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Top 01 (Aktuelle Stunde)
"Sicherung des Schulangebots in der Fläche" 
beantragt von der Fraktion der SPD
beantragt von der Fraktion der SPD und der Fraktion der FDP 

Kurz vor der Landtagswahl ist das
Thema Schulfrieden in weiter Ferne

Kiel (SHL/21.03.) In einer Aktuellen Stunde haben Regierung und Opposition ihre unterschiedlichen Auffassungen in der Schulpolitik untermauert. Bildungsminister Ekkehard Klug (FDP) erteilte einer von der SPD ins Spiel gebrachten Herabsetzung der Mindestgrößen für Gemeinschaftsschulen von 300 auf 240 Schülern eine Absage. Je kleiner die Schulen, desto höher sei der Investitionsbedarf, sagte der Minister. Dies sei finanziell nicht machbar. Und, so Klug: Keine wissenschaftliche Studie belege, dass längeres gemeinsames Lernen ein Mittel sei, Bildungsergebnisse zu verbessern.

Oppositionsführer Ralf Stegner (SPD) hob dagegen hervor, dass die Stärkung der Gemeinschaftsschulen der beste Weg sei, um das gymnasiale Bildungsangebot in der Fläche zu erhalten. So würden keine Schulstandorte gefährdet, sondern gesichert. Es sei, so Stegner, zu ermitteln, wo Anpassungsbedarf bei der Mindestgrößen-Verordnung nötig sei, und inwieweit er hinsichtlich der Schulqualität verantwortbar sei.

Das veranlasste FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki zu der Gegenfrage: "Wie wollen Sie Ihre Pläne bezahlen?" Kubicki geht bei den von der SPD anvisierten Maßnahmen von einem Finanzbedarf in Höhe von rund 300 Millionen Euro aus. Und Heike Franzen vom Koalitionspartner der Liberalen stellte klar: "Wir wollen keine Systemdebatten mehr." Den Schulen seien zuletzt zu viele Veränderungen aufgedrückt werden, argumentierte die bildungspolitische Sprecherin der CDU. Sie hielt der Opposition vor, ihr Fernziel sei eine Schule für alle. "Die Wahlfreiheit ist dann die Wahlfreiheit zwischen der Gemeinschaftsschule und der Gemeinschaftsschule."

Grüne: Schule ist der
"Lebensnerv" in Gemeinden

Gegenstand der Debatte war die Frage, wie die Unterrichtsversorgung auf dem Lande bei immer weniger Schülern gesichert werden soll. Deren Gesamtzahl fiel im Norden zum laufenden Schuljahr auf rund 418.000. Der Rückgang um 1,1 Prozent war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch geringer als im Bundesdurchschnitt, der 1,7 Prozent betrug.

Die Bildungsexpertin der Grünen, Anke Erdmann, verwies darauf, dass die Zahl der eigenständigen Grundschulen im Land seit 2004/05 von 600 auf 400 gesunken sei. Nicht nur Familien von schulpflichtigen Kindern würden um die Zukunft der Schule vor Ort bangen, auch viele Bürgermeister seien besorgt, da die Schule der "Lebensnerv" einer Gemeinde sei. Erdmann forderte dazu auf, Schulen für das Überleben grundsätzlich flexibler aufzustellen. Eine Möglichkeit dafür sei stärker in Lerngruppen- als in Klassengrößen zu unterscheiden.

"Schaffen wir das gegliederte Schulsystem ein für alle Mal ab", forderte Björn Thoroe (Linke) erneut die Abschaffung der Regionalschulen und Gymnasien. Auch er machte sich für die Schule im ländlichen Raum stark: Schulschließungen seien keine Lösung. Nur die Gemeinschaftsschule biete dem ländlichen Raum eine bildungspolitische Chance, schloss SSW-Fraktionschefin Anke Spoorendonk an. Aus ihrer Sicht sind weiterhin Strukturveränderungen erforderlich - auch in der Lehrerausbildung.


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