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Auf dieser Seite: Polizei 

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Top 61:
Keine Gewalt gegen Polizeibeamte
Antrag der Fraktionen von CDU und FDP – Drucksache 17/263
(Landtagsbeschluss vom 26. Februar 2010)
Federführend ist das Innenministerium – Drucksache 17/380

Landespolitiker verurteilen
Gewalt gegen Polizisten

Innenminister will Ausstattung, Ausbildung und
psychologische Betreuung verbessern

Kiel (SHL/18.03.) Einen Tag nach den tödlichen Schüssen auf einen SEK-Beamten in Rheinland-Pfalz hat Innenminister Klaus Schlie (CDU) einen größeren Schutz der schleswig-holsteinischen Polizisten in Aussicht gestellt. Als Maßnahmen nannte er Verbesserungen in den Bereichen Ausstattung, Ausbildung und psychologischer Betreuung. In einem von CDU und FDP beantragten Bericht zu Gewaltakten gegen Polizisten bezeichnete er die Gesamtsituation als „dramatisch".

Die Hemmschwelle mit Gewalt gegen die Polizei vorzugehen, sei auf „ein unerträgliches Maß" gesunken, konstatierte Schlie. Der Bericht seines Ministeriums zeige, dass die Zahl der Übergriffe im vergangenen Jahr mit 704 Fällen auf konstant hohem Niveau des Vorjahres liege. Derweil sei die Zahl der Verletzten von 44 Beamten auf 108 gestiegen. Als mögliche Ursache nannte der Innenminister einen „Wertewandel der Gesellschaft", der mit einem „Akzeptanzverlust der Polizei" einhergehe. Um hier zu neuen Erkenntnissen zu kommen, beteilige sich das Land mit neun weiteren Ländern an der Studie "Gewalt gegen Polizisten" des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachen.

  Besserer Schutz von Polizisten: Unterschiedliche
  Lösungsansätze im Plenum

In der anschließenden Debatte verurteilte das Plenum unisono die Übergriffe gegen die Polizei. Allerdings kamen die Fraktionen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen: Die Union forderte nach dem geltenden Strafrecht eine härtere Bestrafung der Täter. Dagegen sprachen sich Liberale, Grüne, Linke und SSW für eine intensive Ursachenforschung aus. Die Sozialdemokraten wiederum warben dafür, einen Sonder-Straftatbestand ins Strafgesetzbuch aufzunehmen. Dieser solle Fälle abdecken, in denen Beamte nur aufgrund des Tragens ihrer Uniform Opfer von Gewalt werden.

Der Bericht wurde zur Beratung an den Innen- und Rechtausschuss überwiesen.

Stimmen aus dem Plenum:

Werner Kalinka (CDU): Polizisten brauchen die bestmögliche Ausstattung wie bessere Helme und Schutzwesten. Und der Staat muss klarmachen, dass er reagiert. Der Übergriff auf einen Beamten ist kein Kavaliersdelikt.

Kai Dolgner (SPD): Damit, dass ein Amtsträger angegriffen wird, nur weil er als solcher zum Beispiel durch seine Polizeiuniform erkennbar ist, hat der Gesetzgeber nicht gerechnet. Hier muss ein neuer Straftatbestand her.

Jens-Uwe Dankert (FDP): Angesichts der Gewalttaten stellt sich die Frage, wer überhaupt noch Polizist werden will. Der Nachwuchs muss aus der Mitte der Bevölkerung kommen. Abenteurer haben bei der Landespolizei nichts zu suchen.

Thorsten Fürter (Grüne): Es geht vor allem um die Gewalt junger Männer, die keine Perspektive und keine Aufstiegschancen haben. Es geht um Bildungsverlierer in der Schule, die zumeist keinen Ausbildungsplatz bekommen.

Heinz-Werner Jezewski (Linke): Bevor man mögliche Ursachen benennt und einen Wertewandel in der Gesellschaft ausmacht, braucht man die Untermauerung mit Datenmaterial. Für die Polizei gilt: Deeskalationstraining ist der richtige Weg, um Gewalt vorzubeugen.

Silke Hinrichsen (SSW): Der Akzeptanzverlust gegenüber der Polizei hat auch viel mit Perspektiv- und Mutlosigkeit zu tun. Menschen, die wütend auf die Gesellschaft sind, werden keinesfalls bessere Menschen, nur weil sie härter bestraft werden.

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Hintergrund:
Polizisten sehen sich zunehmender Gewalt ausgesetzt, besonders im Zusammenhang mit Fußballspielen. Das geht aus einem Bericht der Landesregierung hervor, den die Regierungskoalition aus CDU und FDP angefordert hat.

Das Innenministerium weist allerdings darauf hin, dass es noch keine „belastbaren Statistiken beziehungsweise Erhebungen über Gewalttätigkeiten gegen Polizei-Einsatzkräfte" im Bund und in den Ländern gibt. So könne „nicht eindeutig identifiziert werden", ob Gewaltdelikte gegenüber Polizeibeamten tatsächlich angestiegen sind oder die Zunahme subjektiv wahrgenommen wird. Die Polizeiliche Kriminalstatistik soll daher ab diesem Jahr Straftaten gegenüber Polizisten gesondert aufzeichnen und nicht mehr mit Gerichtsvollziehern oder Vollstreckungsbeamten zusammen erfassen.

  Zahl der verletzten Beamten
  im vergangen Jahr gestiegen

Im Jahr 2009 gab es laut Ministerium in Schleswig-Holstein 704 Fälle, in denen Polizisten angegriffen oder mit Gewalt bedroht wurden. Ein Jahr zuvor waren es 757 Fälle, wobei 44 Beamte verletzt worden waren. 2009 stieg die Zahl der Verletzten auf 108. Als Ursache sieht die Regierung den „Wertewandel in Teilen der Gesellschaft" und zunehmenden „Akzeptanzverlust der Polizei". Die Bereitschaft, Konflikte gewaltfrei zu lösen, nehme ab.

Im Februar ist die Studie "Gewalt gegen Polizisten" des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachen gestartet, an der sich zehn Bundesländer beteiligen. Auch die Landespolizei Schleswig-Holstein nimmt an der wissenschaftlichen Untersuchung teil. Sie soll klären, in welchen Bereichen die Gewalt gegen Polizeibeamte zugenommen hat.

  Schleswig-Holsteins Innenminister Schlie will
  strafrechtlichen Schutz verbessern

Sachsen und Bayern machen sich unterdessen dafür stark, härtere Strafen für Angriffe auf Polizisten durchzusetzen und die Höchststrafe von zwei auf drei Jahre zu erhöhen. Die beiden Länder brachten Anfang März einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Bundesrat ein. Schleswig-Holsteins Innenminister Klaus Schlie (CDU) sprach sich ebenfalls dafür aus, den strafrechtlichen Schutz zu verbessern. Er halte ein „klares Signal des Staates für erforderlich", heißt es in einer Pressemitteilung. Die FDP-Fraktion im Landtag ist allerdings gegen eine Änderung des Strafrechts, denn die „heutigen Normen reichen aus, um Gewalttäter konsequent zu bestrafen".

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert um Wilhelm Hollmann

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Rundfunkänderungs-
Staatsvertrag

(ohne Aussprache)
Diäten / Wahlgesetz
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Minderheitenschutz / Verfassung
Kinderrechte / Verfassung
Minister-/ Abgeordneten-/
Beamtengesetz
Versorgungslasten
(ohne Aussprache)
Dienstrechtliche Vorschriften (u.a. Lebenspartner)
(ohne Aussprache)
Wahl:
Präsident Sozialgericht
(ohne Aussprache)
Anträge:
Jugendkriminalität
Landes-Entwicklungsplan
Aus den Ausschüssen:

Wahlprüfungsbeschwerde
(ohne Aussprache)

Bericht:

Polizei / Gewalt

Berichtsantrag:

Sicherheitsbericht
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

Aus den Ausschüssen:
Haushalt 2007 / LRH-Bericht
(ohne Aussprache)
Berichte:

Glücksspiel

Landesbanken
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. und 2. Lesung:

Heilberufe-Kammergesetz
Fragestunde:
Arbeitsmarktsituation
Anträge:
Barrierefreiheit / Medien
Berufsstart Jugendliche
Behinderte Eingliederung
Aus den Ausschüssen:
Hartz-IV-Regelsätze
Armut / Europäisches Jahr
(ohne Aussprache)
Gleichstellungsbericht
(ohne Aussprache)
Bericht:

UK S-H Finanzsituation

Berichtsanträge:

UN-Konvention Behinderte
(ohne Aussprache)

Hartz IV-Bilanz
(ohne Aussprache)

Pflegeausbildung
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Leiharbeiter
Lohngleichheit
AKW Brunsbüttel und Krümmel
AKW-Laufzeiten
(ohne Aussprache)
Digitaler Tachograph
(ohne Aussprache)
Regulierungsbehörde
(ohne Aussprache)
Aus den Ausschüssen:
Erdkabel
(ohne Aussprache)
Bericht:

Handwerk

Berichtsantrag:

Zusammenarbeit mit Süddänemark
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

2. Lesungen:

Fischereigesetz
(ohne Aussprache)
Tierschutz / Verbandsklagerecht
(ohne Aussprache)
Landes-Wassergesetz
(ohne Aussprache)
Antrag:
Gentechnik
Berichte:

Nachhaltigkeit

FFH-Gebiete
(ohne Aussprache)

Berichtsantrag:

Erneuerbare Energien
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesungen:
Lehrerbildung
Schulgesetz / Realschulen
Anträge:
Kulturförderung
Hochbegabtenförderung
Berichtsanträge:

Schule und Arbeitswelt
(ohne Aussprache)

Bildungsausgaben
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Kulturhauptstadt Sonderburg
Europapolitik
Aus den Ausschüssen:
EU-Ostseestrategie
(ohne Aussprache)
Europaausschuss / Minderheiten
(ohne Aussprache)
Bericht:

Trilaterale Wattenmeerkonferenz