Laut dem
Papier des Klinikums, das das Wissenschaftsministerium an
den Landtag weitergeleitet hat, lag der Personaletat im
Jahr 2009 bei 427,8 Millionen Euro und damit 27,8
Millionen über dem Soll. Als Gründe gibt das UK S-H die
gestiegenen Aufwendungen für Altersteilzeit und
leistungsabhängige Vergütungen sowie Rückstellungen
für Sozialversicherungsbeiträge an. Um gegenzusteuern
setzt der Vorstand seit Jahresbeginn auf eine „sachgerechte
Vakanzbewirtschaftung": Frei werdende Stellen bleiben
drei Monate unbesetzt und werden erst dann wieder
vergeben, wenn sie sich als unbedingt notwendig
herausstellen.
Klagen über gestiegene Arbeitsbelastung /
67 sogenannte Überlastungsanzeigen
Laut
Bericht haben in den ersten sechs Wochen dieses Jahres
insgesamt 67 Mitarbeiter des Pflegedienstes und der
Verwaltung sogenannte Überlastungsanzeigen eingereicht
und sich darin über gestiegene Arbeitsbelastung
beschwert. 59 der Klagen kamen aus Lübeck, acht aus Kiel.
Der Vorstand habe darauf „zeitnah reagiert" und
eine „Optimierung des Personal-Controlling" in die
Wege geleitet. Es läuft ein Mediationsverfahren mit dem
Lübecker Personalrat. Zudem soll mit dem
Gesamtpersonalrat eine Dienstvereinbarung getroffen
werden, in der Arbeitszeiten, Bereitschaftsdienste,
Ruhezeiten und Pausen geregelt werden.
Das UK S-H
hatte im vergangenen Jahr auch in anderen Bereichen
Extra-Ausgaben zu verzeichnen. So lagen die medizinischen
Materialkosten um 12,6 Millionen Euro über dem
Haushaltsansatz, und 7,9 Millionen wurden zusätzlich für
externe Beratungsfirmen ausgegeben. Dennoch betont der
Vorstand, die Experten-Gutachten seien notwendig: „Sie
verbessern die Abläufe und kommen Patienten wie
Mitarbeitern zugute."
Leitung des Klinikums optimistisch:
Ende des Jahres steht die „schwarze Null"
Trotz der
Kostensteigerungen sieht sich das Uni-Klinikum bei der
finanziellen Sanierung auf einem guten Weg.
Voraussichtlich werde man dieses Jahr, wie langfristig im
Sanierungskonzept geplant, mit einer „schwarzen
Null" abschließen, hieß es im Februar auf einer
Pressekonferenz. Damit werde das Klinikum erstmals seit
seiner Gründung vor sieben Jahren kein Defizit vorweisen.
Für 2009 steht unterm Strich noch ein Minus von 4,2
Millionen Euro.
Die
Unikliniken sitzen allerdings auch noch auf einem großen
Schuldenberg: Das aufgelaufene Defizit bezifferte der
Vorstand auf 100 Millionen Euro. Der Sanierungsstau ist
mit 700 Millionen noch weit höher. In diesem Umfang
sollen in den nächsten Jahren Kliniken gebaut sowie
Einrichtungen und die Infrastruktur insgesamt modernisiert
werden.