Demnach
waren im Jahr 2007 in Schleswig-Holstein rund 21.400
Menschen in etwa 6.115 Unternehmen in diesen Branchen
beschäftigt, davon 15.300 sozialversicherungspflichtig.
Sie erwirtschaften ein Umsatzvolumen von rund 2,2
Milliarden Euro. Die Schwerpunkte im klassischen
Kulturbereich bilden der Buchmarkt und die Filmwirtschaft
mit jeweils über 400 Unternehmen im Lande und einem
Jahresumsatz, der jeweils die 250-Miliionen-Euro-Marke
übersteigt. Daneben spielen der Pressemarkt und auch die
Software und Games-Industrie eine große Rolle.
„Förderdefizite"
bei „Mikrounternehmen"
5,7 Prozent
der Unternehmen im Lande gehören der Kultur- und
Kreativwirtschaft an, sie erbringen 1,7 Prozent des
Gesamtumsatzes der schleswig-holsteinischen Wirtschaft.
Damit liegt der Norden unterhalb des Bundesschnitts (7,2
Prozent der Unternehmen, 2,6 Prozent des Umsatzes).
Auffällig ist: Deutschlandweit sind 94 Prozent aller
Unternehmen in diesem Bereich Kleinstunternehmen – etwa
freischaffende Künstler, Architekten oder Designer. Auch
in Schleswig-Holstein gibt es nur wenige große
Rundfunkunternehmen oder Verlagshäuser. Bei den „Mikrounternehmen"
sind laut dem Bericht der Landesregierung „Förderdefizite
erkennbar".
Deswegen
setzt das Ministerium auf eine „Öffnung und Ausweitung
bestehender Förderprogramme". Hierzu zählen die elf
Millionen schwere Filmförderung der Medienanstalt
Hamburg/Schleswig-Holstein wie auch die Angebote der
Investitionsbank, der Bürgschaftsbank und der
Mittelständigen Beteiligungsgesellschaft. Für neue,
speziell auf die Kultur-Klientel zugeschnittene
Förderangebote bestehe hingegen „kein Bedarf",
zumal das Zukunftsprogramm Wirtschaft bereits die
Möglichkeit biete, „Netzwerke zwischen Kultur und
Wirtschaft zu fördern". In diesem Rahmen wird zum
Beispiel ein besseres Marketing für die Kunstausstellung
"NordArt" in Büdelsdorf angestrebt, und am
Nordkolleg Rendsburg sind Weiterbildungsangebote „zur
Verbesserung der wirtschaftlichen Orientierung von
kulturellen Institutionen" eingerichtet worden.
Kultur spielt bei der Wahl des
Urlaubsortes zunehmend eine Rolle
Die
Landesregierung verweist darauf, dass die Kultur laut
einer Studie aus dem Jahr 2007 für 18,2 Prozent
derjenigen, die sich für einen Urlaub in
Schleswig-Holstein interessieren, eine Rolle spielt. Im
Zielgruppenkonzept des Landes, das auf "Best Ager",
"anspruchvolle Genießer" und " Familien
mit Kindern" als Feriengäste setzt, ist die Kultur
aber dennoch nur „von untergeordneter Bedeutung",
wie der Bericht feststellt.