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Auf
dieser Seite: Landesfinanzen
– Landesbeteilgungen
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Aktuelle
Stunde...
...zum Thema: Auswirkungen der Sparankündigungen der
Landesregierung
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN |
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Top 19:
Sonderbericht des
Landesrechnungshofes zu Ausgliederungen aus dem Landeshaushalt
und Zahlungsverpflichtungen des Landes
Antrag der Fraktion der FDP
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD – Drs. 16/687
Von der Tagesordnung abgesetzt |
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Landesregierung
verteidigt Sparpläne
Schleswig-Holstein
darf Handlungsfähigkeit nicht verlieren / Opposition: Großen
Koalition bricht ihr Wort
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Kiel (SHL/22.03.). Mit harscher Kritik hat die
Opposition in einer von den Grünen beantragten Aktuellen Stunde
auf den von der Landesregierung angekündigten radikalen
Sparkurs für den Doppelhaushalt 2007/2008 reagiert. Mit der
geplanten Streichung des Weihnachtsgeldes für Landesbedienstete
und der Kürzung kommunaler Finanzmittel habe die große
Koalition ihre Wahlversprechen
gebrochen, warfen FDP, Grüne und SSW der schwarz-roten
Landesregierung vor. Finanzminister Rainer Wiegard (CDU/Foto)
wies die Kritik zurück und verteidigte seinen Kurs: Zu den
Sparmaßnahmen gebe es keine Alternative, betonte der Minister.
Wenn das Land so weiter mache wie bisher, würde sich die
Zinslast von jetzt jährlich 900 Millionen Euro innerhalb von
zehn Jahren auf zwei Milliarden Euro steigen – und
Schleswig-Holstein verliere damit seine Handlungsfähigkeit,
führte Wiegard an.
Die schwarz-rote Koalition hatte in der vergangenen
Woche beschlossen, in den nächsten beiden Jahren je 300 Millionen
Euro einzusparen. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU)
hatte im Streit um das Sparpaket Wortbruch eingeräumt. Klaus
Müller (Grüne/Foto) wandte sich
in der Debatte insbesondere gegen die Streichung des
Weihnachtsgeldes und die Kürzung der Finanzmittel der Kommunen.
Statt dessen sprach er sich für eine Reduzierung des
Schleswig-Holstein-Fonds aus. Müller warf der Landesregierung
vor kein glaubwürdiges und wirkungsvolles Sparkonzept vorgelegt
zu haben: "Stattdessen
hat sie das Vertrauen in eine große Koalition innerhalb nicht
mal eines Jahres verspielt und ihre eigenen Versprechungen
gebrochen."
"Kein
Geld, kein Konzept und keine Ahnung"
"Haben wir das Vertrauen der Menschen noch
verdient?" knüpfte Oppositionsführer Wolfgang Kubicki
(FDP) mit Blick auf gebrochene Wahlversprechen durch die Politik
nahtlos an den Grünen-Politiker an. Offensichtlich
leide die Landesregierung unter den gleichen drei Problemen
wie die alte,
fügte er hinzu: "Sie hat kein Geld, kein Konzept und keine
Ahnung, wie es weiter gehen
soll." Anke Spoorendonk
(SSW) sprach sich für die Entwicklung eines gemeinsamen
Sparkonzeptes aus. An diesem Konzept müsse das gesamte
Parlament beteiligt werden und es müsse auf mehrere
Legislaturperioden angelegt sein. Auf diese Weise, so
Spoorendonk, könnte sich künftig keine Partei mehr aus der
politischen Verantwortung stehlen.
"Am
Sparprogramm gibt es nichts zu beschönigen"
Unterstützung für
den Sparkurs erhielt Finanzminister Wiegard aus den Reihen der
Regierungsfraktionen im Landtag. Die Grünen hätten einen
Großteil der Rekordverschuldung mit zu verantworten und sie
blieben Gegenvorschläge für eine Konsolidierung des
Landeshaushalte schuldig, befand Frank Sauter (CDU). Der
Fraktionsvorsitzende der SPD, Lothar Hay, räumte ein, dass es
an dem Sparprogramm nichts zu beschönigen gebe. Seine Partei
wisse, was sie den Familien und den Mitarbeitern in den Kommunen
zumute. Gleichwohl, so Hay, müsse der Staat auch in zukunfts-
und gestaltungsfähig bleiben.
Laut Kabinettsbeschluss aus der Vorwoche soll
das Land in den nächsten beiden Jahren je 300 Millionen Euro
weniger ausgeben als bisher geplant. Zu den Maßnahmen gehören
Kürzungen beim Weihnachtsgeld für Beamte und Nullrunden für
Angestellte. Die Kommunen sollen mit 120 Millionen Euro weniger
auskommen. Rund 80 Millionen Euro will die Regierung durch
Einsparungen bei den Leistungen des Landes erreichen. Hierzu
sollen die verschiedenen Ressorts bis Mai Vorschläge
erarbeiten. Hintergrund der Sparbeschlüsse ist die zugespitzte
Kassenlage: 2005 war der Schuldenberg auf 21,35 Milliarden Euro
gewachsen und der Norden damit das Flächenland mit der
höchsten Pro-Kopf-Verschuldung (7.386 Euro).
Hintergrund:
Im Rahmen einer von den Grünen
beantragten Aktuellen Stunde berät der Landtag über die
jüngsten Sparvorhaben der Landesregierung für den
geplanten Doppelhaushalt 2007/2008. Laut
Kabinettsbeschluss aus der Vorwoche soll das Land in den
nächsten beiden Jahren je 300 Millionen Euro weniger
ausgeben als bisher geplant. Zu den Maßnahmen gehören
Kürzungen beim Weihnachtsgeld für Beamte und Nullrunden
für Angestellte.
Das Personalpaket – es beinhaltet auch neue
Formen von Altersteilzeit, Vorruhestand und
Abfindungsangebote – zielt auf Einsparungen von 100
Millionen Euro im Jahr. Die Kommunen sollen mit 120
Millionen Euro weniger auskommen. Rund 80 Millionen Euro
will die Regierung durch Einsparungen bei den Leistungen
des Landes erreichen. Hierzu sollen die verschiedenen
Ressorts bis Mai Vorschläge erarbeiten.
Hintergrund der Sparbeschlüsse ist die zugespitzte
Kassenlage: 2005 war der Schuldenberg auf 21,35 Milliarden
Euro gewachsen und der Norden damit das Flächenland mit
der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung (7.386 Euro). Bei
einem Etat von 8,3 Milliarden Euro ist die Neuverschuldung
in diesem Jahr mit 1,5 Milliarden drei Mal so hoch wie die
Investitionen. Nur für Zinsen zahlt das Land 900
Millionen Euro. Bis 2010 soll die Neuverschuldung um 800
Millionen sinken.
Mit den Einschnitten beim Weihnachtsgeld und in die
kommunalen Finanzen weicht die Regierung von Zusagen im
Koalitionsvertrag ab, den CDU und SPD vor elf Monaten
abgeschlossen haben. Die Regierung weist in diesem
Zusammenhang auf den ebenfalls im Koalitionsvertrag
festgeschriebenen Finanzierungsvorbehalt hin.
Gewerkschaften und Kommunen haben hiergegen protestiert,
Wirtschaftsverbände hingegen loben die Pläne.
mehr
Informationen: plenum-online,
Dezember
2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/dezember2005/texte/02_06_haushalt.htm)
Stichwort:
Über eine bestimmte Frage von
allgemeinem Interesse kann eine Aktuelle Stunde von einer
Fraktion oder von mindestens fünf Abgeordneten beantragt
werden. Die Redebeiträge einzelner Abgeordneter dürfen
nicht länger als fünf Minuten dauern und zusammengenommen
sechzig Minuten nicht überschreiten. Die von Mitgliedern
der Landesregierung in Anspruch genommene Redezeit bleibt
dabei unberücksichtigt, sollte aber dreißig Minuten nicht
überschreiten.
Eine Aktuelle Stunde findet auch statt, wenn während
einer Fragestunde ein Fragesteller die Beantwortung durch
die Landesregierung für unzureichend hält. Die Aussprache
muss unmittelbar nach Schluss der Fragestunde verlangt und
durchgeführt werden.
mehr
Informationen: Geschäftsordnung
des Landtages S-H
(www.landesregierung-sh.de/landesrecht/1101-7fr.htm)
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Von der
Tagesordnung abgesetzt
Hauptredner:
Hintergrund:
Die FDP fordert einen Bericht des
Landesrechnungshofes (LRH) zu den Beteiligungen und den
Zahlungsverpflichtungen des Landes, die nicht im
Landeshaushalt aufgeführt sind – etwa Anstalten des
öffentlichen Rechts oder Unternehmen.
Hierzu zählen nach Angaben der Landesregierung
unter anderem 34 Landes-Beteiligungen an Unternehmen und
Anstalten, darunter:
- 50 Prozent an
Dataport, der gemeinsamen Datenzentrale von
Schleswig-Holstein und Hamburg. Wert: 15 Millionen
Euro
- 100 Prozent an der
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH), die seit
1999 die Verwaltung der Landesliegenschaften betreibt.
Wert: 7,7 Millionen Euro
- 19,55 Prozent an der
HSH Nordbank, die aus der Vereinigung der Landesbanken
von Schleswig-Holstein und Hamburg 2004 entstanden
ist. Wert: 97 Millionen Euro
- 100 Prozent an der
Investitionsbank Schleswig-Holstein, dem
Landesinstitut zur Wirtschaftsförderung. Wert: 100
Millionen Euro
- 100 Prozent am
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, das 2003 aus
dem Zusammenschluss der Kliniken in Kiel und Lübeck
entstanden ist. Wert: 19,3 Millionen Euro
(Die
Zahlen beziehen sich auf den Stichtag 31.12. 2004)
Während
der Tagung hat die Regierungskoalition von CDU und SPD
einen alternativen Berichtsantrag vorgelegt (siehe
Drucksache 16/687)
Stichwort: Landesrechnungshof
(LRH)
Aufgabe des LRH ist es laut Artikel 56 der
Landesverfassung, die Haushaltsführung des Landes und der
Kommunen zu überwachen und darüber jährlich zu
berichten. Bei der Schwerpunktsetzung seiner
Kontrolltätigkeit hat der LRH freie Hand. Gleiches gilt
für die anderen juristischen Personen des öffentlichen
und des privaten Rechts, soweit sie Landesmittel erhalten
oder Landesvermögen verwalten. Daneben berät der
Landesrechnungshof den Landtag, die Landesregierung oder
einzelne Ministerien in Fragen der Finanzkontrolle.
Zentraler Prüfungsmaßstab des Landesrechnungshofes ist
die Wirtschaftlichkeit. Als "Wächter der
öffentlichen Finanzen" weist er auf Gefahren etwa
der Überschuldung oder auf notwendige Reformen für ein
wirtschaftlicheres Handeln in der öffentlichen Verwaltung
hin.
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