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Änderung des Gesetzes über den öffentlichen Personennahverkehr in Schleswig Holstein (ÖPNVG)
Gesetzentwurf der Landesregierung
Drucksache: 16/1276
-Plenarprotokoll-

ÖPNV: Bald mehr Aufgaben- und Ausgabenverantwortung bei den Kommunen

Landtag besorgt wegen Reduzierung der Regionalisierungsmittel

Kiel (SHL/22.03.) Die Finanzmittel für den Busverkehr im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sollen aus bisher vier Quellen rückwirkend zum 1. Januar 2007 vom Land gebündelt und pauschal den Kreisen und kreisfreien Städten zugewiesen werden. Ein entsprechender Gesetzentwurf der Landesregierung ist im Landtag auf breite Zustimmung gestoßen. Politiker aller Fraktionen begrüßten in Erster Lesung die Pläne, Aufgaben- und Ausgabenverantwortung auf die Kommunen zu übertragen. Mit Kritik und Besorgnis reagierte indes das Plenum auf den Rückgang der Mittel. Diese sollen von derzeit 59,76 Millionen Euro stufenweise bis 2009 auf jährlich 57,26 Millionen sinken.

Verkehrsminister Dietrich Austermann (CDU) bezeichnete den Entwurf als "Meilenstein für einen attraktiven ÖPNV im Land". Die Kommunen hätten sichere Gestaltungsmöglichkeiten und der Verwaltungsaufwand würde sinken – auch für die Busunternehmen. Das Niveau des Angebots könne trotz der Kürzung der Regionalisierungsmittel vom Bund gehalten werden, versicherte Austermann: "Eine Verschlechterung wird es nicht geben."

Doch genau dieses befürchten die Landtagsabgeordneten. Sollte der Bund die Mittel weiter kürzen, seien auf längere Sicht auch Streckenstilllegungen "kein Tabu mehr", meinte Karsten Jasper (CDU). Sein Koalitionskollege in den Reihen der SPD, Bernd Schröder, fügte an, insbesondere die Finanzierung der Schülerbeförderung müsse in den kommenden Jahren "intensiv diskutiert" werden.

"Einschnitte werden erhebliche Spuren hinterlassen"

Auch Detlef Matthiessen (Grüne) bezeichnete die Reduzierung der Regionalisierungsmittel als "großes Ärgernis". Er forderte die Landesregierung auf, hier eine deutliche Priorität bei den Haushaltsmitteln zu setzen. In die gleiche Kerbe schlug Lars Harms. "Gerade im ländlichen Bereich werden diese Einschnitte erhebliche Spuren hinterlassen", meinte der SSW-Abgeordnete. Er befürchtete, die flächendeckende ÖPNV-Versorgung im Land werde auf Kosten der bestehenden Standards geopfert.

Heiner Garg (FDP) mahnte, die Landesregierung dürfe die Pauschalierung der Zuweisungen nicht für zusätzliche Streichungen nutzen. Seine Kritik: "Zur Kompensation der Kürzung des Finanzausgleiches verteilt die Landesregierung die verkleinerte Finanzausgleichsmasse um und behauptet dann, diese würde deren vorherige Kürzung ausgleichen."

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Hintergrund:
  Die Landesregierung will die bisher aus vier verschiedenen Finanzierungsquellen stammenden Finanzmittel für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zusammenfassen und direkt an die Kreise und kreisfreien Städte geben. Das sieht ein Entwurf zur Änderung des ÖPNV-Gesetzes vor, den das Wirtschaftsministerium dem Parlament zur Ersten Lesung vorlegt. Durch die Bündelung der Ausgabenverantwortung für den ÖPNV auf kommunaler Ebene soll nach Angaben des Ministeriums Planungssicherheit für Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen geschaffen und ein effizienterer Einsatz der ÖPNV-Mittel erreicht werden.'
  Das Land stellt den Kreisen und kreisfreien Städten in diesem Jahr insgesamt 59,76 Millionen Euro für den Busverkehr zur Verfügung. Im Jahr 2008 erhalten sie 58,26 Millionen Euro und ab 2009 jährlich 57,26 Millionen Euro. Über die vom Land zur Verfügung gestellten Mittel sollen die Kreise und kreisfreien Städte mit den Verkehrsunternehmen eine Finanzierungsvereinbarung schließen, die das ÖPNV-Angebot regelt.
  Mit der Zusammenfassung der Mittel entfallen beispielsweise für die Ausgleichsleistungen zur Schülerbeförderung die Antragsbearbeitung und Antragsstellung beim Land. Das verringert nach Angaben des Ministeriums den Verwaltungsaufwand bei den Verkehrsunternehmen und sorgt für mehr Gestaltungsmöglichkeiten für Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger.

mehr Informationen: plenum-online, November 2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/november2006/
texte/13_oepnv-kompensationsmittel.htm)

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