Grundlage der Ankündigung ist ein Grünen-Antrag
zum Gesundheitsdienstgesetz vom Januar 2006 (plenum-online,
Januar
2006). Demnach sollen die
Gesundheitsämter die Eltern aller zweijährigen Kinder anschreiben
und zu einer Untersuchung einladen. Eltern, die ihre Kinder
regelmäßig zu den freiwilligen Untersuchungen beim Hausarzt
bringen, bräuchten ihre Sprösslinge nicht noch einmal vorstellen.
Bei denjenigen aber, die sich nach zweimaliger Aufforderung nicht
melden, soll das Jugendamt eingeschaltet werden.
FDP wirft Landesregierung
"Alibi-Aktionismus" vor
"Die Feststellung, welche Kinder an den
Untersuchungen nicht teilnehmen, kann ein wichtiger Hinweis auf
mögliche Vernachlässigung sein", begründete Jutta Schümann
(SPD) die Initiative, die das Parlament nun rasch zum Abschluss
bringen will. "Zukünftig soll jedes Kind die Sicherheit haben,
dass es nicht bis zum sechsten Lebensjahr unbemerkt von seinen
Eltern versteckt, misshandelt oder missbraucht werden kann",
warb Monika Heinold (Grüne) erneut für das Ziel ihrer Fraktion,
verpflichtende Untersuchungen einzuführen. Heiner Garg (FDP) lobte
den Grünen-Plan und ging demgegenüber mit den Plänen der
Landesregierung hart ins Gericht. Er warf der Ministerin
"Alibi-Aktionismus" vor, der "alles
verkompliziert". So würde die geplante Früherkennungsstelle
keine Kinder erfassen, die etwa in Hamburg dem Arzt vorgestellt
werden.
CDU-Abgeordnete regt "Elternschule"an
Sigrid Tenor-Alschausky (SPD) gab zu bedenken, dass
auch eine "hundertprozentige Teilnahme" aller Kinder an
den Untersuchungen keine Garantie gegen Verwahrlosungen sei. Die
CDU-Abgeordnete Ursula Sassen plädierte deshalb auch für ein
"niedrigschwelliges Angebot" an die Eltern, wie etwa eine
"Elternschule". So könne das Vertrauen überforderter
Mütter und Väter gewonnen werden.
"Wenn wir über gesundheitliche Probleme bei
Kindern reden, denken wir meistens an Gewaltopfer", so Lars
Harms vom SSW. Genauso wichtig sei es aber, die "allgemeine
Gesundheitsvorsorge" nicht außer Acht zu lassen. Er forderte
eine verbessertes Impfangebot und mehr Geld für die
"ausgesprochen schlecht bezahlten Kinderärzte".
Der Sozialausschuss wird den Bericht abschließend
beraten.