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Auf dieser Seite: HSH Nordbank  

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Top 07
Gesetzentwurf zum Staatsvertrag zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und dem Land Schleswig-Holstein über die Errichtung der "HSH Finanzfonds AöR" als rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts und Unterrichtung des Schleswig-Holsteinischen Landtages über die strategische Neuausrichtung der HSH

Gesetzentwurf der Landesregierung / Federführend ist das Finanzministerium
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD – Drs. 16/2586
Antrag der Fraktion der FDP – Drs. 16/2587

Drs.: 16/2511 
Protokoll

   Aufruf gemeinsam mit: 
Top 24
Personelle Konsequenzen in der HSH-Nordbank

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Drs.: 16/2543

   Aufruf gemeinsam mit: 
Top 25
Abkauf der Anteile des Sparkassen- und Giroverbandes an der HSH-Nordbank durch das Land zu dem aktuellen Wert

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Drs.: 16/2544

   Aufruf gemeinsam mit: 
Top 26
Keine Gewinnausschüttung der HSH
-Nordbank 
für das Jahr 2008

Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Drs.: 16/2545

   Aufruf gemeinsam mit: 
Top 31
Zukünftige Aufstellung der HH-Nordbank
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Drs.: 16/2552


HSH-Rettung: Zustimmung im Landtag scheint sicher – mangels Alternative

Ministerpräsident Carstensen schaltet sich in die parlamentarische Debatte ein

Kiel (SHL/25.03.) Der Landtag wird dem Rettungspaket für die angeschlagenen HSH Nordbank voraussichtlich zustimmen. Die Chefs der Koalitionsfraktionen, Johann Wadephul (CDU) und Ralf Stegner (SPD) betonten in Erster Lesung erneut, es gebe „keine vernünftigere und verantwortbare Alternative" zu dem Stützungs-Plan der Landesregierungen von Schleswig-Holstein und Hamburg. Die beiden Nord-Länder wollen ihrer Landesbank mit drei Milliarden Euro frischem Kapital und einer Zehn-Milliarden-Bürgschaft unter die Arme Greifen. Die Opposition bleibt hingegen weiterhin skeptisch und warf der Landesregierung in der fast dreistündigen Debatte vor, bei der Kontrolle der Bank versagt und die Beteiligung des Parlaments missachtet zu haben. Einig war sich das Parlament darin, dass die Vergabe von Milliardenhilfen angesichts eines hoch verschuldeten Landeshaushalts die „schwierigste Entscheidung überhaupt" in der Geschichte des Landtages sei. Nun beraten erneut die Ausschüsse. Die endgültige Abstimmung fällt das Parlament in einer Sondersitzung am Freitag nächster Woche.

Christ- und Sozialdemokraten knüpfen ihre Zustimmung allerdings an Bedingungen. So soll die Bank den Landtag besser als bisher informieren, neue Risiko-Warnsysteme einbauen, die Vorstandsgehälter begrenzen und bei der geplanten Sanierung betriebsbedingte Kündigungen in Kiel und Hamburg vermeiden. Dies schrieben sie auch HSH-Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher ins Stammbuch, der die Debatte von der Tribüne aus verfolgte.

Wadephul erwartete eine Entschuldigung der Manager, die die Bank in die Krise geführt hätten. Und zu der zunächst vom Bank-Vorstand angekündigten und dann auf Druck der EU wieder abgeblasene 200-Milionen-Ausschüttung an stille Einleger merkte er an: „Ich gehe davon aus, dass wir weitere solche Irritationen nicht noch mal erleben werden." SPD-Mann Stegner zeigte sich erleichtert über das in der Vorwoche angekündigte Engagement des Bundes-Bankensonderfonds SoFFin in der HSH. Diese Nachricht habe ihn die Zustimmung zum Rettungspakt erst ermöglicht. Denn nun sei er überzeigt: „Wir investieren nicht in ein Fass ohne Boden."

Carstensen spricht seinem Finanzminister 
sein Vertrauen aus

Zuvor hatte sich Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) erstmals im Plenum in die Diskussion über die HSH-Zukunft eingeschaltet. Er begründete sein Schweigen in den letzten Monaten damit, dass er „viel unterwegs war und viele Gespräche geführt" habe, um die HSH als „systemrelevante Bank" zu retten. Der Regierungschef nahm Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) gegen die heftigen Angriffe der Opposition in Schutz: Wiegard habe „die Entscheidungen sehr gut vorbereitet". Und: „Er macht gute Arbeit, er hat mein Vertrauen."

Dennoch schossen sich die Oppositionsredner einmal mehr auf das Kabinett und insbesondere den Finanzminister ein. FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki monierte, die Regierung habe das Rettungspaket „ohne weitergehende Prüfung und ohne Alternativkonzepte" durchgewinkt. Konsequenz: „Wir werden mit der Pistole auf der Brust zu einer Entscheidung gezwungen, allerdings ohne jegliche Entscheidungsgrundlagen." Und die Finanzexpertin der Grünen, Monika Heinold, setzte nach: „Der Finanzminister lässt sich vom Vorstand der Bank ein Geschäftsmodell in die Feder diktieren." An Wiegard gewandt sagte sie: „Sie haben in den letzten Wochen derart viel Vertrauen verspielt, dass sie heute keinen Vertrauensvorschuss vom Parlament verdient haben. Ziehen Sie die Konsequenzen aus ihren Fehlern und treten Sie zurück!"

Auch Anke Spoorendonk (SSW) beklagte, das Kabinett lasse „jegliche notwendige Distanz zwischen der Landesregierung und der HSH Nordbank vermissen. Im Einklang mit den anderen Oppositionsvertretern nahm sie das neue Geschäftsmodell der HSH aufs Korn. Demnach soll sich eine Kernbank auf regionale Firmenkunden, Schifffahrt, Luftfahrt, erneuerbare Energien und Immobilien in Deutschland konzentrieren. Risikobehaftete Wertpapiere und „nicht strategische" Geschäftsfelder sollen von einer noch zu gründenden Abbaubank abgewickelt werden. Aber: „Bis heute gibt es keine Stellungnahmen oder Expertenaussagen dazu, ob das neue Geschäftsmodell der HSH Nordbank überhaupt tragfähig ist", so Spoorendonk.

Wiegard weist Rücktrittsaufforderung zurück: „Oppositionelle Geschwätz"

Der angegriffenen Finanzminister Wiegard (Foto) wehrte sich gegen das „oppositionelle Geschwätz" und gegen „Verschwörungstheorien, die sich als Flop erwiesen haben". Er stellte noch einmal heraus, dass eine Schließung der Bank nicht in Frage komme. Denn: Aufgrund der Gewährträgerhaftung würde dies die Landeskasse mit 13 Milliarden Euro belasten. Auch eine kontrollierte Abwicklung, wie sie die Grünen nicht ausschließen wollten, komme nicht in Frage, denn es seien erhebliche Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft und ihre Arbeitsplätze zu befürchten.

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Hintergrund:
Die schwarz-rote Koalition will das milliardenschwere Rettungspaket für die angeschlagenen HSH Nordbank über die letzten Hürden bringen. Der von den Landesregierungen Schleswig-Holsteins und Hamburgs erstellte Plan ist im Landtag bereits in mehreren Ausschusssitzungen, zuletzt auch mit dem Bankvorstand und Bundesfinanzexperten von BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) und SoFFin (Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung), diskutiert worden. Nun berät das Plenum in Erster Lesung; die endgültige Entscheidung soll in einer Sondersitzung am Freitag, dem 3. April fallen. Die Hamburger Bürgerschaft wird am 1. April tagen. Zudem bringen die Grünen, die bereits ihre Ablehnung des Rettungspakets angekündigt haben, eine Reihe eigener Vorstößen ein. 

Am Vorabend der Debatte haben CDU/SPD  und die FDP jeweils eigene Resolutionsanträge vorgelegt (Drucksachen 16/2586, 16/2587). Die Koalition kündigte an, dem geplanten Staatsvertrag mit der Hansestadt Hamburg und den damit verbundenen Milliardenhilfen für die Bank zuzustimmen. Das "Ja" ihrer Fraktionen knüpfen die Vorsitzenden Johann Wadephul (CDU) und Ralf Stegner (SPD) jedoch unter anderem an eine umfassende Kontrolle der Geschäftspolitik der Bank und an die Zusage der Regierung, sich nachdrücklich um weitere Unterstützung durch den Sonderfonds SoFFin zu bemühen. Die Liberalen stimmen in ihrer Resolution dem Plan der Landesregierung grundsätzlich zu, verknüpfen dies aber mit einer scharfen Kritik am Aufsichtsrat der Bank. Zudem wird unter anderem gefordert, dass das vom Land über den HSH Finanzfonds eingebrachte Kapital spätestens bis 2020 zurückgeführt wird.

Unterdessen wollen das "Hamburger Abendblatt" und der private Fernsehsender "Hamburg 1" erfahren haben, dass die HSH Nordbank die umstrittene Ausschüttung von 200 Millionen Euro an stille Teilhaber stoppen will. Vorausgegangen sei ein Gespräch des Vorstands der  Nordbank bei der EU-Kommission. Die Bank könne nicht Staatshilfen in Milliardenhöhe in Anspruch nehmen und gleichzeitig eine Dividende ausschütten, soll die EU dem Zeitungsbericht zufolge der Bank zu verstehen gegeben haben. 

Die Bilanz:
Für 2008 hat die HSH Nordbank einen Verlust von bis zu 2,8 Milliarden Euro ausgewiesen. Bis 2012 will sie darum 1.100 der derzeit 4.325 Stellen abbauen, davon jeweils 400 in Kiel und in Hamburg.

Die Neuausrichtung:
Die vom Vorstand vorgesehene Umstrukturierung sieht vor, die Landesbank aufzuteilen. Eine Kernbank soll sich auf regionale Firmenkunden, Schifffahrt, Luftfahrt, erneuerbare Energien und Immobilien in Deutschland konzentrieren. Risikobehaftete Wertpapiere und „nicht strategische" Geschäftsfelder sollen von einer noch zu gründenden Abbaubank abgewickelt werden. Die beiden Nord-Landesregierungen, der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung des Bundes SoFFin sowie der HSH-Aufsichtsrat haben dem Konzept inzwischen zugestimmt.

Die Finanzspritzen:
Die Landesregierungen von Schleswig-Holstein und Hamburg wollen der Bank jeweils 1,5 Milliarden Euro Kapital zuschießen und damit ihre Eigenkapitalquote erhöhen. Für weitere zehn Milliarden wollen sie die Garantie übernehmen. Die HSH zahlt eine Gebühr für die Staatshilfen. Durch die Kapitalaufstockung würden sich die Anteile der beiden Nordländer von derzeit jeweils 30 auf rund 40 Prozent erhöhen.

Der SoFFin:
Stimmen die Landesparlamente dem Plan zu, könnte die HSH auch die Liquiditätsgarantien des SoFFin von 30 Milliarden Euro voll ausschöpfen. Das bestätigte ein hochrangiger Vertreter des Bundes-Fonds vergangenen Woche in einer Ausschusssitzung des Landtags. Abgeordnete aller Fraktionen reagierten mit Erleichterung. Zudem hat der Bundesrat auf Betreiben Schleswig-Holsteins und Hamburgs Anfang März eine Initiative gestartet, um Banken die Nutzung des Fonds zu erleichtern. Hiervon könnte auch die HSH profitieren.

   Die Anträge der Grünen-Fraktion

Die Oppositionsfraktion fordert die Landesregierung auf, sich gegen die geplante Ausschüttung von Dividenden an stille Eigentümer zu wenden. Die Bank hat in den letzten Monaten Zahlungen von insgesamt 264 Millionen Euro angekündigt. Zudem soll das Land den Sparkassen ihren 14,8-prozentigen Anteil zum aktuellen Wert abkaufen. Die Kassen wollen sich nicht an der HSH-Rettung beteiligen und ihre Aktien abstoßen. Außerdem fordern die Grünen Einschnitte bei den HSH-Vorstandsgehältern. Sie beziehen sich damit auf eine Äußerung von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) in den Medien. Er hatte eine Obergrenze von 500.000 Euro pro Jahr angeregt.

vorherige Debatte zum Thema:
plenum-online,
Februar 2009

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A k t u e l l e s

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Landtag gedenkt der Opfer des Amoklaufs

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Beamtenrecht

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 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

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