Hintergrund:
Die Landesregierung betont ihr Ziel, den Anteil der
erneuerbaren Energien an der schleswig-holsteinischen
Stromerzeugung bis 2020 deutlich über 100 Prozent des
heimischen Verbrauchs zu steigern. Allein die
schleswig-holsteinischen Windkraftanlagen werden in zehn
Jahren voraussichtlich doppelt so viel Strom erzeugen, wie
im Lande verbraucht wird, so dass der Norden noch mehr zum
"Stromexporteur" wird. Das geht aus einem
Bericht des Wirtschaftsministeriums hervor, den die
Grünen beantragt haben.
Darin
verweist die Landesregierung auf ihr Energiekonzept aus
dem März. Demnach soll die Energieversorgung der
Haushalte und Unternehmen in Schleswig-Holstein in Zukunft
„gleichermaßen zuverlässig, klimafreundlich und
bezahlbar" sein. Hintergrund ist das von der EU
fixierte mittelfristige Klima-Ziel, die CO2-Emissionen bis
zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu reduzieren. Die
Bundesregierung will die Treibhausgase mittelfristig sogar
um 40 Prozent drosseln.
Vision vom
europäischen "Supergrit" rückt näher
Das so
genannte Repowering – also der Austausch der derzeit
rund 2.600 Windräder durch weniger, aber dafür stärkere
Anlagen – werde bis 2020 weit vorangeschritten sein,
ebenso wie die Windernte durch Off-Shore-Anlagen in Nord-
und Ostsee, heißt es weiter im Regierungskonzept. Auch
der „großen Vision" von einem europäischen "Supergrit",
einem rund 6.000 Kilometer langen Stromkabel in der
Nordsee, werde man ein großes Stück näher kommen, und
Schleswig-Holstein werde von diesem Großprojekt
profitieren.
Durch die
geplante Ausdehnung der Wind-Eignungsflächen an Land von
derzeit einem Prozent auf 1,3 Prozent werde sich die
Landwindkapazität von derzeit 2.700 Megawatt auf rund
6.500 Megawatt im Jahre 2020 erhöhen. Hiervon erhofft
sich das Wirtschaftsministerium auch einen erheblichen
Anstieg der Zahl der Arbeitsplätze in dieser Branche.
Zielmarke ist eine Arbeitsplatz-Zahl von über 10.000.
Allerdings müsse das
Land zugleich auch in moderne konventionelle Kraftwerke,
investieren, heißt es weiter. Auch die Kernenergie ist
als Brückentechnologie aus Sicht der Landesregierung
vorerst unverzichtbar und stellt einen erheblichen
Wirtschaftsfaktor dar. In ihrem Energiekonzept spricht
sich die Landesregierung dafür aus, Reststrommengen von
älteren auf jüngere Kernkraftwerke zu übertragen. Das
Land erhofft sich hiervon zusätzliche Einnahmen, die dann
in erneuerbare Energien wie Wind und Biomasse fließen
sollen, ebenso wie in intelligente Speicher-, Transport-
und Leitungstechnologien stecken.
Vorherige
Debatten zum Thema :
plenum-online September
2009
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