„Sie wollen auf populistische Weise den Eindruck
erwecken, die Maßnahme sei ein Äquivalent zu den drastischen
Einsparungen bei Familien", hielt Peter Eichstädt (SPD) der
schwarz-gelben Koalition vor. Dabei hätten CDU und FDP die
Ausgaben für Funktionsträger erst zu Beginn der Wahlperiode
erhöht, indem die Zahl der Vizepräsidenten von zwei auf vier
erhöht wurde.
Linke wollen auch Diäten aller
Abgeordneten kürzen
Der Vorstoß der Koalition „ist nur ein
symbolischer Beitrag", meinte auch Ulrich Schippels von den
Linken. Seine Fraktion forderte in einem Änderungsantrag, die
monatliche Grundentschädigung der Abgeordneten von derzeit knapp
7.000 Euro auf 6.250 Euro zu senken. Außerdem sollten die
Fraktionsvorsitzenden aus Fraktionsmitteln bezahlt werden.
Lars Harms (SSW) meinte, neben den Ministern
müssten auch die Staatssekretäre und der Chef des
Landesrechnungshofes auf einen Teil ihres Geldes verzichten. Und
Monika Heinold (Grüne) rügte die Vorgehensweise der
Regierungskoalition: „Wir hätten es begrüßt, wenn Sie alle
Fraktionen bei dieser Entscheidung bereits im Vorfeld mit ins Boot
geholt hätten."
Kubicki kündigt Wahlrechtsreform mit
Verkleinerung des Parlaments an
Die Fraktionschefs von CDU und FDP, Christian von
Boetticher und Wolfgang Kubicki, erklärten, der Gesetzentwurf sei
nur ein erster Schritt. Es werde im Bereich des Parlaments und der
Ministerien „weitere Sparmaßnahmen geben", sagte von
Boetticher. Kubicki erklärte, er erwarte auch Vorschläge der
Landesregierung, wo beim Kabinett eingespart werden kann. Zudem
kündigte er an, CDU und FDP würden im Herbst eine
Wahlrechtsreform mit der Begrenzung der Zahl der Abgeordneten auf
die verfassungsmäßige Zahl von maximal 69 abschließen.
Der Gesetzentwurf der Koalition und der Antrag der
Linken werden im Innen- und Rechtsausschuss weiter beraten.