zurück zur aktuellen Ausgabe von plenum-online

plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Minister-, Abgeordneten- und Beamtengesetz 

xxx

Top 14:
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Ministerpräsidentin oder des Ministerpräsidenten und der Landesministerinnen und Landesminister (Landesministergesetzes)
Gesetzentwurf der Fraktionen von B´90/DIE GRÜNEN, 
DIE LINKE, SSW und SPD – Drucksache 17/402neu
  Aufruf gemeinsam mit
Top 15:
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Mitglieder des Schleswig-
Holsteinischen Landtages (Schleswig-Holsteinisches Abgeordnetengesetz – SH AbgG)

Gesetzentwurf der Fraktionen von B´90/DIE GRÜNEN, 
DIE LINKE, SSW und SPD – Drucksache 17/404neu  
  
Aufruf gemeinsam mit
Top 16:
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Beamten-
gesetzes für das Land Schleswig-Holstein (Landesbeamtengesetz – LBG)

Gesetzentwurf der Fraktionen von B´90/GRÜNE, DIE LINKE, 
SSW und SPD – Drucksache 17/405neu
   Aufruf gemeinsam mit
Top 44:
Transparenz bei Abgeordnetenverhalten sicherstellen
Antrag der Fraktionen B´90/GRÜNE, DIELINKE, SSW und 
SPD – Drucksache 17/403neu

Nebentätigkeiten: Absage an 
die Offenlegungspflicht

Kiel (SHL/18.03.) Mit Hinweis auf den Datenschutz und die Informationsfreiheit haben sich CDU und FDP gegen die von der Opposition geforderte Offenlegungspflicht für Nebeneinkünfte von Politikern ausgesprochen. Zugleich wehrten sich die Koalitionsfraktionen vehement dagegen, wegen dieser Ablehnung unter „Generalverdacht" gestellt zu werden. „Nicht jedes Detail aus dem Leben eines Politikers geht jeden etwas an", stellte Werner Kalinka (CDU) klar. SPD, Grüne, Linke und SSW wollen die Offenheitsregeln des Bundestages auf Landtag und Landeskabinett übertragen. „Es gibt keinen Grund warum das, was für den Bundestag gilt, nicht auch für den Landtag gelten soll", betonte der Grünen-Abgeordnete Thorsten Fürter.

Nach den Bundesregeln sind Abgeordnete, Minister und Staatssekretäre, die nebenher einen Beruf ausüben oder in Aufsichtsräten sitzen, verpflichtet, ihre Einnahmen aus dieser Tätigkeit in eine von drei Stufen einzuordnen: 1.000 bis 3.500 Euro, 3.500 bis 7.000 Euro und über 7.000 Euro pro Monat. Diese Angaben sollen dann, so will es die Opposition, im Handbuch und auf der Website des Landtages veröffentlicht werden. Derzeit übermitteln die Abgeordneten Angaben zu Zuverdiensten freiwillig an den Landtagspräsidenten.

„Demokratie lebt vom Vertrauen der Menschen, und Vertrauen erfordert Transparenz", merkte Silke Hinrichsen (SSW) an. Auch Peter Eichstädt (SPD) sprach sich für „klare, deutliche und nachvollziehbare" Bestimmungen aus, damit die Unabhängigkeit der Parlamentarier öffentlich dokumentiert werden kann. Heinz-Werner Jezewski (Linke) ging der Vorstoß „nicht weit genug". Er plädierte für eine „exakte Benennung jeder Nebentätigkeit plus Vergütung". Zudem sollten ehemalige Abgeordnete und Minister nach ihrem Ausscheiden nicht in die gleiche Branche wechseln dürfen, mit der sie sich zuvor politisch befasst haben.

Transparenz für die Bürger kontra An-den-Pranger-stellen

Wie bereits bei vorherigen Debatten zu diesem Thema in der vergangenen Wahlperiode ging FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki auf Gegenkurs: „Wer den Drang verspürt, der Öffentlichkeit mitzuteilen, wie viel Geld er verdient oder welches Auto er fährt, kann das bereits jetzt gerne tun." Wer dies aber ablehne, dürfe nicht „an den Pranger" gestellt werden. Und Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) wies darauf hin, dass es für die Landesregierung „einer weiteren Regelung nicht bedarf", weil Minister und Staatssekretäre bereits jetzt den strengen Vorgaben des Beamtengesetzes unterlägen.

In einer emotionalen Aussprache merkte die CDU-Abgeordnete Ursula Sassen an, dass bei der Opposition „kleine Selbstständige offenbar als Abgeordnete nicht gewünscht sind". Die Offenlegungspflicht könne „Berufstätige abschrecken", ergänzte der Unionsparlamentarier Axel Bernstein: „Das wäre ein Schaden für die Qualität unserer Arbeit." Demgegenüber war Monika Heinold (Grüne) überzeugt: „Im Mittelpunkt der Demokratie stehen die Bürger" – und die Politiker hätten sich deren Bedürfnis nach Transparenz unterzuordnen.

Die Entwürfe zur Änderung des Ministergesetzes, des Abgeordnetengesetzes, des Beamtengesetzes sowie der Verhaltensregeln für Abgeordnete und Minister werden nun im Innen- und Rechtsausschuss weiter beraten.

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
Grüne, Linke, SPD und SSW legen dem Landtag ein Gesetzespaket vor, mit dem sie die Anzeigepflicht für Nebentätigkeiten von Abgeordneten und Ministern ausweiten wollen. Hierzu sollen das Ministergesetz, das Abgeordnetengesetz, das Beamtengesetz sowie die Verhaltensregelen für Abgeordnete und Minister geändert werden. Bereits in der vergangenen Wahlperiode hatten die Grünen einen solchen Vorstoß gestartet – waren damit aber im Januar 2009 gescheitert.

Der neue Entwurf sieht vor, die Regelungen des Bundestages auf den Schleswig-Holsteinischen Landtag und die Landesminister zu übertragen. Damit wären die Politiker verpflichtet, ihre Nebentätigkeiten in eine von drei Stufen einzuordnen: 1.000 bis 3.500 Euro, 3.500 bis 7.000 Euro und über 7.000 Euro pro Monat. Diese Angaben sollen dann im Handbuch und auf der Website des Landtages veröffentlicht werden. Bisher sind die Angaben zu Zuverdiensten – ohne finanzielle Einordnung – freiwillig.

  Abgeordneten-Mandat soll im Mittelpunkt
  der beruflichen Aktivität stehen

Für Landtagsabgeordnete wollen die drei Oppositionsfraktionen außerdem festschreiben, dass die Ausübung des Mandats „im Mittelpunkt" ihrer beruflichen Aktivitäten stehen muss. Ausdrücklich verboten werden soll „die Annahme von Geld oder geldwerten Zuwendungen, die nur deshalb gewährt werden, weil dafür die Vertretung und Durchsetzung der Interessen der oder des Leistenden im Landtag erwartet wird".

Zudem sollen Abgeordnete und Landesminister, die nebenher einen Beruf ausüben oder in Aufsichtsräten sitzen, die Einkünfte aus diesen Tätigkeiten öffentlich machen. Und: Auch berufliche Aktivitäten eines Ministers vor dem Amtsantritt sollen bekannt gemacht werden, wenn sie „auf für die Tätigkeit als Regierungsmitglied bedeutsame Interessenverknüpfungen hinweisen können".

Vorherige Debatte zum Thema: plenum-online Januar 2009

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert um Wilhelm Hollmann

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Rundfunkänderungs-
Staatsvertrag

(ohne Aussprache)
Diäten / Wahlgesetz
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Minderheitenschutz / Verfassung
Kinderrechte / Verfassung
Minister-/ Abgeordneten-/
Beamtengesetz
Versorgungslasten
(ohne Aussprache)
Dienstrechtliche Vorschriften (u.a. Lebenspartner)
(ohne Aussprache)
Wahl:
Präsident Sozialgericht
(ohne Aussprache)
Anträge:
Jugendkriminalität
Landes-Entwicklungsplan
Aus den Ausschüssen:

Wahlprüfungsbeschwerde
(ohne Aussprache)

Bericht:

Polizei / Gewalt

Berichtsantrag:

Sicherheitsbericht
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

Aus den Ausschüssen:
Haushalt 2007 / LRH-Bericht
(ohne Aussprache)
Berichte:

Glücksspiel

Landesbanken
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. und 2. Lesung:

Heilberufe-Kammergesetz
Fragestunde:
Arbeitsmarktsituation
Anträge:
Barrierefreiheit / Medien
Berufsstart Jugendliche
Behinderte Eingliederung
Aus den Ausschüssen:
Hartz-IV-Regelsätze
Armut / Europäisches Jahr
(ohne Aussprache)
Gleichstellungsbericht
(ohne Aussprache)
Bericht:

UK S-H Finanzsituation

Berichtsanträge:

UN-Konvention Behinderte
(ohne Aussprache)

Hartz IV-Bilanz
(ohne Aussprache)

Pflegeausbildung
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Leiharbeiter
Lohngleichheit
AKW Brunsbüttel und Krümmel
AKW-Laufzeiten
(ohne Aussprache)
Digitaler Tachograph
(ohne Aussprache)
Regulierungsbehörde
(ohne Aussprache)
Aus den Ausschüssen:
Erdkabel
(ohne Aussprache)
Bericht:

Handwerk

Berichtsantrag:

Zusammenarbeit mit Süddänemark
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

2. Lesungen:

Fischereigesetz
(ohne Aussprache)
Tierschutz / Verbandsklagerecht
(ohne Aussprache)
Landes-Wassergesetz
(ohne Aussprache)
Antrag:
Gentechnik
Berichte:

Nachhaltigkeit

FFH-Gebiete
(ohne Aussprache)

Berichtsantrag:

Erneuerbare Energien
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesungen:
Lehrerbildung
Schulgesetz / Realschulen
Anträge:
Kulturförderung
Hochbegabtenförderung
Berichtsanträge:

Schule und Arbeitswelt
(ohne Aussprache)

Bildungsausgaben
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Kulturhauptstadt Sonderburg
Europapolitik
Aus den Ausschüssen:
EU-Ostseestrategie
(ohne Aussprache)
Europaausschuss / Minderheiten
(ohne Aussprache)
Bericht:

Trilaterale Wattenmeerkonferenz