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Auf dieser Seite: Hausärztliche Versorgung 

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Top 17:
a.  Verbesserung der Kooperation im 
Bereich der ambulanten Behandlung
Antrag der Fraktionen von CDU und FDP – Drs. 17/530
   Antrag zu 17a. wurde abgesetzt
b.  Flächendeckende hausärztliche 
Versorgung sicherstellen
Antrag der Fraktionen von CDU und FDP – Drs. 17/261 (neu)
Antrag der Fraktionen von CDU und FDP– Drs. 17/311
(Landtagsbeschluss vom 25. Februar 2010) 
Bericht der Landesregierung – Drucksache 17/443

Schleswig-Holstein gehen 
die Landärzte aus

Opposition kämpft deshalb erneut für Medizinerausbildung in Lübeck

Kiel (SHL/16.06.) Die hausärztliche Versorgung, vor allem auf dem platten Land, droht in den nächsten Jahren wegzubrechen, weil der Nachwuchs fehlt. Bereits 2015 werden 900 Allgemein-Mediziner in Schleswig-Holstein fehlen. Diese ernüchternde Zahl präsentierte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) im Landtag und machte eine Reihe von Vorschlägen, wie die Politik gegensteuern kann. Tenor: Die Tätigkeit als Landarzt muss attraktiver werden. Die Abgeordneten begrüßten den Bericht als „schrille Alarmglocke" zur rechten Zeit. Die Opposition hielt es angesichts des drohenden Ärztemangels allerdings für verfehlt, die Medizinische Fakultät in Lübeck zu schließen und das Universitätsklinikum (UK S-H) zu privatisieren, wie es die Landesregierung plant.

Weitere Daten aus Gargs Bericht: Fast die Hälfte der gut 4.300 schleswig-holsteinischen Hausärzte ist über 55 Jahre alt, aber lediglich fünf Prozent sind unter 40. Damit keine Versorgungslücke entsteht, will der Minister zum Beispiel den „unfairen Wettbewerb" zwischen Ärzten und Krankenhäusern abschaffen. Die Praxen müssten für die gleiche Behandlung die gleichen Honorare erhalten wie die Kliniken. Zudem sprach er sich für die sogenannte Verbundweiterbildung aus, bei der Mediziner ihre fünfjährige allgemeinmedizinische Facharztausbildung durchgehend in derselben Region absolvieren und so heimisch werden können.

„Das Bild des klassischen Landarztes mit der Ehefrau zur rechten Hand gibt es nicht mehr"

Ursula Sassen (CDU) und Anita Klahn (FDP) lobten die Ansätze des Ministers. Sassen bekundete Sympathie für den Vorschlag der Kassenärztlichen Vereinigung, notfalls übergangsweise selbst Landarztpraxen zu betreiben. Damit soll die Versorgung der Patienten abgesichert werden, wenn alle anderen Versuche gescheitert sind, für einen in den Ruhestand gehenden Praxisinhaber einen Nachfolger zu finden. Und Klahn merkte an: „Das Bild des klassischen Landarztes mit der Ehefrau zur rechten Hand" gebe es nicht mehr. Um „zwei gleichberechtigten Partnern" gerecht zu werden, müsse die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden.

Die Opposition machte sich geschlossen für die Medizinische Fakultät Lübeck stark. Marret Bohn (Grüne) monierte, alle Experten hätten vor einem Fachkräftemangel angesichts der Kürzungspläne gewarnt, aber Schwarz-Gelb schlage „alle Warnungen in den Wind". Demgegenüber bezeichnete es Minister Garg als „Irrglaube" anzunehmen, „mit der bloßen Schaffung zusätzlicher Medizinstudienplätze schafft man mehr Hausärzte". Es gebe genügend Absolventen, aber nur eine Minderheit gründe eine eigene Praxis. Darum sei es sein vorrangiges Ziel, die Rahmenbedingungen zu verbessern.

„Die wenigen Hausärzte sich vor Überstunden kaum noch retten können"

Bernd Heinemann (SPD) machte als weiteres Hemmnis für eine Niederlassung als Allgemeinmediziner aus, dass sich „die wenigen Hausärzte sich heute vor Überstunden kaum noch retten können". Antje Jansen (Linke) ergänzte: „Wer sich für die Übernahme einer ärztliche Praxis verschuldet, muss abschätzen, ob er ein existenzbedrohendes Risiko eingeht". Und Flemming Meyer (SSW) hielt die Verkleinerung der Versorgungsräume für „überfällig". Das Problem: Zurzeit sind die 13 Planungsgebiete so groß gefasst, dass sich die Arztsitze in den Städten ballen.

Der Sozialausschuss berät das Thema weiter.

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Hintergrund:
„Die gute ärztliche Versorgung droht in den nächsten Jahren wegzubrechen" – so lautet der ernüchternde Ausblick des Sozialministeriums. Bereits 2015 werden 900 Allgemein-Mediziner im Lande fehlen, heißt es in einem von der Koalition angeforderten Bericht. Denn: Fast die Hälfte der gut 4.300 schleswig-holsteinischen Hausärzte ist über 55 Jahre alt, aber lediglich fünf Prozent sind unter 40. Hierunter leidet besonders das flache Land, wo „die niedrige ärztliche Versorgungsdichte weiter abzusinken droht".

Um gegenzusteuern, will die Landesregierung die Tätigkeit als Hausarzt auf dem Land attraktiver gestalten. So wird derzeit an der Uni Lübeck ein spezieller Lehrstuhl für Allgemeinmedizin eingerichtet. An der Kieler Uni gibt es den bereits. Verschiedene Kliniken im Lande bieten eine sogenannte Verbundweiterbildung an, wo Mediziner ihre fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin durchgehend in derselben Region absolvieren und so heimisch werden können. Und: Hausärzte ab 58 Jahren erhalten Extra-Geld von der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH), wenn sie junge Ärzte in ihrer Praxis weiterbilden. Zudem ruft das Land die Kommunen auf, „familienfreundliche Rahmenbedingungen" für Berufstätige zu schaffen.

  Arztsitze ballen sich in den Zentren

Daneben sprechen sich Land und KVSH für eine Reform der Bedarfsplanung aus. Zurzeit sind die Planungsgebiete so groß gefasst, dass sich die Arztsitze in den Städten ballen. Die KV fordert deshalb, die Bezirke kleiner zu schneiden, um Praxen auf das platte Land zu ziehen. Hierbei sollen die Landes-KV’en mehr Gestaltungsraum erhalten als bisher. Das Land sieht zudem den Bund in der Pflicht, für eine „auskömmliche Vergütung" der Mediziner zu sorgen.

Ein weiterer Schritt, die ärztliche Versorgung im Lande zu verbessern ist für die Koalition die Öffnung von Krankenhäusern für ambulante Behandlungen. Bereits jetzt haben laut Regierung 18 schleswig-holsteinische Kliniken Zulassungen zur ambulanten Behandlung für hoch spezialisierte Leistungen und für seltene Erkrankungen. CDU und FDP fordern die Landesregierung auf, diese Zusammenarbeit auszubauen.

  KVSH erwägt, Landarztpraxen 
  übergangsweise selbst zu betreiben

Die KVSH hat Anfang Juni vorgeschlagen, notfalls übergangsweise selbst Landarztpraxen zu betreiben, um die Versorgung der Patienten zu sichern. Dieses Modell mit angestellten Ärzten soll greifen, wenn alle anderen Versuche gescheitert sind, für einen in den Ruhestand gehenden Praxisinhaber einen Nachfolger zu finden. Später könnten diese Mediziner aus dem Angestelltenverhältnis in die Rolle eines freiberuflichen Praxisinhabers hineinwachsen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werde das Modell bereits praktiziert. Zunächst will die KVSH aber versuchen, mit verstärkter Werbung freiwerdende Praxen zu besetzen. Gelingt dies nicht, soll benachbarten Ärzten angeboten werden, die vakante Praxis als Zweigpraxis zu übernehmen. Auch eine Fortführung als Zweigpraxis durch Ärzte aus anderen Regionen sei denkbar.

Letzte Debatte zum Thema:
plenum-online
Februar 2010

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Landtagspräsident Geerdts: „Der 17. Juni und seine Opfer dürfen nicht in Vergessenheit geraten"

I n n e n  / R e c h t

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Rettungsdienste / Fahrberechtigung
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1. Lesungen:
JVA Glasmoor
Abgeordnetengesetz / Entschädigungen
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Zensusgesetz
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Wahl:
Wahl der Mitglieder zur 14. Bundesversammlung
(ohne Aussprache)
Sachanträge:
Kommunalverwaltung
Funknetz-Kartografie
Altersversorgung Minister
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

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Landesfinanzen
1. Lesung und Antrag:
Grunderwerbsteuer

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Fragestunde:

Hochschulstandort Lübeck
Anträge:
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Weiterbildung
Hochschulpolitik
Regierungsbericht:

Kulturwirtschaft

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. und 2. Lesung:

KiTa-Gesetz 
Sachanträge:
Medizinische Versorgung
Homophobie
Ausbildungsstatistik
Regierungsberichte:

Beteiligung von Jugendlichen

Hausärzte

Schweinegrippe
(ohne Aussprache)

sonstiger Bericht:

Bürgerbeauftragte
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  E n e r g i e

Sachanträge:
Betriebsräte
Flughafen Lübeck
(ohne Aussprache)
Offshore-Windkraft
(ohne Aussprache)
Berichtsanträge:
Elektromobilität
FA. Affeldt
Regierungsberichte:

Handwerk

Erneuerbare Energie

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
F o r s t e n

Sachantrag:
Kleinwindanlagen

 E u r o p a  / 
M i n d e r h e i t e n

Ausschussempfehlung:
Ostseestrategie
(ohne Aussprache)