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Auf dieser Seite: Tariftreuegesetz  –  Masterplan für den Norden

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Top 05: 
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Gesetzes zur tariflichen Entlohnung bei öffentlichen Aufträgen (Tariftreuegesetz)
Gesetzentwurf der Abgeordneten des SSW

Drucksache: 16/604
-Plenarprotokoll-
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Top 23: 
Masterplan für den Norden
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Drucksache: 16/653
-Plenarprotokoll-
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SSW fordert gesetzliche Tariftreue auch für Busfahrer
Große Koalition fürchtet finanzielle Belastungen
für Kommunen

Kiel (SHL/22.03.). Die vom SSW geforderte Ausweitung des schleswig-holsteinischen Tariftreuegesetzes auf Busunternehmen ist im Landtag auf erhebliche Bedenken gestoßen: Das zwinge die finanziell angeschlagenen Kommunen mehr Geld auszugeben, konstatierten unisono Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) sowie Vertreter von CDU und SPD in Erster Lesung. Überdies verstoße das Land damit womöglich gegen das Prinzip der Konnexität – sprich dem Verbleib der Aufgabenwahrnehmung und Ausgabenverantwortung bei derselben staatlichen Ebene, hieß es aus den Reihen der großen Koalition. Kritik kam auch von den Liberalen: Die Ausweitung des Tariftreuegesetzes würde die Arbeit verteuern und damit für mehr Beschäftigungslosigkeit führen.

Der SSW-Abgeordnete Lars Harms verteidigte den Vorstoß seiner Partei damit, dass der ungezügelte Wettbewerb ohne Rahmenbedingungen nicht akzeptabel sei. Schließlich leisteten Busfahrer keine minderqualifizierte Arbeit. In dieselbe Richtung argumentierten die Grünen: Busfahrer gingen einen überaus verantwortungsvollen Beruf nach. Gleichwohl müsse sich die Politik fragen, wie die vom SSW anvisierte Tariftreue zu bezahlen sei.

Wirtschaftsminister Austermann zeigte grundsätzlich Verständnis für den SSW-Vorstoß: Es sei schon "heftig", wenn Busfahrer aufgrund der Konkurrenzsituation – zum Beispiel zu Mecklenburg-Vorpommern – plötzlich mit 400 Euro weniger auskommen müssten. Allerdings meldete er Zweifel an, ob eine Gesetzesänderung dieser Entwicklung entgegenwirken könne. Sinnvoller, so Austermann, sei eine Senkung der Lohnnebenkosten. 

SSW verweist auf Präzedenzfall im Kreis Stormarn

Der SSW möchte mit dem Gesetzentwurf das schleswig-holsteinische Tariftreuegesetz ergänzen: Künftig sollen auch Busunternehmen, die einen öffentlichen Auftrag erhalten, in Schleswig-Holstein geltende Tarifverträge einzuhalten. Bisher gilt das 2003 beschlossene Tariftreuegesetz nur für den Bau, die Abfallentsorgung und den Schienenverkehr. Die Partei der dänischen Minderheit reagiert damit auf einen Präzedenzfall: Die Kieler Autokraft hatte kürzlich bei einer Ausschreibung im Kreis Stormarn den Zuschlag erhalten. Das Unternehmen entlohnt die Busfahrer in diesem Fall mit 8,32 Euro pro Stunde. Neben der Ausweitung der Tariftreue auf Busunternehmen schließt der Gesetzentwurf des SSW ein begriffliches Schlupfloch für die Baubranche, die bereits an das Tariftreuegesetz gebunden ist, indem auch Dienstleistungen auf den Bau künftig davon erfasst werden. Überdies soll das Tarifgesetz künftig unbefristet gelten.

Der Gesetzentwurf wurde federführend an den Wirtschaftsausschuss und mitberatend an den Innen- und Rechtsausschuss überwiesen.

Weitere Hauptredner: Johannes Callsen (CDU), Bernd Schröder (SPD), Heiner Garg (FDP), Klaus Müller (Grüne)

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Hintergrund:
  Der SSW legt dem Landtag einen Entwurf zur Erweiterung des schleswig-holsteinischen Tariftreuegesetzes vor. Künftig soll nach den Willen der Oppositionspartei auch die öffentliche Auftragsvergabe an Busunternehmen an die Einhaltung der örtlichen Tarifverträge geknüpft sein.
  Bislang dürfen nach einem Landtagsbeschluss aus dem Jahr 2003 öffentliche Aufträge des Landes in den Bereichen Bau, Abfallentsorgung und Schienen-Personennahverkehr in Schleswig-Holstein nur an Unternehmen vergeben werden, die ihren Mitarbeitern den am Ort der Leistungserbringung gültigen Tariflohn zahlen. Die Regelung gilt für Aufträge ab 10.000 Euro. Hierdurch sollen heimische Unternehmen vor Billiganbietern geschützt werden.
  Das Kieler Bus-Unternehmen Autokraft ist im Februar in die Kritik geraten, weil die Firma bei einer Ausschreibung im Kreis Stormarn mit einem günstigen Angebot erfolgreich war, das unter anderem einen Stundenlohn von 8,32 Euro für die Busfahrer vorsieht. Da dieser Betrag unter dem gültigen Tarif liegt, will Autokraft einen Subunternehmer aus Mecklenburg-Vorpommern einsetzen. Hierdurch, so die Gewerkschaft Ver.di, seien 40 Arbeitsplätze am Standort Bad Oldesloe bedroht.

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Absage an Masterplan
Grüne wollten zügige Strukturen für Nordstaat

Kiel (SHL/24.03.) Die schwarz-rote Koalition sowie FDP und SSW im Landtag haben der von den Grünen geforderten zügigen Fusion der Länder Schleswig-Holstein und Hamburg zum Nordstaat eine klare Absage erteilt. Der von der Oppositionspartei anvisierte "Masterplan" sei ungeeignet, um die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landesteils Schleswig zu beheben, so die Kritik der Abgeordneten. Hintergrund: Die Grünen fürchten, dass die Kreise nördlich des Nord-Ostsee-Kanals im Zuge des Staatsvertrages zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein zur Metropolregion von der allgemeinen ökonomischen Entwicklung abgekoppelt werden. Dies – so die These der Oppositionspartei – könne zu einem Zerbrechen des Lande führen.

Unisono sahen die Vertreter der Regierungsfraktionen, der Liberalen und des SSW in dem Masterplan keine Lösung für die strukturschwachen Gebiete im Landesteil Schleswig. Dies führe zu einem Identitätsverlust für die Menschen im Land. Schleswig-Holstein sei ein "wichtiger Anker der Demokratie". Statt dessen gelte es, die Kooperation mit Hamburg auszuweiten. Auch Innenminister Ralf Stegner (SPD) erteilte dem Zentralismus "über die Köpfe der Menschen hinweg" eine Absage. Die Wachstumschancen der Metropolregion müssten gestärkt werden, gleichzeitig müsse man im Norden über eine bessere Zusammenarbeit mit Dänemark nachdenken.

Die Grünen verteidigten ihren Vorstoß: Ein Nordstaat schaffe die institutionelle Voraussetzung für eine faire Wirtschaftspolitik, der auch die Region jenseits des Nord-Ostsee-Kanals berücksichtigt. Zur Zeit sei das Gegenteil der Fall: Hamburg würde über die Metropolregion rigoros seine eigenen Interessen vertreten.

Der Antrag wurde an Innen- und Rechtsausschuss mitberatend an den Wirtschaftsausschuss und den Europaausschuss überwiesen.

Hauptredner: Karl Martin Hentschel (Grüne), Johann Wadephul (CDU), Lothar Hay (SPD), Günther Hildebrand (FDP), Anke Spoorendonk (SSW)

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Hintergrund:
  Die Grünen fordern Landtag und Landesregierung auf, einen "Masterplan" zur Errichtung eines gemeinsamen Nordstaates zu erstellen. Das neue Bundesland soll Schleswig-Holstein und Hamburg umfassen und auch anderen Ländern offen stehen. Dies sieht die Oppositionspartei als Alternative zur jüngst vorangetriebenen Stärkung der Metropolregion Hamburg. Durch die Metropolregion, so die Befürchtung der Grünen, würden die strukturschwachen Teile Schleswig-Holsteins abgehängt. Zudem entstehe ein Demokratie-Defizit, weil wesentliche Entscheidungen nicht mehr in den gewählten Parlamenten, sondern in den Gremien der Metropolregion getroffen würden.
  Die beiden Nordländer kooperieren bereits auf vielen Ebenen. 2003 ist die HSH Nordbank an die Stelle der beiden vormaligen Landesbanken getreten. Vor zwei Jahren wurden die Statistischen Landesämter fusioniert. Das neue "Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein" mit insgesamt 481 Mitarbeitern hat seinen Sitz in Hamburg und in Kiel. Auch die Datenzentrale Schleswig-Holstein sowie das Landesamt für Informationstechnik Hamburg und ein Teil des Senatsamtes für Bezirksangelegenheiten der Hansestadt haben sich zusammengeschlossen. Die neue Behörde "Dataport" mit Standort in Altenholz bei Kiel und Hamburg hat insgesamt 1.196 Mitarbeitern. Die beiden Eichverwaltungen gehen ebenfalls gemeinsame Wege. Die "Eichdirektion Nord" mit 94 Mitarbeitern hat ihren Sitz in Kiel. Die geplante Fusion der Obergerichte hingegen will Hamburg nicht weiter betreiben.

mehr Informationen: plenum-online, Dezember 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/dezember2005/
texte/17_16_mehrwersteuer_staatsvertragfoerderfonds.htm)

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ttt

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