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Berufsschulen: Geteilte
Meinungen zum Zentralisierungsgedanken
Opposition sieht
Autonomie der Schulen gefährdet
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Kiel (SHL/22.03.)
Das neue Konzept des Bildungsministeriums zur Umorganisation der
schleswig-holsteinischen Berufsschulen und zur Einrichtung von
zentralen Bezirksfachklassen
wird nicht zurückgezogen. Entsprechende Anträge seitens der
Grünen und der FDP wurden mit den Stimmen der schwarz-roten
Koalition abgelehnt. Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD)
versuchte in diesem Zusammenhang Befürchtungen der Opposition
zu entschärfen, dass künftig wieder mehr in die
Eigenständigkeit der Berufsschulen eingegriffen werde.
Gleichzeitig
wies die Ministerin darauf hin, dass das Land noch immer eine
Lenkungsfunktion habe und die Berufsschulen nicht in die
vollkommene Autonomie entlassen werden könnten. Zugleich
stellte sie klar:: "Kein einziger Schulstandort ist
gefährdet. Wir haben bis 2010 fast überall tragfähige
Lösungen gefunden."
In der bildungspolitischen
Debatte äußerte Ekkehard Klug (FDP) die Befürchtung, dass vor
dem Hintergrund des Konzepts der Regierung die Regionalen
Berufsbildungszentren (RBZ) zu "Potemkinschen
Dörfern" verkommen würden. Karl-Martin Hentschel (Grüne)
warf der Regierung zentralistische Tendenzen vor, die nicht mit
einer Entwicklung zu mehr Eigenständigkeit vereinbar seien.
Während die CDU-Politikerin
Sylvia Eisenberg eine ökonomisch sinnvolle Klassenbildung vor
dem Hintergrund einer veränderten Ausbildungssituation vor Ort
anmahnte, nannte Jutta Schümann (SPD) die Rücknahme-Forderung
der FDP ein "Unding". Dies sei auch nicht im Interesse
der Auszubildenden, mutmaßte sie. Lars Harms (SSW) warnte
davor, dass ländliche Berufsschulstandorte als Verlierer aus den
Berufsschulplänen hervorgehen.
Hintergrund:
Die FDP spricht sich gegen die Regierungspläne
zur Umorganisation der schleswig-holsteinischen
Berufsschulen und zur Einrichtung von Bezirksfachklassen
aus und fordert stattdessen mehr Freiraum für die
Lehranstalten. Hintergrund ist das Konzept des
Bildungsministeriums zur "Beschulung in gewerblichen
Ausbildungsberufen mit lernfeldstrukturierten
Rahmenlehrplänen". Es sieht die Konzentration von
Lehrlingen bestimmter Berufe in Bezirksfachklassen vor.
Dies soll ab dem zweiten Lehrjahr möglich und ab dem
dritten Lehrjahr bindend sein. Hintergrund ist der
Rückgang der Ausbildungsplätze in Industrie und
Handwerk, die Spezialisierung der Berufsbilder und die
damit verbundene Neuordnung insbesondere der
gewerblich-technischen Berufe. Dies hat zu einem Rückgang
der Schülerzahlen in den entsprechenden Fachklassen an
den Berufsschulen geführt. Die Neuregelung soll eine
angemessene Beschulung in ökonomisch vertretbaren
Klassengrößen gewährleisten. Betroffen von der Regelung
sind 29 der 41 Berufsschulen des Landes.
Die Liberalen hingegen verweisen auf das jüngst
von Schwarz-Rot auf den Weg gebrachte Konzept der
Regionalen Berufsbildungszentren (RBZ), das den Schulen
rechtliche und wirtschaftliche Selbstständigkeit
zugesteht. Sie sehen in dem Konzept der Bezirksfachklassen
einen Widerspruch zu der in Aussicht gestellten
Eigenständigkeit.
Die Berufsschule vermittelt im Rahmen der dualen
Berufsausbildung gemeinsam mit den ausbildenden Betrieben
eine Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten
Ausbildungsberuf und erweitert die allgemeine Bildung. Die
Auszubildenden in rund 150 Ausbildungsberufen werden in
Fachklassen für Einzelberufe oder Berufsgruppen
zusammengefasst. An den berufsbildenden Schulen im Lande
werden im laufenden Schuljahr 87.614 junge Menschen
unterrichtet. Das sind 2,9 Prozent oder 2.500 mehr als im
Vorjahr.
Ein Änderungsantrag der Grünen sieht folgenden
Passus vor: "Die Berufsschulen werden lediglich
verpflichtet, sich regional über die Standorte für die
Ausbildungsberufe verbindlich abzustimmen."
mehr
Informationen: plenum-online,
November
2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/november2005/
texte/45_42_regbz_lehrerausbildung.htm)
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Von der
Tagesordnung abgesetzt
Hauptredner:
Hintergrund:
Der Bildungsausschuss empfiehlt dem Plenum mit
Koalitionsmehrheit, einen CDU/SPD-Antrag zur Neuordnung
der Lehrerbildung anzunehmen und einen entsprechenden
Antrag der Grünen abzulehnen.
Schwarz-Rot unterstützt darin eine Ausbildung der
Pädagogen nach dem Bachelor/Master-System, betont aber,
dass dies auf Grundlage der Vereinbarungen der
Kultusministerkonferenz sowie „in enger Abstimmung mit
den norddeutschen Ländern" geschehen solle. Die
Koalition will zudem, dass auch in der neu geregelten
Ausbildung die Unterschiede zwischen den verschiedenen
Schularten erhalten bleiben müssten.
Demgegenüber hatten die Grünen weiter gehende
Neuerungen gefordert. Unter anderem sollen die Pädagogen
nicht für unterschiedliche Schularten, sondern für
bestimmte Altersstufen (Grundschule, Sekundarstufe 1,
Sekundarstufe 2) ausgebildet werden. Zudem regen die
Grünen ein praktisches Jahr an einer Schule („Assistant
Teacher-Jahr) nach dem Bachelor-Abschluss an.
Einig sind sich beide Anträge darin, dass bei der
Lehrer-Ausbildung verstärkt auf Schulpraktika gesetzt
werden soll.
An den 1.088 Schulen im Lande unterrichten rund
25.000 Lehrer.
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Informationen: plenum-online,
September
2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/september2005/
texte/24_35_lehrer_jugendarbeitslosigkeit.htm)
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