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Auf dieser Seite: Glücksspiel 

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Top 60:
Situation des Glücksspiels in Schleswig-Holstein
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drs. 17/248
Landtagsbeschluss vom 26. Februar 2010
Federführend ist das Innenministerium – Drs. 17/379neu

„Wir wollen genehmigen, kontrollieren und abkassieren"

Koalition will Glücksspiel liberalisieren, 
Opposition warnt vor Suchtgefahren

Kiel (SHL/19.03.) Die schwarz-gelbe Koalition hat ihr Ziel untermauert, den Glücksspielmarkt zu liberalisieren. Schleswig-Holstein wolle eine „bundeseinheitliche Änderung der Rechtslage" herbeiführen, so Innenminister Klaus Schlie (CDU) in einem Regierungsbericht vor dem Landtag. Die Koalitionsvertreter monierten erneut das im Glücksspielstaatsvertrag festgeschriebene Spielverbot im Internet und die Einschränkung der Werbung für Glücksspielangebote. Als Alternative führte der Minister ein eigenes Konzessionsmodell an, bei dem das Land Verträge mit den Spielanbietern abschließt. Die Opposition protestierte vehement und warnte vor den Suchtgefahren durch das „Zocken" und vor Einnahmeausfällen für den soziale Projekte.

„Wir wollen genehmigen, kontrollieren und abkassieren", warb der CDU-Abgeordnete Hans-Jörn Arp für das Konzessionsmodell. Damit könne es gelingen, von Internet-Spielanbietern jährlich 30 bis 50 Millionen Euro für den Landeshaushalt einzunehmen und zudem Arbeitsplätze ins Land zu holen. Bei einer Liberalisierung würden sich die Firmen nicht im Lande niederlassen, sondern in den Steueroasen wie Gibraltar oder Malta bleiben, hielt Andreas Beran (SPD) dagegen. Damit würden die Firmen auch hierzulande keine Abgaben zahlen, warnte er.

Gerrit Koch (FDP) wies darauf hin, dass die Umsatzzahlen der Lottogesellschaften und die Einnahmen des Landes zurückgegangen sind, seit der Staatsvertrag Anfang 2008 in Kraft getreten ist. So schrumpfte der Gesamtumsatz des NordWestLotto zwischen 2007 und 2009 von 285,9 Millionen Euro auf 245,8 Millionen. Das hat Auswirkungen auf den Landeshaushalt: Die Summe der Lotto-Abgaben sank von 67,8 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 60,3 Millionen im Jahr 2009. Auch die Einnahmen aus der Lotteriesteuer brachen im gleichen Zeitraum von 56,4 Millionen auf 47,7 Millionen ein.

„Es geht nicht nur ums Geld"

Dennoch hielt Monika Heinold (Grüne) das Monopol für „gut begründet", denn die Zweckabgeben des Lottoverbands kommen der Sportförderung, dem Umweltschutz sowie der Suchprävention zugute. Einen effektiven Schutz vor Spielsucht könnten nur öffentliche, nicht-gewinnorientierte Anbieter gewährleisten, fügte Silke Hinrichsen (SSW) an. Kundenkarten oder Jackpot-Grenzen hätten dazu geführt, „dass die Zahl der Spielsüchtigen vergleichsweise klein geblieben ist". Und Heinz-Werner Jezewski von der Linken warf der Koalition vor, die Steuerkasse auf den Rücken von Spielsüchtigen füllen zu wollen: „Es geht nicht nur ums Geld", warnte er.

Das Thema wird im Innen- und Rechtsausschuss, im Finanzausschuss, im Wirtschaftsausschuss und im Sozialausschuss weiter beraten.

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Hintergrund:
Auf Antrag der Grünen legt die Landesregierung ihren Bericht über die "Situation des Glücksspiels in Schleswig-Holstein" vor. Kernpunkt ist der Anfang 2008 in Kraft getretene, umstrittene Glücksspiel-Staatsvertrag, der das staatliche Wett- und Spielmonopol festschreibt. Schwarz-Gelb im Norden hat im Koalitionsvertrag angekündigt, das Abkommen der 16 Bundesländer bis Ende des Jahres kündigen zu wollen. Der Norden braucht vier andere Bundesländer als Partner, um den Vertrag zu Fall zu bringen. Falls dies nicht gelingt, soll ein eigenes Konzessionsmodell geprüft werden, bei dem das Land Schleswig-Holstein Verträge mit den Spielanbietern abschließt. Regulär läuft der Staatsvertrag bis Ende 2011.

Der Staatsvertrag schreibt unter anderem ein Spielverbot im Internet vor und schränkt die Werbung für Glücksspielangebote stark ein. Hierunter hat das NordWestLotto gelitten. So schrumpfte der Gesamtumsatz zwischen 2007 und 2009 von 285,9 Millionen Euro auf 245,8 Millionen. Allein beim Samstagslotto wurde ein Rückgang von 123,7 auf 108,2 Millionen verzeichnet.

  Rund 16 Millionen Euro weniger
  für den Landeshaushalt

Das hat Auswirkungen auf den Landeshaushalt, denn der Lottoverband überweist so genannte Zweckabgaben an das Land, die für die Sportförderung, für den Umweltschutz oder für soziale Zwecke vorgesehen sind. Die Summe dieser Abgaben sank von 67,8 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 60,3 Millionen im Jahr 2009. Auch die Einnahmen aus der Lotteriesteuer brachen im gleichen Zeitraum von 56,4 Millionen auf 47,7 Millionen ein.

Der Staatsvertrag wird juristisch angefochten. Allein vor dem Verwaltungsgericht Schleswig sind zehn Verfahren anhängig, und in anderen Bundesländern wurde ebenfalls geklagt. Auch der Europäische Gerichtshof in Luxemburg befasst sich mit dem Fall: Die EU-Kommission hat Anfang 2008 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eröffnet, weil einzelne Bestimmungen des Glücksspielvertrags gegen EU-Regelungen verstoßen sollen.

Aktuell prüft eine Arbeitsgruppe der 16 Staatskanzleien, wie der Markt liberalisiert werden kann und wie gleichzeitig die Einnahmen für die sozialen Zwecke erhalten bleiben können. Eine Anhörung der Betroffenen soll im Mai stattfinden, bis Herbst soll ein Ergebnis vorliegen.

Vorherige Debatte zum Thema (Staatsvertrag Glücksspielwesen):  
plenum-online
Dezember 2007

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert um Wilhelm Hollmann

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Rundfunkänderungs-
Staatsvertrag

(ohne Aussprache)
Diäten / Wahlgesetz
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Minderheitenschutz / Verfassung
Kinderrechte / Verfassung
Minister-/ Abgeordneten-/
Beamtengesetz
Versorgungslasten
(ohne Aussprache)
Dienstrechtliche Vorschriften (u.a. Lebenspartner)
(ohne Aussprache)
Wahl:
Präsident Sozialgericht
(ohne Aussprache)
Anträge:
Jugendkriminalität
Landes-Entwicklungsplan
Aus den Ausschüssen:

Wahlprüfungsbeschwerde
(ohne Aussprache)

Bericht:

Polizei / Gewalt

Berichtsantrag:

Sicherheitsbericht
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

Aus den Ausschüssen:
Haushalt 2007 / LRH-Bericht
(ohne Aussprache)
Berichte:

Glücksspiel

Landesbanken
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. und 2. Lesung:

Heilberufe-Kammergesetz
Fragestunde:
Arbeitsmarktsituation
Anträge:
Barrierefreiheit / Medien
Berufsstart Jugendliche
Behinderte Eingliederung
Aus den Ausschüssen:
Hartz-IV-Regelsätze
Armut / Europäisches Jahr
(ohne Aussprache)
Gleichstellungsbericht
(ohne Aussprache)
Bericht:

UK S-H Finanzsituation

Berichtsanträge:

UN-Konvention Behinderte
(ohne Aussprache)

Hartz IV-Bilanz
(ohne Aussprache)

Pflegeausbildung
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Leiharbeiter
Lohngleichheit
AKW Brunsbüttel und Krümmel
AKW-Laufzeiten
(ohne Aussprache)
Digitaler Tachograph
(ohne Aussprache)
Regulierungsbehörde
(ohne Aussprache)
Aus den Ausschüssen:
Erdkabel
(ohne Aussprache)
Bericht:

Handwerk

Berichtsantrag:

Zusammenarbeit mit Süddänemark
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

2. Lesungen:

Fischereigesetz
(ohne Aussprache)
Tierschutz / Verbandsklagerecht
(ohne Aussprache)
Landes-Wassergesetz
(ohne Aussprache)
Antrag:
Gentechnik
Berichte:

Nachhaltigkeit

FFH-Gebiete
(ohne Aussprache)

Berichtsantrag:

Erneuerbare Energien
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesungen:
Lehrerbildung
Schulgesetz / Realschulen
Anträge:
Kulturförderung
Hochbegabtenförderung
Berichtsanträge:

Schule und Arbeitswelt
(ohne Aussprache)

Bildungsausgaben
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Kulturhauptstadt Sonderburg
Europapolitik
Aus den Ausschüssen:
EU-Ostseestrategie
(ohne Aussprache)
Europaausschuss / Minderheiten
(ohne Aussprache)
Bericht:

Trilaterale Wattenmeerkonferenz