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Auf dieser Seite: Minderheitenschutz 

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Top 7:
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung der Verfassung 
des Landes Schleswig-Holstein
Gesetzentwurf der Fraktionen von SPD, B´90/DIE GRÜNEN, 
DIE LINKE und SSW –  Drucksache 17/268

Kaum Chancen für verfassungsrechtlichen Schutz 
der Sinti und Roma

Kiel (SHL/19.03.) Die Opposition steht mit ihrer Forderung, nach den Dänen und Friesen auch die Sinti und Roma unter den Schutz der Landesverfassung zu stellen, offensichtlich auf verlorenem Posten. Wie schon in der vergangenen Legislaturperiode sieht die Union die dafür notwendige Gesetzesänderung mit Skepsis. Dies würde keine Probleme lösen und an der Lebenswirklichkeit der Sinti und Roma nichts ändern, hieß es aus den Reihen der Christdemokraten. Auch die Liberalen, die in der vergangenen Legislaturperiode noch in einer gemeinsamen Initiative mit den Grünen und dem SSW den besonderen Schutz der Sinti und Roma befürwortet hatten, sprachen sich jetzt gegen eine Verfassungsänderung mit „rein deklaratorischem Charakter" aus.

Für eine Verfassungsänderung ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament notwendig. In der vergangenen Wahlperiode war eine Änderung am damaligen schwarz-roten Regierungsbündnis gescheitert. Die Sozialdemokraten hatten aus Rücksicht auf den Koalitionspartner CDU ihre Zustimmung verweigert.

Jetzt appellierten die Oppositionsparteien in einer emotional geführten Debatte an die Regierungsfraktionen, den Weg für einen verfassungsrechtlich konsequenten Schutz aller nationalen Minderheiten im Land frei zu machen. „Weder für die dänische Minderheit noch für die friesische Volksgruppe ist zumindest nachvollziehbar, warum in Schleswig-Holstein immer noch zwischen unseren Belangen und den Belangen der Sinti und Roma unterschieden wird", konstatierte Anke Spoorendonk (SSW). Der von SPD, Grünen, Linken und vom SSW vorgelegte Entwurf wurde zur Beratung an den Innen- und Rechtsausschuss und Europaausschuss überwiesen.

Weitere Hauptredner: Birte Pauls (SPD), Werner Kalinka (CDU), Jens-Uwe Dankert (FDP), Rasmus Andresen (Grüne), Ulrich Schippels (Linke)

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Hintergrund:
Die Opposition im Landtag schlägt geschlossen vor, die Minderheit der Sinti und Roma unter den Schutz der Landesverfassung zu stellen. SPD, Grüne, Linke und SSW wollen den Artikel 5, der zurzeit die dänische Minderheit und die friesische Volksgruppe erwähnt, entsprechend ergänzen. Demnach soll es künftig heißen: „Die nationale dänische Minderheit, die Minderheit der Sinti und Roma deutscher Staatsangehörigkeit und die friesische Volksgruppe haben Anspruch auf Schutz und Förderung."

Damit kommt eine Forderung erneut auf den Tisch, die FDP, Grüne und SSW bereits in der vergangenen Wahlperiode aufgestellt hatten. Im Oktober 2006 hatte die damalige Große Koalition jedoch dagegen votiert. Hierbei gab es Meinungsunterschiede zwischen den Regierungspartnern SPD und CDU.

  Die unterschiedliche Standpunkte
  in der letzten Wahlperiode

Die Sozialdemokraten bekannten sich ausdrücklich zu der Erweiterung des Minderheitenartikels um die Sinti und Roma, votierten aber mit Rücksicht auf ihren damaligen Koalitionspartner dagegen. Seitens der CDU wurde eine Verfassungsänderung mit dem grundsätzlichen Hinweis abgelehnt, die Verfassung dürfe nicht dazu verwendet werden, um tagespolitische Fragen zu regeln. Im Herbst 2008 hatte die SPD erneut an die Christdemokraten appelliert, ihre „Vorbehalte" in dieser Frage aufzugeben.

Debatten zum Minderheitenschutz:
plenum-online
März 2006, Oktober 2006

Stichwort: Minderheiten in Schleswig-Holstein
Einige Informationen zu den Minderheiten in Schleswig-Holstein und Dänemark (aus den Minderheitenberichten der Landesregierung):

  • Die dänische Minderheit in Südschleswig besteht aus etwa 50.000 Menschen. Zu ihren wichtigsten Institutionen zählt der SSW als politische Vertretung mit derzeit vier Sitzen im Landtag sowie zahlreichen kommunalen Mandaten. Der Südschleswigschen Vereinigung SSF sind 24 Vereine mit 13.000 Mitgliedern sowie weitere kulturelle und soziale Institutionen angeschlossen. An den 48 Schulen des dänischen Schulvereins werden rund 5.700 Schüler unterrichtet. Die 55 Kindergärten betreuen 1.900 Kinder.
  • Gut 50.000 Menschen im Nordwesten des Landes fühlen sich als Nordfriesen – das ist ein Drittel der Bevölkerung in diesem Gebiet. Etwa 10.000 Menschen haben aktive und etwa doppelt so viele passive friesische Sprachkenntnisse. Die kulturelle Identität wird unter anderem vom Friesenrat, vom Nordfriesischen Verein und von der Friisk Foriining hoch gehalten. Zentrale Institution zur Bewahrung der Kultur ist das Nordfriesische Institut in Bredstedt. Etwa 700 Kinder in 16 Kindergärten sowie 1.200 Schüler an 24 Schulen erhalten Friesisch-Unterricht.
  • Im Lande leben etwa 5.000 Sinti und Roma, hauptsächlich in Kiel, Lübeck sowie im Hamburger Randgebiet. Träger der politischen und kulturellen Arbeit ist der Verband der Deutschen Sinti und Roma, Landesverband Schleswig-Holstein mit Sitz in Kiel-Elmschenhagen. Vorrangiges Ziel ist die Aufnahme des Schutzes und der Förderung der Minderheit in die Landesverfassung.

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert um Wilhelm Hollmann

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Rundfunkänderungs-
Staatsvertrag

(ohne Aussprache)
Diäten / Wahlgesetz
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Minderheitenschutz / Verfassung
Kinderrechte / Verfassung
Minister-/ Abgeordneten-/
Beamtengesetz
Versorgungslasten
(ohne Aussprache)
Dienstrechtliche Vorschriften (u.a. Lebenspartner)
(ohne Aussprache)
Wahl:
Präsident Sozialgericht
(ohne Aussprache)
Anträge:
Jugendkriminalität
Landes-Entwicklungsplan
Aus den Ausschüssen:

Wahlprüfungsbeschwerde
(ohne Aussprache)

Bericht:

Polizei / Gewalt

Berichtsantrag:

Sicherheitsbericht
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

Aus den Ausschüssen:
Haushalt 2007 / LRH-Bericht
(ohne Aussprache)
Berichte:

Glücksspiel

Landesbanken
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. und 2. Lesung:

Heilberufe-Kammergesetz
Fragestunde:
Arbeitsmarktsituation
Anträge:
Barrierefreiheit / Medien
Berufsstart Jugendliche
Behinderte Eingliederung
Aus den Ausschüssen:
Hartz-IV-Regelsätze
Armut / Europäisches Jahr
(ohne Aussprache)
Gleichstellungsbericht
(ohne Aussprache)
Bericht:

UK S-H Finanzsituation

Berichtsanträge:

UN-Konvention Behinderte
(ohne Aussprache)

Hartz IV-Bilanz
(ohne Aussprache)

Pflegeausbildung
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Leiharbeiter
Lohngleichheit
AKW Brunsbüttel und Krümmel
AKW-Laufzeiten
(ohne Aussprache)
Digitaler Tachograph
(ohne Aussprache)
Regulierungsbehörde
(ohne Aussprache)
Aus den Ausschüssen:
Erdkabel
(ohne Aussprache)
Bericht:

Handwerk

Berichtsantrag:

Zusammenarbeit mit Süddänemark
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

2. Lesungen:

Fischereigesetz
(ohne Aussprache)
Tierschutz / Verbandsklagerecht
(ohne Aussprache)
Landes-Wassergesetz
(ohne Aussprache)
Antrag:
Gentechnik
Berichte:

Nachhaltigkeit

FFH-Gebiete
(ohne Aussprache)

Berichtsantrag:

Erneuerbare Energien
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesungen:
Lehrerbildung
Schulgesetz / Realschulen
Anträge:
Kulturförderung
Hochbegabtenförderung
Berichtsanträge:

Schule und Arbeitswelt
(ohne Aussprache)

Bildungsausgaben
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Kulturhauptstadt Sonderburg
Europapolitik
Aus den Ausschüssen:
EU-Ostseestrategie
(ohne Aussprache)
Europaausschuss / Minderheiten
(ohne Aussprache)
Bericht:

Trilaterale Wattenmeerkonferenz