Thema
Glücksspiel:
Nach Angaben des Sozialministeriums liegen noch keine
belastbaren Zahlen über krankhaftes Glücksspiel in
Deutschland vor. In den nächsten Wochen werden erste
Ergebnisse einer wissenschaftliche Studie hierzu erwartet,
die unter anderem an der Uni Lübeck erstellt wird. Fest
steht allerdings: Immer mehr Schleswig-Holsteiner wenden
sich an eine der 78 Suchtberatungsstellen im Lande. 2009
waren es 509 Personen, im Jahr 2001 waren es hingegen nur
202. Neun von zehn Spielsüchtigen sind Männer, viele
haben einen Migrationshintergrund. Auch die AOK im Lande
und die Fachklinik Nordfiesland haben in den vergangenen
Jahren mehr Spielsüchtige verzeichnet.
Die
Landesregierung gibt allerdings zu bedenken, dass der
Grund für eine größere Zahl an Spielsüchtigen nicht
automatisch ein offener Glücksspielmarkt sein müsse.
Dies belegten die Erfahrungen aus Frankreich, Italien und
Großbritannien, wo es zum Teil deutlich mehr Anreize zum
Zocken gibt als in Deutschland: „Ein Zusammenhang
zwischen Liberalisierung des Glücksspiels und einer
Zunahme problematischer und pathologischer Spieler ist mit
den derzeit verfügbaren Daten nicht belegbar",
betont das Ministerium.
Die von CDU
und FDP angestrebte Öffnung des Spielmarktes solle auch
dazu dienen, „den bestehenden Grau- und Schwarzmarkt so
weit wie möglich in legale, kontrollierte Angebote zu
überführen". Dadurch solle „der Jugendschutz, der
Spielerschutz und der Schutz vor Wett- und Spielsucht
effizienter als bisher gewährleistet werden". Und
weiter: „Der Spieltrieb der Bevölkerung soll in legale
und überwachte Bahnen geführt werden."
Thema
Schuldnerberatung:
6.273 Schleswig-Holsteiner haben im vergangenen Jahr
Privatinsolvenz angemeldet, weil sie ihre Schulden nicht
mehr bezahlen konnten – eine Steigerung von 2,5 Prozent
gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus einer im Februar
veröffentlichten Studie hervor. Vor diesem Hintergrund
wollen die Grünen unter anderem besondere
Beratungsangebote für Selbständige sowie für Kinder und
Jugendliche einrichten. Generell müsse den Bürgern Hilfe
angeboten werden, bevor sie in Hartz IV oder Sozialhilfe
abrutschen. Um Zusatzangebote zu finanzieren, wollen die
Grünen einen Teil der Einnahmen, die das Land aus Lotto
und Glücksspielabgaben erhält, fest in die
Insolvenzberatung umlenken.
Gründe
für eine Privatinsolvenz sind in erste Linie eine
unwirtschaftliche Haushaltsführung und wenig Erfahrung im
Umgang mit Geld. Das geht aus der Studie der
Wirtschaftsauskunftei Bürgel aus dem Februar hervor. So
seien „Einkommen und Konsumverhalten häufig nicht
vereinbar": Unverantwortlich hohe Summen würden, oft
per Kreditkarte in Handys, Elektroartikel oder Autos
investiert. Arbeitslosigkeit und familiäre Auslöser wie
zum Beispiel Scheidung, Krankheit, Unfall oder Tod eines
Angehörigen gelten ebenfalls als Auslöser.
Den Weg aus
der Schuldenfalle finden Betroffene oft nur mit Hilfe der
Schuldnerberatung. In Schleswig-Holstein gibt es 36 durch
die Landesregierung anerkannte „geeignete Stellen",
die allen betroffenen Menschen vertraulich Hilfe anbieten.
Die „Koordinierungsstelle Schuldnerberatung" in
Rendsburg soll die örtlichen Schuldnerberatungsstellen im
Lande unterstützen.