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Erneuter Vorstoß für
Neuausrichtung der Lehrerausbildung findet kaum Zuspruch
Kiel (SHL/17.03.) Die
Grünen sind wie schon in der vergangenen Legislaturperiode mit
ihrem Vorstoß für eine Neuausrichtung der Lehrerausbildung auf
Ablehnung bei CDU und FDP gestoßen.
Kernpunkte des Gesetzentwurfes: Angehende Lehrer sollen nicht mehr
für einzelne Schularten, sondern für vier Altersstufen
ausgebildet werden, um Lerngruppen mit starkem Leistungsgefälle
unterrichten und einzelne Schüler fördern zu können. Zudem soll
zwischen dem Bachelor- und dem Masterstudiengang ein "Assistant-Teacher-Jahr"
eingeschoben werden, in dem Studenten in Schulen hospitieren und
kleinere Lehraufgaben übernehmen. In Erster Lesung unterstützten
nur SSW und Linke die Initiative der Grünen, die SPD forderte
Nachbesserungen.
Schleswig-Holstein
sei eines der wenigen Bundesländer, in dem es nach dem vor drei
Jahren verabschiedeten Schulgesetz mit Gemeinschafts- und
Regionalschulen noch keine angepasste Lehrerausbildung gebe,
begründete Rasmus Andresen (Grüne) den Gesetzesentwurf, der
nahezu wortgleich ist mit dem, der in der vergangenen Wahlperiode
eingebracht worden war. Das Land bilde weiter Lehrer für
Schulformen aus, die kaum noch existierten, so Andresen.
Koalition: Schulen brauchen keine Einheitslehrer
Die SPD lobte gute Ansätze im Entwurf, warnte
aber vor einer „Pädagogisierung der Lehramtsausbildung"
und einer „Sackgasse", wenn Studenten am "Assistant-Teacher"
scheiterten. CDU, FDP und Wissenschaftsminister Jost de Jager
(CDU) hielten ein neues Gesetz dagegen für überflüssig. Die
Schulen bräuchten keine „Einheitslehrer", sondern
Pädagogen, die auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen
Schulformen eingehen könnten. Zudem, so de Jager, sei die
Lehrerausbildung in den vergangenen Jahren deutlich verbessert
worden und werde laufend an aktuelle Gegebenheiten angepasst.
Der Gesetzentwurf wurde dem Bildungsausschuss
zugeleitet.
Weitere Hauptredner:
Daniel Günther (CDU), Martin Habersaat (SPD), Cornelia Conrad
(FDP), Ellen Streitbörger (Linke), Anke Spoorendonk (SSW)
Hintergrund:
Die Grünen wollen die Aus- und Weiterbildung von
Lehrern verbessern. Sie reagieren mit ihrem Gesetzentwurf
auf das vor drei Jahren verabschiedete neue Schulgesetz
mit der Einführung von Regional- und
Gemeinschaftsschulen. Dies erfordere eine
schulartenübergreifende Ausbildung, hieß es zur
Begründung. Schleswig-Holstein sei eines der wenigen
Bundesländer, wo es noch kein solches Gesetz gebe. Die
Grünen hatten ihren Vorschlag bereits wortgleich in der
vergangenen Wahlperiode vorgelegt (plenum-online
November
2007), waren damals aber am Widerstand von CDU, SPD
und FDP gescheitert.
Einige
Kernpunkte: Die Grünen wollen angehende Lehrer nicht mehr
für einzelne Schularten, sondern stattdessen für vier
Altersstufen ausbilden. Dadurch sollen die Lehrer besser
Lerngruppen mit starkem Leistungsgefälle unterrichten und
dadurch einzelne Schüler stärker fördern können. So
soll sich die Ausbildung künftig auf die Elementarstufe
in Kindertagesstätten, die Primarstufe für die
Grundschule, die Sekundarstufe I für alle
weiterführenden Schulen oder die Sekundarstufe II für
die gymnasiale Oberstufe und die Berufsschule ausrichten.
Lehrer an Grundschulen sollen nicht mehr als Fachlehrer
ausgebildet werden, sondern alle Fächer unterrichten
können.
Im
"Assistant-Teacher-Jahr" die Eignung
für den Lehrerberuf überprüfen
Zudem soll
die Lehrerausbildung stärker an der Praxis orientiert
werden: Zwischen dem Bachelor- und dem Masterstudiengang
soll ein "Assistant-Teacher-Jahr" eingeschoben
werden, in dem Studenten in Schulen hospitieren und
kleinere Lehraufgaben übernehmen. Hierdurch sollen die
Jung-Pädagogen frühzeitig überprüfen können, ob sie
für den Lehrerberuf geeignet sind.
Außerdem
wollen die Grünen die Bedeutung der Fächer Psychologie
und Didaktik in der Lehrerausbildung stärken und die
Fort- und Weiterbildungsangebote im Lehrberuf verbindlich
regeln.
Weitere Debatte zum Thema:
plenum-online Februar
2007
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