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Auf dieser Seite: Landesentwicklung 

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Top 42:
Landesentwicklungsplan 2010 – 2025: 
Weniger Vorgaben, mehr Freiheit vor Ort

Antrag der Fraktionen von CDU und FDP – Drucksache 17/400
Antrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – Drs. 17/413
Antrag der Fraktion der SPD – Drs. 17/417

Harsche Kritik der Opposition an 
den Eckpunkten zum neuen  Landesentwicklungsplan

Koalition setzt auf Wachstum durch kommunale Eigenständigkeit

Kiel (SHL/17.03.) Die CDU/FDP-Koalition will die Landesplanung liberalisieren und den Kommunen mehr Gestaltungsspielräume geben. Das geht aus den Eckpunkten für einen überarbeiteten Landesentwicklungsplan (LEP) hervor, die die Koalitionsfraktionen im Landtag gegen die scharfe Kritik der Opposition verteidigt haben. Schwarz-Gelb will in dem Raumordnungskonzept für die nächsten 15 Jahre zahlreiche Vorgaben streichen und vor allem im ländlichen Raum den Wohnungsbau, die Ansiedlung von Betrieben und die Ausweisung von Gewerbegebieten ausweiten. Die Opposition warnte hingegen vor einem teuren, ungesteuerten Wettbewerb der Gemeinden untereinander. Dies würde zulasten der Innenstädte gehen und zudem Natur und Umwelt belasten.

Im Gegensatz zum Ursprungsentwurf, den in der alten Wahlperiode noch das SPD-geführte Innenministerium 2007 vorgelegt hatte, wolle die neue Koalition nun „die Menschen nicht bevormunden", sondern „mehr Freiheit vor Ort" schaffen, unterstrich Werner Kalinka (CDU/Foto). Denn: „Wir haben Vertrauen in kommunale Verantwortung und Entscheidungen." Dazu gehöre, dass kleinere Orte große Betriebe ansiedeln können, die auch überregional Kunden anlocken. Im Tourismus sollen Investitionen nicht auf Schwerpunkträume beschränkt werden, weil alle Landesteile Entwicklungschancen haben müssten, ergänzte Innenminister Klaus Schlie (CDU). Auch sollen mehr Entwicklungsachsen als bisher ausgewiesen werden, etwa auch die Autobahnen A20 und A21.

Die Landesplanung werde nun zur „Geisel der kommunalpolitischen Entscheidungsfreiheit", argwöhnte dagegen Regina Poersch (SPD). Sie verwies auf das „funktionierende System der Zentralen Orte", das nun aufgeweicht werde. „Wir werden es nicht schaffen, Bildung, Daseinsvorsorge und medizinische Versorgung überall zu gewährleisten", warnte sie. Die Koalition gebe „jedweden planerischen Anspruch auf", monierte auch Grünen-Fraktionschef Robert Habeck (Foto): „Dieser Entwicklungsplan ist die vorsätzliche Schaffung von Subventionsruinen. Er wird die Stadt-Umlandbeziehung zerstören, er wird die Flächenversiegelung vorantreiben, er wird die Zersiedelung der Landschaft befeuern, er wird die Innenstädte ausbluten lassen."

  Opposition warnt vor Alleingang der Regierung   
  und fordert enge Beteiligung des Parlaments

Die Koalition will auch den Wohnungsneubau nicht mehr so eng prozentual begrenzen, wie es frühere Vorlagen vorsahen. Ursprünglich sollten ländliche Gemeinden bis 2025 nur zwischen acht und 13 Prozent wachsen dürfen, basierend auf den Einwohnerzahlen Ende 2006. Bei CDU und FDP liegen die Grenzwerte nun zwischen zehn und 15 Prozent, und der Bemessungs-Stichtag ist der 31. Dezember 2009. Die alte Regelung sei von den Kommunen als starr und unflexibel angeprangert worden, merkte Christopher Vogt (FDP) an. Einige Gemeinden seien bereits heute an ihre Wachstumsgrenzen gestoßen und hätten damit in den nächsten 15 Jahren keinen einzigen Neubau zulassen können, so der Liberale. Heinz-Werner Jezewski (Linke) beklagte dagegen, dass nun eine „dumme, weil absolut unnötige Konkurrenzsituation zwischen großen und kleinen Orten, zwischen Städten und Dörfern" um neue Einwohner entstehe. Denn: „Auch ein neuer LEP wird die Bevölkerung nicht wachsen lassen."

Geschlossen pochte die Opposition darauf, dass der Entwicklungsplan nicht im Alleingang von der Landesregierung beschlossen werden dürfe, sondern dass ein erneutes ausführliches Beratungs- und Anhörungsverfahren im Landtag nötig sei – wie bereits bei den ersten Entwürfen in der letzten Wahlperiode. „Wenn dies nicht geschieht, zeigt die neue Regierung nur, wie wenig Wert sie auf eine ausreichende Beteiligung legt", betonte der SSW-Abgeordnete Lars Harms. Die Landesregierung geht davon aus, dass der neue LEP noch in diesem Jahr verabschiedet wird.

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Hintergrund:
Die CDU/FDP-Koalition will die Landesplanung liberalisieren und den Bürgern und Kommunen mehr Möglichkeiten zur Eigengestaltung geben. So sollen Vorgaben gelockert oder gestrichen werden, und den Kommunen, vor allem im ländlichen Raum, sollen mehr Freiräume bei Betriebsansiedlungen oder Gewerbegebieten gegeben werden. Das geht aus den Eckpunkten für einen überarbeiteten Landesentwicklungsplan hervor, die die beiden Koalitionsfraktionen im Parlament zur Diskussion stellen.

„Die Kommunen wissen am besten, welche Entwicklung sie für sich wollen und verantworten können", heißt es dem Papier. Auch untereinander würden sie sich freiwillig verständigen. CDU/FDP gehen davon aus, dass die von ihnen geplanten Freiräume Investitionen erleichtern werden. „Weniger Vorgaben und weniger Steuerung bedeuten mehr Entwicklung."

  Prozentuale Begrenzung des Wohnungsneubaus
  soll wieder ad acta gelegt werden

Während der Ursprungsentwurf für einen Landesentwicklungsplan aus dem damals SPD-geführten Innenministerium im Jahr 2008 dezidiert die Städte in den Vordergrund rückte, hebt Schwarz-Gelb jetzt die Stärkung des ländlichen Raumes als Ziel hervor: „Die Möglichkeit zur Ansiedlung, Entwicklung und Erweiterung insbesondere von mittelständischen Betrieben ist nicht auf zentrale Orte und Städte zu beschränken, sondern muss in allen Landesteilen möglich sein."

Die Koalition will auch den Wohnungsneubau nicht mehr prozentual begrenzen, wie es frühere Vorlagen vorsahen. Ursprünglich sollten ländliche Gemeinden bis 2025 nur um maximal acht Prozent, gemessen am Zustand Ende 2006, wachsen dürfen. Im Tourismus sollen Investitionen nicht auf Schwerpunkträume beschränkt werden, weil alle Landesteile Entwicklungschancen haben müssten.

  Kritiker befürchten Wildwuchs
  im Ländlichen Raum

Kritiker des Liberalisierungskurses führen als abschreckendes Beispiel einen Streit um das geplante Designer-Outlet-Center in Neumünster an: Rendsburg und andere Kommunen fürchten den Verlust von Kaufkraft und haben gegen das Vorhaben geklagt. Zudem wird befürchtet, dass wegfallende oder gelockerte Maximalgrößen für Verkaufsflächen in Dörfern und Kleinstädten einen „Wildwuchs" von teuren Gewerbegebieten an der Peripherie und das Ausbluten von Innenstädten fördern könnten.

Der Landesentwicklungsplan soll für 15 Jahre gelten. CDU/FDP gehen davon aus, dass es kein weiteres Anhörungsverfahren geben muss und der Plan spätestens im Herbst in Kraft treten kann.

  Grüne verlangen Anhörungsverfahren

In einem Änderungsantrag verlangen die Grünen eine enge Begleitung des Parlaments bei der Aufstellung des Landesentwicklungsplans und ein "geordnetes Anhörungsverfahren mit ausreichenden Fristen und breiter Partizipation von Verbänden" . Zudem soll die Landesregierung bei ihren Planungen, insbesondere die Ziele des Natur- und Umweltschutzes beachten.

Vorherige Debatte zum Thema:
plenum-online
März 2009 und Mai 2009 (ohne Aussprache)

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert um Wilhelm Hollmann

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Rundfunkänderungs-
Staatsvertrag

(ohne Aussprache)
Diäten / Wahlgesetz
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Minderheitenschutz / Verfassung
Kinderrechte / Verfassung
Minister-/ Abgeordneten-/
Beamtengesetz
Versorgungslasten
(ohne Aussprache)
Dienstrechtliche Vorschriften (u.a. Lebenspartner)
(ohne Aussprache)
Wahl:
Präsident Sozialgericht
(ohne Aussprache)
Anträge:
Jugendkriminalität
Landes-Entwicklungsplan
Aus den Ausschüssen:

Wahlprüfungsbeschwerde
(ohne Aussprache)

Bericht:

Polizei / Gewalt

Berichtsantrag:

Sicherheitsbericht
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

Aus den Ausschüssen:
Haushalt 2007 / LRH-Bericht
(ohne Aussprache)
Berichte:

Glücksspiel

Landesbanken
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. und 2. Lesung:

Heilberufe-Kammergesetz
Fragestunde:
Arbeitsmarktsituation
Anträge:
Barrierefreiheit / Medien
Berufsstart Jugendliche
Behinderte Eingliederung
Aus den Ausschüssen:
Hartz-IV-Regelsätze
Armut / Europäisches Jahr
(ohne Aussprache)
Gleichstellungsbericht
(ohne Aussprache)
Bericht:

UK S-H Finanzsituation

Berichtsanträge:

UN-Konvention Behinderte
(ohne Aussprache)

Hartz IV-Bilanz
(ohne Aussprache)

Pflegeausbildung
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Leiharbeiter
Lohngleichheit
AKW Brunsbüttel und Krümmel
AKW-Laufzeiten
(ohne Aussprache)
Digitaler Tachograph
(ohne Aussprache)
Regulierungsbehörde
(ohne Aussprache)
Aus den Ausschüssen:
Erdkabel
(ohne Aussprache)
Bericht:

Handwerk

Berichtsantrag:

Zusammenarbeit mit Süddänemark
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

2. Lesungen:

Fischereigesetz
(ohne Aussprache)
Tierschutz / Verbandsklagerecht
(ohne Aussprache)
Landes-Wassergesetz
(ohne Aussprache)
Antrag:
Gentechnik
Berichte:

Nachhaltigkeit

FFH-Gebiete
(ohne Aussprache)

Berichtsantrag:

Erneuerbare Energien
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesungen:
Lehrerbildung
Schulgesetz / Realschulen
Anträge:
Kulturförderung
Hochbegabtenförderung
Berichtsanträge:

Schule und Arbeitswelt
(ohne Aussprache)

Bildungsausgaben
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Kulturhauptstadt Sonderburg
Europapolitik
Aus den Ausschüssen:
EU-Ostseestrategie
(ohne Aussprache)
Europaausschuss / Minderheiten
(ohne Aussprache)
Bericht:

Trilaterale Wattenmeerkonferenz