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Lehrer-Ausbildung:
Opposition
fordert rasch neue Konzepte
Kiel
(SHL/21.03.)
"Deutlich vor Jahresende" will Bildungsministerin Ute
Erdsiek-Rave (SPD) ein Gesamtkonzept zur Neugestaltung der Aus- und
Fortbildung von Schleswig-Holsteins Lehrern vorstellen. Damit geht
sie zwar über die Forderung der Fraktionen von CDU und SPD hinaus,
die mit ihrer Mehrheit im Bildungsausschuss ein solches
Regierungspapier bis Ende 2007 erbeten hatten. Die Ministerin blieb
allerdings weit hinter den Vorstellungen von Grünen und SSW
zurück. Die beiden Oppositionsparteien hatten mit Blick auf den
"wachsenden öffentlichen Druck" in dieser Frage einen
Grünen-Antrag aus der Februar-Tagung noch einmal eingebracht und
ein "stimmiges Konzept" bis Juni angemahnt.
Mit Blick auf das im Januar vom Landtag
verabschiedete neue Schulgesetz gebe es "sehr viele Bedenken und
Erwartungen", hieß es bei Grünen und SSW. So werde es
künftig mit den neuen Regional- und Gemeinschaftsschulen keine Grund- und
Hauptschullehrer und auch keine Realschullehrer in der bisherigen
Form mehr geben – hier müsse die Regierung den Betroffenen
schnellstmöglich Orientierung bieten. Ebenso müsse die Umstellung
auf Bachelor- und Masterabschlüsse eingearbeitet werden.
Bei letzterer Frage verwies Ministerin Erdsiek-Rave
auf den noch nicht geklärten Streit in der
Kultusminister-Konferenz. Ansonsten habe sie aber bereits vor
einigen Wochen 1,4 Millionen Euro für die Fortbildung eingeplant:
"Damit kann man eine Menge anfangen", so Erdsiek-Rave. Die
Fraktionen von CDU, SPD und FDP kritisierten, die Initiative der
Grünen und des SSW "bringt uns inhaltlich nicht voran".
Ein Gesamtkonzept müsse "gründlich durchdacht und nicht im
Schnellverfahren" erstellt werden.
Der Antrag wurde schließlich mit den Stimmen von
CDU, SPD und FDP abgelehnt. Die Ausschussempfehlung für ein Konzept
bis Jahresende fand dagegen die Mehrheit von CDU und SPD. FDP,
Grüne und SSW stimmten dagegen, Grünen-Fraktionschef Karl-Martin
Hentschel enthielt sich.
Hauptredner:
Angelika Birk (Grüne), Sylvia Eisenberg
(CDU), Detlef Buder (SPD), Ekkehard Klug (FDP), Anke Spoorendonk
(SSW)
Hintergrund:
Die Landesregierung soll
dem Landtag "ein Konzept für die Neuorientierung der
Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte" vorlegen. Das
fordert der Bildungsausschuss mit den Stimmen von CDU und
SPD gegen FDP und Grüne.
Die Grünen, die das Thema im Februar auf die
Tagesordnung gesetzt hatten, haben daraufhin gemeinsam mit
dem SSW ihren damaligen Antrag wortgleich noch einmal
vorgelegt. Darin fordern die beiden Oppositionsparteien
vor dem Hintergrund der im Januar vom Landtag
beschlossenen Schulreform ein Maßnahmenpaket zur
Neuausrichtung der Lehrerbildung im Lande. So sollen
angehende Pädagogen gezielt auf die neuen Regionalschulen
und Gemeinschaftsschulen hin ausgebildet werden. Auch
sollen Lehramtsstudenten an der Universität verstärkt
auf neue Unterrichtsformen wie die individuelle Förderung
von Schülern in Lerngruppen mit großen
Leistungsunterschieden oder das fächerübergreifende
Unterrichten vorbereitet werden.
Nach Angaben des Statistikamts Nord arbeiten im
Lande rund 29.100 Lehrer, davon 24.600 an
allgemeinbildenden und 4.500 an berufsbildenden Schulen.
Sie werden im laufenden Schuljahr 2006/2007 insgesamt
knapp 490.000 Unterrichtsstunden erteilen.
mehr Informationen: plenum-online,
Lehrerbildung: Februar
2007
(www.sh-landtag.de/plenumonline/februar2007/texte/16_lehrerbildung.htm)
Januar
2007
(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2007/texte/02_19_schulreform.htm)
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