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Auf
dieser Seite: Minderheitenschutz
– Europabericht
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Top 16:
Schutz und Förderung der Kultur der autochthonen
nationalen Minderheiten
Antrag der Abgeordneten des SSW |
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Top 40:
"Schleswig-Holstein in Europa: Wir nutzen unsere
Chancen" Europapolitische Schwerpunkte der Landesregierung
2006 – Europabericht 2006
Federführend ist das Ministerium für Justiz, Arbeit und
Europa |
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Minderheitenschutz
soll
Staatsziel werden
SSW will
autochthone Minderheiten im
Grundgesetz unterbringen
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Kiel (SHL/22.03.)
Parlament und Regierung haben sich grundsätzlich für die
Förderung der heimischen Minderheiten als Staatsziel
ausgesprochen. Der SSW hatte einen entsprechenden Antrag ins
Parlament eingebracht, demnach die die Landesregierung aufgefordert
wird, sich für eine Erweiterung von Artikel 20 im Grundgesetz
einzusetzen. Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU)
rief jedoch zur Geduld auf: Er sprach sich dafür aus, zunächst
den Abschlussbericht der Enquete-Kommission "Kultur in
Deutschland" im kommenden Jahr abzuwarten."
Antragstellerin Anke
Spoorendonk, Vorsitzende des SSW im Landtag, bezeichnete den
Schutz der autochthonen Minderheiten als "Herzensangelegenheit".
200.000 Menschen in Schleswig-Holstein gehören einer solchen,
"seit Jahrhunderten im Lande heimischen Minorität"
an. Mit der Forderung nach Aufnahme der Kultur nimmt
der SSW eine Forderung der Bundestags-Enquète-Kommission
"Kultur in Deutschland" auf. Der
Minderheiten-Passus wird auch vom Minderheitenrat der vier
nationalen Minderheiten in Deutschland angemahnt. Hierzu
zählen die Dänen, die Friesen, die Sorben sowie die
Sinti und Roma. Bereits 1993 war im Schleswig-Holsteinischen
Landtag ein ähnlicher Vorstoß verabschiedet worden.
Der Antrag wurde an
den Europaausschuss überwiesen; der Bildungsausschuss soll
beratend unterstützen.
Weitere Stimmen aus der Debatte:
Wilfried Wengler (CDU): Im Prinzip deckt
Artikel 3 GG die kulturelle Integrität autochthoner
Minderheiten ab. Für Toleranz, Einfühlungsvermögen und
Verständnis bedarf es keines Gesetzes. Der Vorstoß ist
trotzdem zu begrüßen.
Ekkehard Klug (FDP): Nur drei
Bundesländer haben entsprechende Artikel in ihrer
Landesverfassung. Es könnte schwierig werden, im Bundestag eine
Mehrheit für einen solchen Vorstoß zu finden. Das Ansinnen des
SSW ist jedoch unterstützenswert.
Rolf Fischer (SPD): Seit 1993 hat sich in
der Minderheitenpolitik eine Menge getan. Noch ist der
Minderheitenschutz im Grundgesetz eine Verfassungslücke
zwischen Landes- und Europapolitik
Anne Lütges (Grüne): Neben der Aufnahme
der Minderheiten in das Grundgesetz sollten wir die Schaffung
eines eigenen Haushaltstitels auf Bundesebene verfolgen. Die
Förderung der nationalen Minderheiten muss Aufgabe des Bundes
in Zusammenarbeit mit den zuständigen Ländern sein.
Hintergrund:
Der SSW fordert die Landesregierung auf, sich
für die Aufnahme der Kultur und der nationalen
Minderheiten ins Grundgesetz einzusetzen. Die Partei der
dänischen Minderheit und eines Teils der friesischen
Volksgruppe schlägt folgenden Passus vor, der als Artikel
20 b in die Bundesverfassung eingefügt werden soll: „Der
Staat schützt und fördert die Kultur. Der Schutz und die
Förderung gelten auch für die Kultur der autochthonen
nationalen Minderheiten."
Mit der Forderung nach Aufnahme der Kultur nimmt
der SSW eine Forderung der Bundestags-Enquète-Kommission
"Kultur in Deutschland" auf. Der
Minderheiten-Passus wird auch vom Minderheitenrat der vier
nationalen Minderheiten in Deutschland angemahnt. Hierzu
zählen die Dänen, die Friesen, die Sorben sowie die
Sinti und Roma.
Bislang ist der Minderheiten-Schutz Bestandteil
mehrerer Landesverfassungen: Schleswig-Holstein (Dänen
und Friesen), Niedersachsen (Friesen), Brandenburg (Sorben)
und Sachsen (Sorben). Für die Aufnahme ins Grundgesetz
hat sich bislang keine Mehrheit gefunden. Die Kritiker
argumentieren unter anderem, die Minderheiten würden
bereits durch den Grundgesetz-Artikel 3 geschützt („Niemand
darf wegen (…) seiner Heimat und Herkunft (…)
benachteiligt oder bevorzugt werden").
Auch die momentan auf Eis liegende Europäische
Verfassung kennt keinen Schutz nationaler Minderheiten. Im
Verfassungskonvent hatten sich unter anderem Vertreter
Frankreichs und Griechenlands gegen die Aufnahme gesperrt.
Die vier Minderheiten-Gruppen in Deutschland sind
zahlenmäßig klein: Im Norden Schleswig-Hosteins leben
rund 50.000 dänische Südschleswiger. 10.000 Menschen im
Kreis Nordfriesland und 2.000 Bewohner des zum
niedersächsischen Landkreis Cloppenburg zählenden
Saterlandes sprechen eine der verschiedenen friesischen
Mundarten. Hinzu kommen etwa 70.000 Sinti und Roma, die
vornehmlich in den alten Bundesländern leben, und rund
60.000 Sorben in der Ober- und der Niederlausitz.
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"Europapolitik
ist konkrete Landespolitik"
Landesregierung legt Europabericht vor
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Kiel (SHL/24.03.)
Mit Lob haben Vertreter aller Fraktionen den Europa-Bericht der
Landesregierung aufgenommen. Er spreche alle künftigen
Herausforderungen der Europa-Politik im Lande an, so die
einhellige Meinung im Plenum. Europaminister Uwe Döring (SPD)
sagte, dieser Bericht stünde im Zeichen der Ernüchterung nach
den gescheiterten Verfassungsreferenden in den Niederlanden und
in Frankreich. "Europapolitik ist konkrete Landespolitik,
und deshalb müssen wir die Europafähigkeit des Landes
stärken", so Döring. Er fügte hinzu, Schleswig-Holstein
müsse künftig ein Motor im Ostseeraum sein und versprach,
Parlament und Öffentlichkeit in Zukunft akribisch über alle
Schritte in der Europapolitik zu informieren.
Daten aus dem Bericht: Die Landesregierung
unterstützt die Lissabon-Strategie der EU, demnach
die Union bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und
dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt aufsteigen
will. Zur Umsetzung dieser Strategie im Lande hat das
zuständige Europaministerium zwei neue Programme
aufgelegt: Im "Zukunftsprogramm Wirtschaft"
(dem Nachfolger des "Regionalprogramm 2000")
sowie einem geplanten neuen Arbeitsmarktprogramm
sollen die Mittel der EU, des Bundes und des Landes
zusammengefasst werden. Der Bericht
unterstreicht die Bedeutung der regionalen
Zusammenarbeit innerhalb der EU, etwa im Ostseeraum,
in der Öresund-Region aber auch mit Hamburg. Als
wichtiges Projekt wird die Fehmarnbelt-Querung
genannt. Im Lande selbst soll
die Bedeutung europäischer Beziehungen vermittelt
werden, zum Beispiel mit den Informationsstellen
"Europe Direcht-Relais" in Kiel und
Sankelmark, der jährlichen Europawoche und
Europa-Tagen an den Schulen des Landes.
Die CDU forderte, die soziale
Balance in bezug auf den europäischen Binnenmarkt nicht aus den
Augen zu verlieren. Von Seiten der SPD kam der Vorschlag,
Kernkompetenzen zu erkennen und diese auszubauen, ansonsten
könne Schleswig-Holstein keine Motor-Funktion im Ostseeraum
einnehmen. Die FDP wünscht sich mehr Förderung der
Spitzenforschung seitens der EU und der SSW forderte eine
stärkere Bürgernähe. Allein auf Freizügigkeit zu setzen, sei
der falsche Weg. Die Grünen hoben hervor, dass es keine
Alternative zum Europäischen Einigungsprozess gibt. Der Bericht
wurde in den Europaausschuss sowie an alle anderen Ausschüsse
zur weiteren Beratung überwiesen.
Stimmen aus dem Plenum:
Manfred Ritzek (CDU): Der
Bericht sagt eine Dynamisierung der Europa-Politik zu, daran
wollen wir als Parlament teilnehmen. Die Eckpunkte sind eine
gute Grundlage für zielorientierte Arbeit in allen
Ausschüssen.
Rolf Fischer (SPD):
Schleswig-Holstein als Land zwischen den Meeren ist nicht nur
als touristischer Slogan zu verstehen, sondern auch als
geostrategische Herausforderung. Wir müssen auch die
Nordseekooperation und die Zusammenarbeit mit Dänemark fördern
und ausbauen.
Ekkehard Klug (FDP): Überflüssige
Bürokratie muss weiter abgebaut werden. Nur so wird auch
Europamüdigkeit bekämpft. Weniger Regelungswut ist eine
wesentliche Voraussetzung für die Europäische Integration.
Anne Lütkes (Grüne): Der
Kernsatz im Bericht: ´Europa beginnt zu Hause´, ist sehr
treffend. Jedoch fehlen klare Worte über eine gerechte
Verteilung der Finanzmittel.
Anke Spoorendonk (SSW):
Die Landesregierung verschweigt nicht, dass die Europa-Akzeptanz
in einer Krise steckt. Wir sollten diese Vertrauenskrise nutzen,
um uns von der Idee eines europäischen Bundesstaates zu lösen
und zu versuchen, die Herzen und Köpfe der Bürger besser zu
erreichen.
Hintergrund:
Die Landesregierung legt dem
Parlament den Europabericht für das laufende Jahr vor.
Künftig soll ein solcher Bericht jährlich erstellt
werden. Bislang war die nur einmal in jeder Wahlperiode
der Fall. Einige Aspekte:
- Die Landesregierung
unterstützt die Lissabon-Strategie der EU, demnach
die Union bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und
dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt aufsteigen
will. Zur Umsetzung dieser Strategie im Lande hat das
zuständige Europaministerium zwei neue Programme
aufgelegt: Im "Zukunftsprogramm Wirtschaft"
(dem Nachfolger des "Regionalprogramm 2000")
sowie einem geplanten neuen Arbeitsmarktprogramm
sollen die Mittel der EU, des Bundes und des Landes
zusammengefasst werden.
- Der Bericht
unterstreicht die Bedeutung der regionalen
Zusammenarbeit innerhalb der EU, etwa im Ostseeraum,
in der Öresund-Region aber auch mit Hamburg. Als
wichtiges Projekt wird die Fehmarnbelt-Querung
genannt.
- Im Lande selbst soll
die Bedeutung europäischer Beziehungen vermittelt
werden, zum Beispiel mit den Informationsstellen
"EuropeDirecht-Relais" in Kiel und
Sankelmark, der jährlichen Euroopawoche und
Europa-Tagen an den Schulen des Landes.
mehr
Informationen: plenum-online,
Januar
2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2005/texte/40_europabericht.htm)
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