Oppositionsführer Ralf Stegner (SPD) hob dagegen
hervor, dass die Stärkung der Gemeinschaftsschulen der beste Weg
sei, um das gymnasiale Bildungsangebot in der Fläche zu erhalten.
So würden keine Schulstandorte gefährdet, sondern gesichert. Es
sei, so Stegner, zu ermitteln, wo Anpassungsbedarf bei der
Mindestgrößen-Verordnung nötig sei, und inwieweit er hinsichtlich
der Schulqualität verantwortbar sei.
Das veranlasste FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki
zu der Gegenfrage: "Wie wollen Sie Ihre Pläne bezahlen?"
Kubicki geht bei den von der SPD anvisierten Maßnahmen von einem
Finanzbedarf in Höhe von rund 300 Millionen Euro aus. Und Heike
Franzen vom Koalitionspartner der Liberalen stellte klar: "Wir
wollen keine Systemdebatten mehr." Den Schulen seien zuletzt zu
viele Veränderungen aufgedrückt werden, argumentierte die
bildungspolitische Sprecherin der CDU. Sie hielt der Opposition vor,
ihr Fernziel sei eine Schule für alle. "Die Wahlfreiheit ist
dann die Wahlfreiheit zwischen der Gemeinschaftsschule und der
Gemeinschaftsschule."
Grüne: Schule ist der
"Lebensnerv" in Gemeinden
Gegenstand der Debatte war die Frage, wie die
Unterrichtsversorgung auf dem Lande bei immer weniger Schülern
gesichert werden soll. Deren Gesamtzahl fiel im Norden zum laufenden
Schuljahr auf rund 418.000. Der Rückgang um 1,1 Prozent war nach
Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Mittwoch geringer als im
Bundesdurchschnitt, der 1,7 Prozent betrug.
Die Bildungsexpertin der Grünen, Anke Erdmann,
verwies darauf, dass die Zahl der eigenständigen Grundschulen im
Land seit 2004/05 von 600 auf 400 gesunken sei. Nicht nur Familien
von schulpflichtigen Kindern würden um die Zukunft der Schule vor
Ort bangen, auch viele Bürgermeister seien besorgt, da die Schule
der "Lebensnerv" einer Gemeinde sei. Erdmann forderte dazu
auf, Schulen für das Überleben grundsätzlich flexibler
aufzustellen. Eine Möglichkeit dafür sei stärker in Lerngruppen-
als in Klassengrößen zu unterscheiden.
"Schaffen wir das gegliederte Schulsystem ein
für alle Mal ab", forderte Björn Thoroe (Linke) erneut die
Abschaffung der Regionalschulen und Gymnasien. Auch er machte sich
für die Schule im ländlichen Raum stark: Schulschließungen seien
keine Lösung. Nur die Gemeinschaftsschule biete dem ländlichen
Raum eine bildungspolitische Chance, schloss SSW-Fraktionschefin
Anke Spoorendonk an. Aus ihrer Sicht sind weiterhin
Strukturveränderungen erforderlich - auch in der Lehrerausbildung.