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Erhalt des Landeswaldes
Antrag der Fraktion der FDP – Drs. 16/649

FDP fürchtet Verkauf des Landeswaldes
Landesregierung prüft verschiedene Privatisierungsmodelle

Kiel (SHL/23.03.) Die Liberalen machen mobil gegen einen möglichen Verkauf des Landeswaldes: Erhalt und Bewirtschaftung der Forsten seien eine öffentliche Aufgabe und hätten zudem eine Vorbildfunktion für den Kommunal- und Privatwald, begründeten die Liberalen ihren Antrag, den landeseigenen Wald nicht zu verkaufen. Redner von SPD und CDU wiesen in der Debatte energisch darauf hin, dass es keine fertigen Pläne für einen vollständigen Verkauf gebe. Umweltminister Christian von Boetticher (CDU) sagte, es würden angesichts des hohen Defizits verschiedene Modelle für eine Privatisierung geprüft, darunter auch die Überführung der Forsten in eine Gesellschaft öffentlichen Rechts.

Als waldärmstes Flächenland im Bund könne sich Schleswig-Holstein den Verkauf des Waldes nicht leisten, konstatierte Günther Hildebrand (FDP). Seiner Argumentation, dass mit Blick auf das Gemeinwohl auch die Kosten für die Verwaltung zu rechtfertigen seien, widersprach von Boetticher: Angesichts der schwersten Finanzkrise des Landes seien Denkverbote das Allerletzte, was man sich leisten könne.

Die Union bezeichnete den FDP-Vorstoß als "reinen Populismus"; die SPD wunderte sich, dass die FDP als Partei der Privatisierung plötzlich ein Herz für Staatsausgaben entdecke. Der anvisierte Verkauf bedeute keinesfalls, dass die Motorsägen-Industrie Konjunktur haben werde, betonte Hartmut Hamerich (CDU). Angesichts der Finanzprobleme des Landes sei ein Verkauf unvermeidbar. Zudem müssten die Förster wieder betriebswirtschaftlich arbeiten können. Inhaltlich grenzte sich Sandra Redmann (SPD) sich etwas von der Position der Union ab und sprach sich gegen einen kompletten Verkauf des Landeswaldes aus. Vor dem Hintergrund, dass die Unterhaltung des 52.000 Hektar umfassenden Staatswaldes in Schleswig-Holstein jährlich rund zehn Millionen Euro kostet, sei es aber legitim, über Privatisierungen nachzudenken.

Bevor das Thema dem Umweltausschuss zugeleitet wurde, wandte sich Karl-Martin Hentschel (Grüne) strikt gegen einen Verkauf des Landeswaldes und schlug die Einrichtung einer Landesstiftung vor. Und der SSW-Abgeordnete Lars Harms warnte davor, den Landeswald zu einem reinen Holzlieferanten zu degradieren. Er erinnerte daran, dass sich der Landtag 1995 im Rahmen einer Waldresolution auf eine Steigerung der Waldfläche von zehn auf auf zwölf Prozent geeinigt hatte.

Zahlen aus dem waldärmsten Bundesland

Schleswig-Holstein ist laut dem jüngsten Forstbericht der Landesregierung das waldärmste Flächenland in Deutschland: Während im Bundesdurchschnitt die Waldfläche bei rund 30 Prozent liegt, sind es hierzulande nur 9,9 Prozent. Die ausgiebigsten Waldspaziergänge können in den Kreisen Herzogtum Lauenburg mit seinem Sachsenwald sowie im Kreis Segeberg gemacht werden, wo der Waldanteil 24,6 beziehungsweise 15,1 Prozent beträgt. Die wenigsten Bäume vor ihrer Haustür haben die Bürger in Dithmarschen: Hier liegt der Waldanteil bei 3,3 Prozent. Von den 155.000 Hektar Waldfläche im nördlichsten Bundesland wird rund die Hälfte (80.000 Hektar/51Prozent) privat bewirtschaftet; 52.000 Hektar (34 Prozent) sind Staatswald und 23.000 (15 Prozent) Körperschaftswald.


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