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Auf dieser Seite: Universitätsrat  –  Föderalismusreform

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Aktuelle Stunde oder Top 27: 
...zum Thema: Konsequenzen aus der geplanten Einrichtung eines "Universitätsrates Schleswig-Holstein"
Antrag der Abgeordneten des SSW

Drucksache: 16/665
-Plenarprotokoll-
  zum Text


Top 32: 
Reform des Föderalismus
Mündlicher Bericht der Landesregierung
Bericht und Beschlussempfehlung des Innen- und Rechtsausschusses
(Ausschussüberweisung am 25. Januar 2006)
Änderungsantrag der Fraktion B´90/Die Grünen – Drs. 16/688
Drucksache: 16/637
-Plenarprotokoll-
  zum Text
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Am Universitätsrat scheiden
sich die Geister

Opposition hinterfragt Kompetenz des Gremiums / Minister verspricht sich mehr Wettbewerbsfähigkeit

Kiel (SHL/23.03.). Der von der Landesregierung und den Hochschulen geplante Universitätsrat Schleswig-Holstein, der die Arbeit der Unis Kiel, Lübeck und Flensburg koordinieren soll, sorgt für Zündstoff zwischen Regierung und Opposition. FDP, Grüne und SSW bezweifelten in einer von der Partei der dänischen Minderheit beantragten Aktuellen Stunde, dass ein solches Gremium die Wettbewerbsfähigkeit der Universitäten stärken könne. Damit bezogen sie Stellung gegen Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU), der sich mit den Hochschulen bereits auf die Gründung des Rates verständigt hat. Austermann verspricht sich von diesem Schritt mehr Effizienz bei Forschung und Wissenschaft. Einen entsprechenden Gesetzentwurf will die große Koalition im April auf den Weg bringen. Ursprünglich hatte Austermann eine Fusion der Hochschulen anvisiert. 

Der SSW warf Austermann einen undemokratischen Führungsstil vor. Es könne nicht sein, dass der Minister ohne Rücksprache mit dem Parlament die Einführung  Hochschulrat auf den Weg bringe. Die Liberalen warnten in der Debatte vor den überzogenen Kompetenzen eines solchen Rates: Die sieben ehrenamtlichen Mitglieder könnten unmöglich kompetent über die Geschicke der Landeshochschulen entscheiden. In dieselbe Richtung argumentierten die Grünen: Es bleibe zu hoffen, dass das Ganze nur ein Testballon sei.

Austermann wies die Vorwürfe als populistisch zurück: Die Opposition bewege sich nicht auf der Höhe der Zeit. Die Hochschullandschaft müsste neu organisiert werden, um sich dem Wettbewerb um Drittmittel stellen zu können. Dafür bedürfe es einer Kooperation. Unterstützung erhielt der Minister von der Regierungsfraktionen: Von einer Missachtung des Parlamentes könne keine Rede sein. Zur Zeit lege noch nicht einmal ein Referentenentwurf für die Einführung des Hochschulrates vor – über einen Gesetzentwurf werde im Landtag selbstverständlich zu gegebener Zeit beraten, verlautete aus den Reihen von CDU und SPD.

Stimmen aus der Debatte

Anke Spoorendonk (SSW): Austermann hat den Rektoren die Pistole auf die Brust gesetzt: ´Wenn ihr die Fusion nicht wollt, dann gibt es wenigstens den Rat´. Unklar ist nur, welche Aufgaben und Kompetenzen er künftig haben soll.

Niclas Herbst (CDU): Es ist gut, dass sich etwas bewegt. Die Hochschullandschaften müssen zueinander finden. Deshalb ist der eingeschlagene Weg im Grundsatz richtig.

Jürgen Weber (SPD): Zurzeit liegt weder ein Referenten- geschweige denn ein Gesetzentwurf zur Novellierung des Hochschulgesetzes vor. Deswegen gibt es auch noch keine Beratungsgrundlage über die Einrichtung des Universitätsrates.

Ekkehard Klug (FDP): Die späte Begeisterung der CDU für Räteorgane ist bizarr. Es geht hier nicht um Kaffeezirkel, es geht hier um Steuerung und Überwachung, es geht um Handlungskompetenzen im großen Stil.

Karl-Martin Hentschel (Grüne): In der Presse ist der Eindruck erweckt worden, alles sei geregelt. Dabei hat die Diskussion erst begonnen. Es bleibt zu hoffen, dass das Ganze nur ein Testballon ist.

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Hintergrund:
  Auf Antrag des SSW berät der Landtag über den geplanten Hochschulrat, der die Arbeit der drei Universitäten Kiel, Lübeck und Flensburg koordinieren soll.
  Nach monatelangen Diskussionen haben sich die drei Unis und das Wissenschaftsministerium Anfang März auf die Einrichtung dieses Gremiums geeinigt. Es soll über die Berufung der Professoren, die Wirtschaftspläne und die Verteilung der Landesmittel (rund 190 Millionen Euro jährlich) zentral entscheiden. Die drei Standorte sollen jeweils zwei Mitglieder stellen. Diese sechs wählen als Vorsitzenden ein siebtes Ratsmitglied. Den entsprechenden Gesetzentwurf will die Regierung im April auf den Weg bringen. Das Wissenschaftsministerium will durch die Verzahnung der drei Unis Kosten sparen, wissenschaftliche Synergien erreichen und Doppelangebote abbauen.
  Ursprünglich hatte Wissenschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) den Zusammenschluss der drei Standorte zu einer Landesuniversität angestrebt. Demnach sollten zwar alle drei Teilstandorte erhalten bleiben, der Verwaltungssitz sollte jedoch zentral nach Kiel kommen. Die Christian Albrechts Universität in der Landeshauptsstadt ist mit 21.000 Studenten der größte Hochschul-Standort im Lande vor Flensburg (3.800) und Lübeck (2.600). Zudem soll zukünftig ein gemeinsamer Ausschuss für Forschung und Lehre die Arbeit der medizinischen Fakultäten in Kiel und Lübeck steuern und die Zuschüsse von 75 Millionen Euro verwalten.

mehr Informationen: plenum-online, November 2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/november2005/
texte/35_hochschulen_fusion.htm)

Stichwort: Aktuelle Stunde
 
Über eine bestimmte Frage von allgemeinem Interesse kann eine Aktuelle Stunde von einer Fraktion oder von mindestens fünf Abgeordneten beantragt werden. Die Redebeiträge einzelner Abgeordneter dürfen nicht länger als fünf Minuten dauern und zusammengenommen sechzig Minuten nicht überschreiten. Die von Mitgliedern der Landesregierung in Anspruch genommene Redezeit bleibt dabei unberücksichtigt, sollte aber dreißig Minuten nicht überschreiten.
 Eine Aktuelle Stunde findet auch statt, wenn während einer Fragestunde ein Fragesteller die Beantwortung durch die Landesregierung für unzureichend hält. Die Aussprache muss unmittelbar nach Schluss der Fragestunde verlangt und durchgeführt werden.

mehr Informationen: Geschäftsordnung des Landtages S-H
(www.landesregierung-sh.de/landesrecht/1101-7fr.htm)

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Debatte zur Föderalismusreform:
Nichts Neues aus Kiel

Kiel (SHL/22.03.) Weitgehend einig, dass bei der geplanten Föderalismusreform noch Nachbesserungsbedarf besteht, haben die schleswig-holsteinischen Parlamentarier ihre zuletzt im Januar und Februar geäußerten Positionen in einer erneuten Debatte zur "Mutter der Reformen" wiederholt (plenum-online, Januar 2006, plenum-online, Februar 2006). Auch Innenminister Ralf Stegner (SPD) untermauerte seinen Standpunkt, im Sinne einer Einflussmaximierung im Bundesrat nicht jeden Standpunkt der Landesregierung zu strittigen Themen wie in der Beamtenbesoldung, der Bildungs- und Hochschulpolitik oder den Strafvollzugskompetenzen vorab klarzumachen. Er versprach, dem Parlament beizeiten Rede und Antwort stehen.

Zugleich wurde im Rahmen der "Kenntnisnahme" eines mündlichen Regierungsberichts aus der Februartagung ein Antrag der Grünen von CDU und SPD abgelehnt. Die Grünen wollten die Landesregierung dazu auffordern, sich im Bundesrat für eine "umfassende fachliche Beratung" zu den einzelnen Punkten der Reform einzusetzen. Dies sei bereits gewährleistet, argumentierte Schwarz-Rot.

Hauptredner: Thomas Stritzl (CDU), Klaus-Peter Puls (SPD), Wolfgang Kubicki (FDP), Anne Lütkes (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW)

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Hintergrund:
  Der Landtag berät erneut über die geplante Föderalismusreform. Grundlage ist ein entsprechender mündlicher Regierungsbericht vom Januar.
  Die von der schwarz-roten Koalition in Berlin erarbeitete tiefstgreifende Verfassungsänderung seit 1949 ist am 10. März in Erster Lesung von Bundestag und Bundesrat behandelt worden und befindet sich nun im parlamentarischen Beratungsverfahren. Hierbei ist von verschiedenen Seiten Änderungsbedarf angemeldet worden, unter anderem bei den Themen Bildungspolitik und Beamtenrecht. Kritiker befürchten "Kleinstaaterei", sollten diese Bereiche in die ausschließliche Länderhoheit fallen.
  Die Reform sieht unter anderem vor, den Anteil der im Bundesrat zustimmungspflichtigen Bundesgesetze von derzeit etwa 60 auf 35 bis 40 Prozent zu reduzieren. Dies soll dadurch erreicht werden, dass – anders als bisher im Grundgesetz vorgesehen – eine Zustimmungsbedürftigkeit der Länderkammer nicht schon dann eintritt, wenn der Bund in einem Gesetz auch das Verwaltungsverfahren mitregelt.
  Künftig soll der Bund das Verwaltungsverfahren in der Regel ohne Zustimmung des Bundesrats festlegen können. Die Länder dürften dann aber – und das ist neu – von diesen Bestimmungen durch eigene Gesetze abweichen. Der Bund erhofft sich hierdurch mehr Freiräume und weniger Vermittlungsverfahren.
  Im Gegenzug sollen auch die Länder mehr Gestaltungsspielräume erhalten. Dies betrifft vor allem die Bereiche Bildungs- und Hochschulpolitik sowie das Umweltrecht. Hier soll der Bund zwar weiter Regelungen verabschieden können und auch über den Hochschulzugang und Hochschulabschluss bestimmen. Auch soll der Bund die Möglichkeit erhalten, ein einheitliches Umweltgesetzbuch zu erlassen, dass erstmals alle Gebiete des Umweltrechts umfassen könnte. Aber: In beiden Fällen können die Länder abweichende Gesetze erlassen. Im Bereich der Hochschule sollen demnach auch die Gemeinschaftsaufgaben aufgegeben werden. Der Bund beteiligt sich jedoch weiterhin an Hochschulbau, Forschungsförderung und Bildungsplanung.
  Zudem sollen die Länder künftig allein für die Besoldung und Altersversorgung ihrer Beamten zuständig sein. Statusfragen der Beamten regelt dagegen weiterhin der Bund. Ferner wird in einer ganzen Reihe von Sachgebieten die Gesetzgebungszuständigkeit allein auf die Länder verlagert worden - vom Ladenschluss bis hin zum Strafvollzug.
  Andererseits soll der Bund etwa über die Nutzung der Kernenergie allein bestimmen können. Das Bundeskriminalamt (BKA) kann tätig werden, wenn eine länderübergreifende Terrorgefahr vorliegt.
  In einem Teilbereich ist vorgesehen, auch eine neue Art von Zustimmungszwang des Bundesrats einzuführen. Der Bund soll den Ländern ohne deren Zustimmung keine Geldleistungen mehr aufdrücken können. Das war eine alte Forderung der Länder, die sich in der Vergangenheit immer wieder über die Übertragung von Kosten durch den Bund beschwert hatten, gegen die sich nicht wehren konnten.
  Ein kurz vor der Sitzung eingebrachter Antrag der Grünen fordert die Landesregierung dazu, sich im Bundesrat für eine "umfassende fachliche Beratung" zu den einzelnen Punkten der Reform einzusetzen

mehr Informationen: plenum-online, Januar 2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2006/
texte/08_14_foederalismusreform.htm)

mehr Informationen:
plenum-online,
Februar 2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/februar2006/
texte/01_aktuelle_stunde_foederalismus.htm)

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:
Finanzen /
Sparhaushalt
Universitätsrat

Dringlichkeit:  Bundeswehrstandorte

Außerdem notiert: 
Herzlichen Glückwunsch

I n n e n  / R e c h t

1. Lesungen:
Verfassungsänderung
Informationsgesetz
Polizeigesetz
Beamten-/Richtergesetz
(ohne Aussprache)
2. Lesungen:
Kommunalreform
Metropolregion Hamburg
(ohne Aussprache)
Beamten-/Richtergesetz
(ohne Aussprache)
Anträge:
Luftsicherheitsgesetz
Verwaltungsregionen
Migrationsforschung
(ohne Aussprache)
Bericht:
Föderalismusreform

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. Lesungen:
Behinderte/Gemeindeord.
Brustkrebs- Vorsorgeuntersuchungen
(ohne Aussprache)
Anträge:
Pauschalabgabe Mini-Jobs
Änderung SBG II
Armutsbekämpfung
Krebs-Therapiezentrum
(ohne Aussprache)
Landärzte
(ohne Aussprache)
Barrierefreies Fernsehen
(ohne Aussprache)
Gender Mainstreaming / Entbürokratisierung
(ohne Aussprache)
Berichte:
Kinderarmut
Integration Behinderte

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

1. Lesung:
Tariftreuegesetz
2. Lesung:
Ingenieurgesetz
(ohne Aussprache)
Anträge:
Masterplan für den Norden
Parlamentspartnerschaft Zhejiang
(ohne Aussprache)
Energiepolitik
(ohne Aussprache)
Berichte:
Tourismus
Wirtschaftsraum Brunsbüttel
Außenwirtschaft

F i n a n z e nt

Aktuelle Stunde:
Finanzen / Sparhaushalt
Anträge:
Landesbeteiligungen
Finanzplanung
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Anträge:
Landeswald
Agrarförderung Ländl. Räume
(ohne Aussprache)
Bericht:
Raumordnungsbericht

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Antrag:
Berufsschulangebot
Berichte / Aktuelle Stunde:
Universitätsrat
Lehrerausbildung

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Antrag:
Minderheitenschutz
Berichte:
Europabericht 2006