebsräte
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(ohne Aussprache)
Offshore-Windkraft
(ohne Aussprache)
Berichtsanträge:
Elektromobilität
FA. Affeldt
Regierungsberichte:

Handwerk

Erneuerbare Energie

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Sachantrag:
Kleinwindanlagen

 E u r o p a  / 
M i n d e r h e i t e n

Ausschussempfehlung:
Ostseestrategie
(ohne Aussprache)