|
plenum-online
wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei
Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" ,
"Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die
neueste Fassung zu erhalten.
|
|
Auf
dieser Seite: Tariftreuegesetz
– Masterplan für den Norden
|
xxx |
Top 05:
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Gesetzes zur
tariflichen Entlohnung bei öffentlichen Aufträgen
(Tariftreuegesetz)
Gesetzentwurf der Abgeordneten des SSW |
|
Top 23:
Masterplan für den Norden
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen |
|
|
SSW fordert gesetzliche
Tariftreue auch für Busfahrer
Große Koalition fürchtet
finanzielle Belastungen
für Kommunen
|
Kiel (SHL/22.03.).
Die vom SSW geforderte Ausweitung des schleswig-holsteinischen
Tariftreuegesetzes auf Busunternehmen ist im Landtag auf
erhebliche Bedenken gestoßen: Das zwinge die finanziell
angeschlagenen Kommunen mehr Geld auszugeben, konstatierten
unisono Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) sowie
Vertreter von CDU und SPD in Erster Lesung. Überdies verstoße
das Land damit womöglich gegen das Prinzip der Konnexität –
sprich dem Verbleib der Aufgabenwahrnehmung und
Ausgabenverantwortung bei derselben staatlichen Ebene, hieß es
aus den Reihen der großen Koalition. Kritik kam auch von den
Liberalen: Die Ausweitung des Tariftreuegesetzes würde die
Arbeit verteuern und damit für mehr Beschäftigungslosigkeit
führen.
Der SSW-Abgeordnete Lars Harms verteidigte den
Vorstoß seiner Partei damit, dass der ungezügelte Wettbewerb
ohne Rahmenbedingungen nicht akzeptabel sei. Schließlich
leisteten Busfahrer keine minderqualifizierte Arbeit. In
dieselbe Richtung argumentierten die Grünen: Busfahrer gingen
einen überaus verantwortungsvollen Beruf nach. Gleichwohl
müsse sich die Politik fragen, wie die vom SSW anvisierte
Tariftreue zu bezahlen sei.
Wirtschaftsminister Austermann zeigte
grundsätzlich Verständnis für den SSW-Vorstoß: Es sei schon
"heftig", wenn Busfahrer aufgrund der
Konkurrenzsituation – zum Beispiel zu Mecklenburg-Vorpommern
– plötzlich mit 400 Euro weniger auskommen müssten.
Allerdings meldete er Zweifel an, ob eine Gesetzesänderung
dieser Entwicklung entgegenwirken könne. Sinnvoller, so
Austermann, sei eine Senkung der Lohnnebenkosten.
SSW verweist auf Präzedenzfall im Kreis
Stormarn
Der SSW möchte mit dem Gesetzentwurf das
schleswig-holsteinische Tariftreuegesetz ergänzen: Künftig
sollen auch Busunternehmen, die einen öffentlichen Auftrag
erhalten, in Schleswig-Holstein geltende Tarifverträge
einzuhalten. Bisher gilt das 2003 beschlossene Tariftreuegesetz
nur für den Bau, die Abfallentsorgung und den Schienenverkehr. Die Partei der
dänischen Minderheit reagiert damit auf einen Präzedenzfall:
Die Kieler Autokraft hatte kürzlich bei einer Ausschreibung im
Kreis Stormarn den Zuschlag erhalten. Das Unternehmen entlohnt
die Busfahrer in diesem Fall mit 8,32 Euro pro Stunde. Neben der
Ausweitung der Tariftreue auf Busunternehmen schließt der
Gesetzentwurf des SSW ein begriffliches Schlupfloch für die
Baubranche, die bereits an das Tariftreuegesetz gebunden ist,
indem auch Dienstleistungen auf den Bau künftig davon erfasst
werden. Überdies soll das Tarifgesetz künftig unbefristet
gelten.
Der Gesetzentwurf wurde federführend an den
Wirtschaftsausschuss und mitberatend an den Innen- und
Rechtsausschuss überwiesen.
Weitere
Hauptredner: Johannes
Callsen (CDU), Bernd Schröder (SPD), Heiner Garg (FDP), Klaus
Müller (Grüne)
Hintergrund:
Der SSW legt dem Landtag einen
Entwurf zur Erweiterung des schleswig-holsteinischen
Tariftreuegesetzes vor. Künftig soll nach den Willen der
Oppositionspartei auch die öffentliche Auftragsvergabe an
Busunternehmen an die Einhaltung der örtlichen
Tarifverträge geknüpft sein.
Bislang dürfen nach einem Landtagsbeschluss aus
dem Jahr 2003 öffentliche Aufträge des Landes in den
Bereichen Bau, Abfallentsorgung und
Schienen-Personennahverkehr in Schleswig-Holstein nur an
Unternehmen vergeben werden, die ihren Mitarbeitern den am
Ort der Leistungserbringung gültigen Tariflohn zahlen.
Die Regelung gilt für Aufträge ab 10.000 Euro. Hierdurch
sollen heimische Unternehmen vor Billiganbietern
geschützt werden.
Das Kieler Bus-Unternehmen Autokraft ist im Februar
in die Kritik geraten, weil die Firma bei einer
Ausschreibung im Kreis Stormarn mit einem günstigen
Angebot erfolgreich war, das unter anderem einen
Stundenlohn von 8,32 Euro für die Busfahrer vorsieht. Da
dieser Betrag unter dem gültigen Tarif liegt, will
Autokraft einen Subunternehmer aus Mecklenburg-Vorpommern
einsetzen. Hierdurch, so die Gewerkschaft Ver.di, seien 40
Arbeitsplätze am Standort Bad Oldesloe bedroht.
|
|
|
Absage an
Masterplan
Grüne wollten zügige
Strukturen für Nordstaat
|
Kiel (SHL/24.03.) Die schwarz-rote
Koalition sowie FDP und SSW im Landtag haben der von den Grünen
geforderten zügigen Fusion der Länder Schleswig-Holstein und
Hamburg zum Nordstaat eine klare Absage erteilt. Der von der
Oppositionspartei anvisierte "Masterplan" sei
ungeeignet, um die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des
Landesteils Schleswig zu beheben, so die Kritik der
Abgeordneten. Hintergrund: Die Grünen fürchten, dass die
Kreise nördlich des Nord-Ostsee-Kanals im Zuge des
Staatsvertrages zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein zur
Metropolregion von der allgemeinen ökonomischen Entwicklung
abgekoppelt werden. Dies – so die These der Oppositionspartei
– könne zu einem Zerbrechen des Lande führen.
Unisono sahen die Vertreter der
Regierungsfraktionen, der Liberalen und des SSW in dem
Masterplan keine Lösung für die strukturschwachen Gebiete im
Landesteil Schleswig. Dies führe zu einem Identitätsverlust
für die Menschen im Land. Schleswig-Holstein sei ein "wichtiger
Anker der Demokratie". Statt dessen gelte es, die
Kooperation mit Hamburg auszuweiten. Auch Innenminister Ralf
Stegner (SPD) erteilte dem Zentralismus "über die Köpfe
der Menschen hinweg" eine Absage. Die Wachstumschancen der
Metropolregion müssten gestärkt werden, gleichzeitig müsse
man im Norden über eine bessere Zusammenarbeit mit Dänemark
nachdenken.
Die Grünen verteidigten ihren Vorstoß: Ein
Nordstaat schaffe die institutionelle Voraussetzung für eine
faire Wirtschaftspolitik, der auch die Region jenseits des
Nord-Ostsee-Kanals berücksichtigt. Zur Zeit sei das Gegenteil
der Fall: Hamburg würde über die Metropolregion rigoros seine
eigenen Interessen vertreten.
Der Antrag wurde an Innen- und Rechtsausschuss
mitberatend an den Wirtschaftsausschuss und den Europaausschuss
überwiesen.
Hauptredner:
Karl Martin Hentschel (Grüne), Johann
Wadephul (CDU), Lothar Hay (SPD), Günther Hildebrand (FDP),
Anke Spoorendonk (SSW)
Hintergrund:
Die Grünen
fordern Landtag und Landesregierung auf, einen
"Masterplan" zur Errichtung eines gemeinsamen
Nordstaates zu erstellen. Das neue Bundesland soll
Schleswig-Holstein und Hamburg umfassen und auch anderen
Ländern offen stehen. Dies sieht die Oppositionspartei
als Alternative zur jüngst vorangetriebenen Stärkung der
Metropolregion Hamburg. Durch die Metropolregion, so die
Befürchtung der Grünen, würden die strukturschwachen
Teile Schleswig-Holsteins abgehängt. Zudem entstehe ein
Demokratie-Defizit, weil wesentliche Entscheidungen nicht
mehr in den gewählten Parlamenten, sondern in den Gremien
der Metropolregion getroffen würden.
Die beiden Nordländer kooperieren bereits auf
vielen Ebenen. 2003 ist die HSH Nordbank an die Stelle der
beiden vormaligen Landesbanken getreten. Vor zwei Jahren
wurden die Statistischen Landesämter fusioniert. Das neue
"Statistische Amt für Hamburg und
Schleswig-Holstein" mit insgesamt 481 Mitarbeitern
hat seinen Sitz in Hamburg und in Kiel. Auch die
Datenzentrale Schleswig-Holstein sowie das Landesamt für
Informationstechnik Hamburg und ein Teil des Senatsamtes
für Bezirksangelegenheiten der Hansestadt haben sich
zusammengeschlossen. Die neue Behörde "Dataport"
mit Standort in Altenholz bei Kiel und Hamburg hat
insgesamt 1.196 Mitarbeitern. Die beiden Eichverwaltungen
gehen ebenfalls gemeinsame Wege. Die "Eichdirektion
Nord" mit 94 Mitarbeitern hat ihren Sitz in Kiel. Die
geplante Fusion der Obergerichte hingegen will Hamburg
nicht weiter betreiben.mehr
Informationen: plenum-online,
Dezember
2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/dezember2005/
texte/17_16_mehrwersteuer_staatsvertragfoerderfonds.htm)
|
|
|
* * * * *
| |
|