Christdemokraten
und Liberale haben bei diesem Thema in ihrem
Koalitionsvertrag den Grundsatz verankert: „Jedes Kind
hat ein Recht darauf, seine Begabungen entsprechend
gefördert zu werden." Entsprechend sollen
"Hochbegabtenklassen" und "Kompetenzzentren
zur Hochbegabtenförderung" eingerichtet werden, und
die Lehrer sollen besonders geschult werden.
Bildungsminister
Ekkehard Klug (FDP) hat Anfang Februar angekündigt, dass
zum kommenden Schuljahr landesweit elf Schulen als
"Kompetenzzentren" an den Start gehen sollen.
Hier sollen 18 Monate lang unterschiedliche Konzepte
erprobt werden, wie begabte Schüler gefördert werden
können. Ziel sei es, die Begabtenförderung stärker in
den Unterricht zu integrieren und sie nicht wie bisher
überwiegend auf außer-unterrichtliche Angebote wie die
Juniorakademie oder die Enrichment-Programme zu
konzentrieren.
5.000 Euro pro Schule
für Begabtenförderung
Ein
besonderer Baustein des Projektes sind die sogenannten
Schülerpaten. Dies sind hochbegabte Schüler ab 14
Jahren, die ihre eigenen Erfahrungen an Kinder der
Jahrgänge 5, 6 und 7 weitergeben möchten. Sie werden in
unterschiedlichen Modulen wie "Hochbegabt sein –
Lust oder Last" oder "Lernstrategien für
schnelle Denker" qualifiziert und sind eingebunden in
die schulische Arbeitsgruppe, die das Konzept zur
Begabtenförderung erarbeitet.
Die
ausgewählten Schulen erhalten vom Bildungsministerium bis
zu 5.000 Euro, die für die Begabtenförderung genutzt
werden sollen, und zusätzliche Qualifizierungsangebote
für Lehrkräfte sowie eine Schatzkiste mit Literatur und
Unterrichtsmaterial im Wert von rund 1.000 Euro. Geplant
ist, das Projekt wissenschaftlich von der Kieler
Christian-Albrechts-Universität begleiten zu lassen.
Der Landtag
hat dieses Thema bereits in der abgelaufenen Wahlperiode
mehrmals kontrovers diskutiert, zuletzt im November 2008.
Knackpunkt war die Frage, ob besonders intelligente
Schüler in eigenen Klassen unterrichtet werde sollen oder
aber im normalen Schulsystem gemeinsam mit anderen
Kindern.