"Demokratie mit
Aufrichtigkeit leben und mit Einsatz vorleben"
In seiner Antrittsrede rief der frisch
gewählte Landtagspräsident Klaus Schlie (Foto)
auf, angesichts der
sinkenden Beteiligungen an Wahlen politische Prozesse transparenter
zu gestalten und die in der vergangenen Wahlperiode von seinem
Vorgänger Torsten Geerdts gestartete Initiative
"Parlamentarismus um Wandel" fortzusetzen. Themen dürften
"nicht nur noch partiell und individuell bezogen betrachtet
werden", sagte Schlie. Gleichzeitig warnte der
CDU-Politiker aber davor, die neuen Medien über zu bewerten. Obwohl
insbesondere das Internet viel Positives bewirkt hätte, seien die
neuen Medien nur "Mittel zum Zweck". Ziel bleibe es,
"das Wohl und die Entfaltungsmöglichkeiten der Menschen in der
realen Welt" zu unterstützen.
Schlie betonte weiterhin, die Gesellschaft befinde
sich "in einem tiefgreifenden Transformationsprozess", der
die Leistungsfähigkeit des Parlaments herausfordere. Um auf diese
Veränderungen einzugehen und zu verändern, spiele auch der
Heimatbegriff eine wichtige Rolle. Schleswig-Holstein unterliege
"regionalen Entwicklungsgefällen", so Schlie. Die
südlichen Landesteile orientierten sich wirtschaftlich stark in
Richtung Hamburg. Das dürfe das Land zwar nicht unterbinden,
"wir müssen aber gerade deshalb die kulturellen und
politischen Bindungen in diese bevölkerungsreiche Region
stärken", sagte der Landtagspräsident.
Schlie will Ehrenamt weiter stärken
Er betrachte es zudem als seine zentrale Aufgabe,
die "drei im Land verwurzelten Minderheiten" der Dänen,
Friesen sowie Sinti und Roma zu unterstützen. Schlie forderte auch,
der Landtag müsse stärker als bisher politische Entscheidungen der
Europäischen Union den Bürgern erklären. Diese dürften den
Menschen nicht als "Fremdkörper" erscheinen.
Ein weiteres Hauptanliegen der Landespolitik müsse
es sein, das Ehrenamt und die ehrenamtlich Tätigen weiter zu
stärken. "Diese Arbeit von Bürgern für Bürger ist durch
Nichts zu ersetzen", so Schlie. Er stellte fest, dass "das
Interesse und der Wille, etwas für die Gemeinschaft zu tun",
steige. Diese Chance gelte es zu nutzen.
Abschließend hob Schlie hervor, im Parlament - dem
"entscheidenden Ort des Zusammenhalts" - müsse Demokratie
"mit Aufrichtigkeit gelebt und mit Einsatz auch vorgelebt"
werden.
Hinweis:
Die Rede im Wortlaut