zurück zur aktuellen Ausgabe von plenum-online

plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Hartz IV-Regelsätze 

xxx

Top 52:
Bedarfsgerechte Regelsätze für Erwachsene und Kinder
Antrag der Fraktionen von SPD, B´90/DIE GRÜNEN und SSW – Drucksache 17/257(neu, 2. Fassung) – Nr. 2
(Ausschussüberweisung am 24. Februar 2010)
Bericht und Beschlussempfehlung des Sozialausschusses – Drucksache 17/369

Hartz IV: Koalition beharrt auf ihrem Nein zur sofortigen Erhöhung der Regelsätze

Kiel (SHL/17.03.) Die Opposition hat als Konsequenz aus dem Hartz-IV-Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) erneut höhere Regelsätze gefordert. Die Vertreter von Schwarz-Gelb wiesen den Vorstoß jedoch wie bei der ersten Debatte zum Thema im Februar zurück.

„Um die Ursachen von Armut zu bekämpfen", so der SPD-Abgeordnete Wolfgang Baasch, müssten insbesondere die Sätze für Kinder erhöht werden. Ziel müsse es sein, auch Kindern aus ärmeren Familien die gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. „Wir werden die Probleme, die wir haben, nicht allein durch höhere Geldleistungen lösen", konterte Sozialminister Heiner Garg (FDP). 

Vielmehr gelte es, in den nächsten Monaten gründlich die „Zielgenauigkeit von Sozialleistungen" zu überprüfen und sicherzustellen, „dass die Leistungen, die für Kinder gedacht sind, auch bei Kindern ankommen", führte Garg aus. Dies könne durch den Ausbau der Betreuungsinfrastruktur wie auch durch Sachleistungen geschehen; hier dürfe es „keine Denkverbote" geben.

Nach dem jüngsten BVerfG-Urteil müssen die Regelsätze für alle gut 6,5 Millionen Hartz-IV-Bezieher, darunter 1,7 Millionen Kinder, neu berechnet werden. Die bisherige Berechnungsmethode ist nach Ansicht der Karlsruher Richter intransparent. Das Gericht forderte den Gesetzgeber bis zum 31. Dezember zu einer Neuregelung auf.

Weitere Redner: Marret Bohn (Grüne), Flemming Meyer (SSW), Werner Kalinka (CDU), Anita Klahn (FDP), Antje Jansen (Linke)

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
Die Forderung der Grünen nach einer Erhöhung der Hartz-IV-Regelätze steht im Landtag vor der Ablehnung. CDU und FDP sprachen sich im Sozialausschuss dagegen aus. Anlass für den Vorstoß der Oppositionsfraktion war das Hartz-IV-Grundsatzurteil des Bundes-Verfassungsgerichts aus dem Februar.

Nach dem Urteil müssen die Regelsätze für alle gut 6,5 Millionen Hartz-IV-Bezieher neu berechnet werden. Die bisherige Berechnungsmethode ist nach Ansicht der Karlsruher Richter intransparent. Das Gericht forderte den Gesetzgeber bis zum 31. Dezember zu einer Neuregelung auf. Bis zur Änderung bleibt die bisherige Regelung gültig. Hartz-IV-Empfänger können aber von sofort an einen besonderen Bedarf geltend machen, wenn dieser durch die bisherigen Zahlungen nicht gedeckt ist. Ein Beispiel dafür wäre der Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung.

  Karlsruher Richter: „Kinder sind
  keine kleinen Erwachsenen"

Das Gericht hat die Höhe der Regelsätze nicht beanstandet. Die Berechnung muss laut Urteil nun aber in einem transparenten und sachgerechten Verfahren nach dem tatsächlichen Bedarf neu erfolgen. Geschätzte Abschläge „ins Blaue hinein" seien nicht angemessen. Da die Grundlage bei den Regelsätzen für Erwachsene nicht stimme, schleppe sich der Fehler bis zur Berechnung der Kinder-Sätze durch. Rund 1,7 Millionen Kinder in Deutschland beziehen Hartz IV.

„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen", monieren die Richter. Sie rügen auch, dass die Ausgaben für Bildung und das gesellschaftliche Leben ausgeklammert sind – etwa für Internetnutzung, Kino und Theater oder die Mitgliedschaft im Sportverein. Der Hartz-IV-Regelsatz für Erwachsene beträgt derzeit 359 Euro. Kinder und Jugendliche erhalten nach Alter gestaffelte Leistungen, und zwar ausgehend vom Regelsatz: Unter sechs Jahren gibt es 60 Prozent (215 Euro), unter 14 Jahren 70 Prozent (251 Euro), darüber 80 Prozent (287 Euro).

Damit muss eine der größten Sozialreformen in der deutschen Nachkriegsgeschichte erheblich nachgebessert werden. Erfolgreich geklagt hatten drei Familien aus Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Die Hartz-IV-Reform der ehemaligen rot-grünen Bundesregierung war Anfang 2005 in Kraft getreten.

Debatte bei Antragstellung: plenum-online Februar 2010

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert um Wilhelm Hollmann

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Rundfunkänderungs-
Staatsvertrag

(ohne Aussprache)
Diäten / Wahlgesetz
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Minderheitenschutz / Verfassung
Kinderrechte / Verfassung
Minister-/ Abgeordneten-/
Beamtengesetz
Versorgungslasten
(ohne Aussprache)
Dienstrechtliche Vorschriften (u.a. Lebenspartner)
(ohne Aussprache)
Wahl:
Präsident Sozialgericht
(ohne Aussprache)
Anträge:
Jugendkriminalität
Landes-Entwicklungsplan
Aus den Ausschüssen:

Wahlprüfungsbeschwerde
(ohne Aussprache)

Bericht:

Polizei / Gewalt

Berichtsantrag:

Sicherheitsbericht
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

Aus den Ausschüssen:
Haushalt 2007 / LRH-Bericht
(ohne Aussprache)
Berichte:

Glücksspiel

Landesbanken
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. und 2. Lesung:

Heilberufe-Kammergesetz
Fragestunde:
Arbeitsmarktsituation
Anträge:
Barrierefreiheit / Medien
Berufsstart Jugendliche
Behinderte Eingliederung
Aus den Ausschüssen:
Hartz-IV-Regelsätze
Armut / Europäisches Jahr
(ohne Aussprache)
Gleichstellungsbericht
(ohne Aussprache)
Bericht:

UK S-H Finanzsituation

Berichtsanträge:

UN-Konvention Behinderte
(ohne Aussprache)

Hartz IV-Bilanz
(ohne Aussprache)

Pflegeausbildung
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Leiharbeiter
Lohngleichheit
AKW Brunsbüttel und Krümmel
AKW-Laufzeiten
(ohne Aussprache)
Digitaler Tachograph
(ohne Aussprache)
Regulierungsbehörde
(ohne Aussprache)
Aus den Ausschüssen:
Erdkabel
(ohne Aussprache)
Bericht:

Handwerk

Berichtsantrag:

Zusammenarbeit mit Süddänemark
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

2. Lesungen:

Fischereigesetz
(ohne Aussprache)
Tierschutz / Verbandsklagerecht
(ohne Aussprache)
Landes-Wassergesetz
(ohne Aussprache)
Antrag:
Gentechnik
Berichte:

Nachhaltigkeit

FFH-Gebiete
(ohne Aussprache)

Berichtsantrag:

Erneuerbare Energien
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesungen:
Lehrerbildung
Schulgesetz / Realschulen
Anträge:
Kulturförderung
Hochbegabtenförderung
Berichtsanträge:

Schule und Arbeitswelt
(ohne Aussprache)

Bildungsausgaben
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Kulturhauptstadt Sonderburg
Europapolitik
Aus den Ausschüssen:
EU-Ostseestrategie
(ohne Aussprache)
Europaausschuss / Minderheiten
(ohne Aussprache)
Bericht:

Trilaterale Wattenmeerkonferenz