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Auf
dieser Seite: Naturschutz-Beauftragter
– Getreide-Verwertung
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Top 02:
Entwurf eines Gesetzes über die oder den
Landesbeauftragten für Naturschutz
Gesetzentwurf der Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN |
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Top 18:
Thermische Verwertung von Getreide
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD |
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Naturschutz:
Ein neuer Beauftragter
für das Parlament?
Grüne wollen
Landesnaturschutzbeauftragten
vom Ministerium in den Landtag holen
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Kiel (SHL/04.05.)
Die Grünen wollen den Landesnaturschutzbeauftragten vom
Agrarministerium in den Landtag verpflanzen. Das sieht ein
Gesetzentwurf vor, den das Parlament in Erster Lesung beraten
hat. Der Umzug unter die Amtshoheit des Landtagspräsidenten und
die von den Grünen vorgesehenen Besetzung des Postens durch den
Landtag seien die nötige Konsequenz aus dem Rücktritt des
ehemaligen Amtsinhaber Roger Asmussen, hieß es zur Begründung.
Asmussen war im Dezember letzten Jahres nach nur sechs Monaten
zurückgetreten und hatte diesen Schritt mit der seiner
Auffassung nach mangelnden Unterstützung durch
Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU)
begründet. Der Minister bekräftigte in der Debatte, den Posten
en des Landesnaturschutzbeauftragten in seinem Ressort behalten zu wollen.
Unterstützung für den Plan der Grünen
signalisierte nur der SSW. Die Union plädierte für
den Beibehalt der geltenden Regelung, die Liberalen forderten,
den Posten ganz abzuschaffen. Bedeckt hielt sich die SPD: Es
gebe noch Diskussionsbedarf bei den Beratungen im Umwelt- und
Agrarausschuss.
"Dieser Minister ist das beste Argument
dafür, dass dieses Land einen unabhängigen
Naturschutzbeauftragten braucht", übte der
Grünen-Abgeordnete Karl-Martin Hentschel heftige Kritik an
Minister von Boetticher, dem er Hörigkeit gegenüber der
Agrar-Lobby vorwarf. Um die Weisungsunabhängigkeit des
Beauftragten künftig zu gewährleisten, müsse er der
Bürgerbeauftragten und dem Flüchtlingsbeauftragten
gleichgestellt werden, die ebenfalls beim Parlament angesiedelt
sind. Auch Lars Harms (SSW) hielt den Umzug angesichts der
negativen Erfahrungen für "äußerst sonnvoll". Nur
so sei sichergestellt, dass der Beauftragte sich kritisch
einbringen könne und nicht auf eine "Alibi-Funktion"
reduziert werde.
Die Opposition habe den Konflikt zwischen ihm
und Asmussen übertrieben, konterte Minister von Boetticher:
"Es gab keinen Maulkorb" für den Beauftragten. Der
von den Grünen geplante Umzug in den Landtag führe lediglich
zu "immer neuen Kosten". Auch Herlich Marie
Todsen-Reese (CDU) sah keinen Anlass für einen derartig "gravierenden
Systemwechsel". Wichtig sei es vielmehr, zügig einen
kompetenten und durchsetzungsfähigen neuen Beauftragten zu
finden. Diese Forderung teilte auch Konrad Nabel (SPD).
Angesichts vieler noch offener Fragen in diesem Bereich sei es
aber notwendig, den Entwurf der Grünen gemeinsam mit dem
geplanten neuen Landes-Naturschutzgesetz ausführlich im
Ausschuss zu beraten.
FDP: "Wir brauchen keinen
Naturschutzbeauftragten"
Die Liberalen wollen dagegen den Posten im Zuge
des Bürokratie-Abbaus komplett abschaffen. «Wir brauchen keinen
Landesnaturschutzbeauftragten – weder bei der Landesregierung, weil
dort die Unabhängigkeit nicht hinreichend gewährleistet ist, noch
beim Parlament, wegen der bereits bestehenden guten Strukturen der
ehrenamtlichen Verbände im Umweltbereich", sagte Günther Hildebrand
(FDP). Die Naturschutz-Verbände würden bereits intensiv bei
den Gesetzesinitiativen des Landtages und der Landesregierung angehört
und dadurch diese Rolle ausfüllten.
Der Naturschutzbeauftragte des Landes
Schleswig-Holstein kümmert sich ehrenamtlich um die Belange des
Landschaftsschutzes, des Artenschutzes, des Biotopschutzes und
des Naturschutzes. Er berät den zuständigen Minister in diesen
Fragen. Die Grünen streben neben dem Umzug eine
Aufgabenerweiterung an. So soll der Beauftragte auch an
Rechtssetzungsverfahren beteiligen können, zu politischen
Konzepten Stellung beziehen und eine eigenständige Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit verfolgen.
Hintergrund:
Die Grünen haben einen Gesetzentwurf für die
Einführung eines beim Präsidenten des
Schleswig-Holsteinischen Landtages angesiedelten
Landesnaturschutzbeauftragten vorgelegt. Der Beauftragte
soll sich um die Belange des Landschaftsschutzes, des
Artenschutzes, des Biotopschutzes und des Naturschutzes
kümmern. Darüber hinaus schreibt die Oppositionspartei
dem Naturschutzbeauftragten weitere Aufgaben zu. So soll
er sich künftig unter anderem an Rechtssetzungsverfahren
beteiligen können, zu politischen Konzepten Stellung
beziehen und eine eigenständige Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit verfolgen. Die Vorgeschichte: Der
letzte Landesnaturschutzbeauftragte Roger Asmussen, der im
Landwirtschaftsministerium tätig war, hatte der seinen
Posten Anfang Januar nach nur einem halben Jahr Amtszeit
niedergelegt. Der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete,
Finanz- und Wirtschaftsminister gab damals als Grund für
diese Entscheidung mangelnde personelle Unterstützung
durch das zuständige Ministerium an. Nach dem Rücktritt
von Asmussen hatte sich das Plenum bereits während der
Januar-Tagung im Rahmen einer Fragestunde mit dem Thema
beschäftigt. Umweltminister Christian von Boetticher
(CDU) hatte in dieser Fragestunde bekräftigt, den Posten
des Naturschutzbeauftragten in seinem Ressort behalten zu
wollen. Zugleich sah er keine Notwendigkeit, die
Unabhängigkeit des Beauftragten durch eine Änderung des
Landesnaturschutzgesetzes einzuschränken.
mehr
Informationen: plenum-online,
Januar
2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2006/
texte/39_fragestunde_landesnaturschutzbeauftragter.htm)
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Getreide
als Energieträger
Plenum unterstützt Anerkennung
als Regelbrennstoff
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Kiel
(SHL/04.05.)
"Heizen mit Weizen" – geht es nach dem
schleswig-holsteinischen Landtag soll diese Form der
Wärmegewinnung in Zukunft möglich sein. Geschlossen hat sich
das Parlament auf Antrag von CDU und SPD dafür ausgesprochen,
im Bundesrat auf die thermische Verwertung von Getreide zu
drängen und die Anerkennung als Regelbrennstoff nach der 1.
Bundes-Immissionsschutzverordnung durchzusetzen. Unter thermischer
Verwertung von Getreide wird die Erzeugung von Energie
über Verbrennung verstanden. Landwirtschaftsminister
Christian von Boetticher (CDU) freute sich über die
"seltene" Eintracht" im Plenum, sprach aber auch
Probleme bei den Feinstaubemissionsgrenzwerten an: So müssten
die Kleinfeuerungsanlagen technisch weiter entwickelt werden.
Die Abgeordneten
machten vor allem auf den Bedarf alternativer Energien vor dem
Hintergrund steigender Heizöl- und Erdgaspreise aufmerksam.
Zudem wurde die Hoffnung geäußert, dass sich den Landwirten
eine zusätzliche Einkommensquelle eröffne. Experten gehen davon aus,
dass die europäische Landwirtschaft mit dem Anbau von
Energiegetreide das Äquivalent von rund 26 Millionen
Tonnen Erdöl bereitstellen kann, ohne dabei die
Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung zu gefährden.
Die Wärmegewinnung mit Energiegetreide sei mit einem
Kostenfaktor von 2,23 Cent pro Kilowattstunde zudem
wesentlich kostengünstiger als die Gewinnung aus Erdöl
(6,15 Cent) oder Erdgas (4,8 Cent).
Das Plenum griff in
der Debatte auch ethische Bedenken auf. Es wurde diesbezüglich
herausgestellt, dass bei der Verbrennung nur Getreide verwendet
werde, welches nicht für die menschliche Ernährung geeignet
sei. Außerdem sei es inzwischen breit akzeptiert, dass Rapsöl
bereits als Treibstoff verwendet wird, hieß es in der Debatte.
Hauptredner:
Hauptredner: Claus Ehlers (CDU),
Henning Höppner (SPD), Günther Hildebrand (FDP), Klaus Müller
(Grüne), Lars Harms (SSW)
Hintergrund:
Auf Antrag der Regierungsfraktionen soll sich
die Landesregierung im Bundesrat für die thermische
Verwertung von Getreide einsetzen und die Anerkennung als
Regelbrennstoff nach der 1.
Bundesimmissionsschutzverordnung durchsetzen. CDU und SPD
begründen den Vorstoß mit den steigenden Preisen auf dem
Energiemarkt und der Abhängigkeit von fossilen
Brennstoffen wie Kohle, Erdgas und Öl. Unter thermischer
Verwertung von Getreide wird die Erzeugung von Energie
über Verbrennung verstanden. Experten gehen davon aus,
dass die europäische Landwirtschaft mit dem Anbau von
Energiegetreide das Äquivalent von rund 26 Millionen
Tonnen Erdöl bereitstellen kann, ohne dabei die
Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung zu gefährden.
Wärmegewinnung mit Energiegetreide sei mit einem
Kostenfaktor von 2,23 Cent pro Kilowattstunde zudem
wesentlich kostengünstiger als die Gewinnung aus Erdöl
(6,15 Cent) oder Erdgas (4,8 Cent).
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